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Ein kleiner Schritt


Die MP3-Audioclips der Kommunikation mit Apollo 11 hat Ken Glover erstellt. Die ursprünglichen Dateien dafür wurden von John Stoll, leitender ACR-Techniker im Johnson Raumfahrtzentrum der NASA, zur Verfügung gestellt.
  Im November 1995 tauchte im Internet eine kleine, etwas freizügige Geschichte auf. Es ging dabei um eine angebliche Äußerung, die Neil während der EVA gemacht haben soll. Von mehreren Lesern darum gebeten, möchte ich hier feststellen, dass Neil den Satz "Good luck, Mr. Gorsky" während der Mission von Apollo 11 niemals gesagt hat. Stattdessen schreibt Neil am 28. November 1995 für das ALSJ an mich: "Soviel ich weiß, ist diese Geschichte etwa ein Jahr alt. Zum ersten Mal habe ich sie in Kalifornien von Buddy Hackett (Schauspieler und Komiker) gehört.
  MP3-Audioclip (56 min 38 sec, 52 Mb) Die Aufnahme der Kommunikation mit dem Raumschiff beginnt bei 109:15:45. Mit freundlicher Genehmigung von John Stoll, leitender ACR-Techniker im Johnson Raumfahrtzentrum der NASA.
109:15:45 Aldrin: Okay. Bereit, runterzugehen und ein paar Mondsteine aufzusammeln?
109:15:47 Armstrong: Meine (PLSS-)Antenne ist oben. (Pause)
109:15:55 Armstrong: Wir können jetzt den Haken vom LEC einhängen. (Pause)
  In einer Pressekonferenz nach der Mission bezeichnete Neil die Transportleine für die Ausrüstung (LEC) als "Brooklyn clothesline" (Eine Wäscheleine, wie sie in Brooklyn verwendet wird.). In einer E-Mail von 2004 sprach er von "Irish Washerwoman" (irische Waschfrau, die diese Leinen verwendetesiehe auch den folgenden Kommentar) und schrieb: "Die Idee für die LEC kam von den Wäscheleinen in New York, die zwischen gegenüberliegenden Wohnungen auf Rollen über die Straßen liefen." Die LEC ist ein langes Nylonband mit jeweils einem Haken an beiden Enden, um es zu einer Endlosschleife zu verbinden. Die Bandschleife lief über eine an der Kabinendecke aufgehängte Rolle durch die Luke nach unten zum Kommandanten. An den Haken konnte die Ausrüstung gehängt und so zwischen Kabine und Oberfläche transportiert werden.
  Ein 1939 aufgenommenes Bild von Sid Grossmanaus der Sammlung des Museum of the City of New Yorkzeigt diese Art Wäscheleinen in Harlem, NYC. Es gab diese Wäscheleinen nicht nur in Brooklyn oder New York, sie wurden aber gewöhnlich als typisch für ärmere Einwandererviertel betrachtet. Da es in New York seit dem Beginn der Einwanderungswelle aus Irland in den 1840er Jahren eine sehr große Population von Einwanderern gab, hat man diese, zwischen den Häusern gespannten, Wäscheleinen oft als ein besonderes Merkmal der Stadt gesehen.
  Ausführlichere Erklärungen zur LEC mit einigen Fotos kann man hier lesen.
  Jetzt wird der Karabiner am Haltegurt für Neils Halsring in die LEC eingehakt. Eine vollständige Beschreibung ist hier zu lesen.
109:16:12 Aldrin: In Ordnung. Jetzt sollte es sich beim Runtergehen nicht mehr verdrehen. Tu die Tasche (in der die LEC war) so hier hin. Ist flach. Okay, bist du eingehakt?
  Laut Seite 40 der Anweisungen zu den Abschließenden Vorbereitungen zum Aufenthalt auf der Mondoberfläche bei Apollo 11 wird Neil "(mit eingehakter LEC) durch die Luke aussteigen" während Buzz "die LEC nachlässt, die als Sicherungsleine dient". Später, wenn Neil die Phase der Anpassung an die Umgebungsbedingungen beginnt, wird er "die LEC aushaken und vorläufig am Landegestell oder der Leiter anbringen".
109:16:26 Armstrong: Hmm? (Pause) Okay. Jetzt müssen wir das einhaken
109:16:30 Aldrin: Ja. Zieh das mal da hoch.
  Möglicherweise ist hier auch die LEC gemeint.
109:16:34 Armstrong: Okay. (Pause) Okay. Dein Visier(Pause)
109:16:49 Aldrin: Dein Tornister ist über der Tasche. (Pause) In Ordnung. Jetzt ist er über dem DSKY. Nach vorne und hoch, jetzt hast du Platz. Etwas weiter zu mir. (Pause) Gerade runter. Ein wenig nach links. Viel Platz. (Pause) Okay, du bist genau richtig. Etwas zu mir, runter. Okay. Jetzt hast du Platz. Du hängst am ersten Scharnier (nicht zu verstehen).
109:17:26 Armstrong: Was für ein Scharnier?
  Die einzigen Scharniere, um die es sich hier handeln kann, sind die an der Luke auf Buzz' Seite. Wie man auf Bildern in der sehr empfehlenswerten Dokumentation Virtual LM von Scott Sullivan sieht, sind diese Scharniere vollständig innerhalb der Kabine angebracht. Es könnte sein, dass Neil hier mit dem linken Fuß zwischen die Kante der Luke und den Rahmen der Lukenöffnung gerät. Dieser Bereich ist auf einem Ausschnitt von AS11-40-5862, Neils erstem Foto von Buzz' Ausstieg, zu sehen.
  Die Tasche ist ein Aufbewahrungsbeutel, in dem kleinere Ausrüstungsgegenstände vorübergehend verstaut werden können. Er hängt links neben der Luke an der Vorderseite der Kabine unter Konsole 5. Zum Aussteigen hat sich Neil umgedreht, mit dem Gesicht zum linken hinteren Kabinenbereich, und er hat seine Füße, sich dabei hauptsächlich auf seine Hände stützend, soweit durch die Luke gesteckt, dass er auf dem Kabinenboden knien kann. Auf den Knien und gerade vor der Luke ausgerichtet, kriecht er langsam rückwärts und Buzz hilft ihm, mit dem Tornister unter der DSKY-Konsole hindurchzukommen. Vor sich hat er einen 18 Zoll (ca. 46 cm) hohen Absatzals mittlere Stufe bezeichnetvom Boden der Kabine bis zur Abdeckung des Triebwerks der Aufstiegsstufe. Er muss aufpassen, sich dort nicht zu stoßen und dabei sein Visier zu zerkratzen, was seine Bewegungsfreiheit noch etwas mehr einschränkt.
109:17:29 Aldrin: Gut so. Etwas nachauf deineNach links rollen. Okay. Jetzt hast du Platz. Du bist genau richtig vor der Plattform. Nimm deinen linken Fuß ein wenig nach rechts. Okay. Das ist gut. Nach links rollen. Gut. (Pause)
  Armstrong (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Ich glaube, das Wichtigste, was wir zum Aussteigen durch die Luke und allem, was wir auf der Leiter bzw. der Plattform ("Veranda") zu erledigen hatten, sagen können, ist, dass die Simulationen im Tank genauso wie im Flugzeug (Parabelflüge mit 1/6 G) die Realität ziemlich genau nachgebildet haben. Wir haben alles Notwendige lernen können und es gab hier keine großen Überraschungen. Alles, was wir über die jeweilige Körperhaltung und -ausrichtung, den notwendigen Platz drumherum, Beugung des Rückens, wie einer dem anderen helfen kann usw., gelernt haben, hat in der Wirklichkeit auch genauso funktioniert. Es gab keine Schwierigkeiten dabei, durch die Luke zu kommen oder mit dem Gleichgewicht auf der Veranda."
  Foto S69-39269 zeigt Buzz beim Training in einer KC-135. Im Hintergrund ist die LM-Attrappe für Luke und Veranda zu erkennen.
  Am 10. April 1969 absolvierte Neil eine Trainingseinheit im Tank der Neutral Buoyancy Facility (Einrichtung für Schwerelosigkeitstraining) im Zentrum für bemannte Raumschiffe (MSC, jetzt NASA Johnson Space Center). In der von Spacecraft Films 2002 herausgebrachten DVD-Collection zu Apollo 11 gibt es davon eine Filmaufnahme.
109:17:54 Armstrong: Okay. Jetzt werde ich mal sehen, ob ich auch wieder reinkomme. (Pause)
  Armstrong: "Ich bin (auf der Veranda) genau in Position und soll jetzt wieder zurückgehen, um zu überprüfen, ob ich durch die Luke auch wieder reinkomme. Das ist es, denke ich."
  Armstrong (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Nachdem ich auf der Veranda war, bin ich bis auf Höhe der Z-27-Ecke zurück ins LM gekommen, um sicherzustellen, dass alles so funktionierte, wie wir es erwartet haben, und das hat es."
  Neils Schilderung, er sei "bis auf Höhe der Z-27-Ecke" wieder zurückgekommen, bedeutet vermutlich, dass er seinen Kopf hoch genug über die plus-Z-27-Trennwand bekommen hat. Wenn das gelingt, kann er auch wieder auf die Knie kommen und sich anschließend aufrichten. Die plus-Z-27-Trennwand teilt vor der Abdeckung des Triebwerkes der Aufstiegsstufe den vorderen Kabinenbereich vom hinteren ab und ist gleichzeitig die Front der sogenannten mittleren Stufe.
109:18:05 Aldrin: Okay. Du bist noch nicht ganz richtig. Roll nachRoll ein wenig nach rechts. Jetzt bist du gerade.
109:18:14 Armstrong: Okay, das ist okay.
109:18:15 Aldrin: Das ist gut. Links hast du jede Menge Platz. Ein wenig eng ist es (nicht zu verstehen).
109:18:28 Armstrong: Wie sieht es aus?
109:18:29 Aldrin: Sieht sehr gut aus. (lange Pause)
109:18:51 Aldrin: Okay. Willst du den Beutel?
109:18:53 Armstrong: Ja. (Pause) Hab ihn. (lange Pause)
  Der Wegwerfbeutel, den Neil hier nimmt, enthält leere Essensverpackungen und andere, überflüssig gewordene, Gegenstände. Man möchte keinen Treibstoff verschwenden, um diese Dinge wieder mit in den Orbit zu bringen. Neil wirft den Beutel erst nach unten und schubst ihn später unter die Landestufe, damit er nicht im Weg ist.
109:19:16 Armstrong: Okay. Houston, ich bin auf der Veranda.
109:19:20 McCandless: Verstanden, Neil. (lange Pause)
109:19:36 Aldrin: Okay. Warte mal kurz, Neil.
109:19:37 McCandless: Columbia, Columbia, hier ist Houston. 1 Minute und 30 Sekunden bis LOS. Alle Systeme laufen einwandfrei. Ende.
109:19:46 Collins: Columbia. Danke.
109:19:47 Aldrin: Bleib mal kurz, wo du bist, Neil.
109:19:48 Armstrong: Okay. Musst du (die Leine) etwas nachlassen? (keine Antwort, lange Pause) Musst du etwas nachlassen, Buzz?
109:20:40 Aldrin: Nein. Halt es mal einen Moment.
109:20:41 Armstrong: Okay. (lange Pause)
  Um seinen eigenen Ausstieg vorzubereiten, hat Buzz wahrscheinlich die Luke etwas geschlossen, um auf die andere Seite der Kabine zu wechseln, und dann wieder geöffnet, damit sie nicht stört. Bei 109:19:48 wird Buzz von Neil vielleicht danach gefragt, ob ihn die LEC behindert.
109:20:56 Aldrin: Okay. Hier drin läuft alles prima.
109:20:58 Armstrong: Okay. Kannst du die Tür etwas weiter aufmachen?
109:21:00 Aldrin: In Ordnung.
109:21:03 Armstrong: Okay. (Pause)
109:21:07 Aldrin: Hast du das MESA draußen?
109:21:09 Armstrong: Ich ziehe es jetzt. (Pause)
  Das MESA befindet sich an der Seite des LM unter Buzz' Station. Neil zieht an einem D-Ring und öffnet damit einen Verschluss, wodurch das MESA ausklappt. Um daran zu arbeiten, kann die Höhe des Tisches, falls nötig, nachgestellt werden. Foto S69-31080 (Scan von Paolo Dangelo) zeigt Neil, wie er während des Trainings daran arbeitet. Die Grafik zeigt die Position der Fernsehkamera, mit der übertragen wurde, wie Neil die Leiter heruntersteigt.
109:21:18 Armstrong: Houston, das MESA ist ordentlich nach unten geklappt.
109:21:22 McCandless: (Hier ist) Houston. Verstanden. Wir warten auf eure Fernsehbilder.
  Normalerweise beginnt Bruce seine Transmissionen immer mit "Hier ist Houston." Dazu muss er vor jedem Funkspruch das Mikrofon erst "aufmachen", indem er eine Taste drückt. Das passierte hier wahrscheinlich etwas zu spät, weshalb man "Hier ist" nicht hört.
109:21:39 Armstrong: Houston, hier ist Neil. Funktest.
109:21:42 McCandless: Neil, hier ist Houston. Laut und deutlich. Ende. Buzz, hier ist Houston. Funktest, und bitte bestätige, dass der TV-Sicherungsschalter drin ist.
109:21:54 Aldrin: Verstanden, Sicherungsschalter für TV ist drin. Und ich höre euch laut und deutlich.
  Real-Videoclip (3 min 30 sec) der Übertragung, wie sie in Houston gesehen und an die amerikanischen Fernsehsender weitergeleitet wurde.
  MPEG-Videoclip (5 min 14 sec, 52 Mb) der Übertragung, wie sie direkt in der Bodenstation in Honeysuckle Creek, Australien (HSK) gesehen wurden.
  Kipp Teague schreibt: "Ein Sammler hat vom Goddard Raumflugzentrum eine Videobandspule bekommen und eine VHS-Kopie dieses Bands ist das Ausgangsmaterial für den Clip. Leider war die Goddard-Spule, zumindest 1984, nicht komplett abspielbar. Nach etwa der Hälfte der EVA tauchte ein Synchronisationsproblem auf und verschlimmerte sich immer mehr."
  ALSJ-Mitarbeiter Colin MacKellar, Verfasser der Website von Honeysuckle Creek, sagt: "Das Band wurde ganz gewiss bei Sydney Video (OTC Paddington) aufgenommen. Offensichtlich hat man es an Goddart (NASA Raumflugzentrum) geschickt. Aufgezeichnet wurde es dort aber sicher nicht."
109:22:00 McCandless: Verstanden. (Pause)
  QuickTime-Videoclip (3 min 42 sec, 4 Mb) der 16mm-Filmkamera.
  ALSJ-Mitarbeiter Gary Neff schreibt: "Diese Szene aus dem Fenster von Buzz wurde ursprünglich mit 12 fps gefilmt. Mit einer Umwandlungssoftware habe ich die Bildrate auf 24 fps erhöht. Die Aufnahme wurde stabilisiert (Kamerawackeln und Erschütterungen während der Projektion), farbkorrigiert, etwas herangeholt und so gut wie möglich mit der Audioaufnahme synchronisiert."
  Gary hat den 16mm-Film auch mit den Fernsehbildern kombiniert (3 min 51 sec, 3 Mb). Er schreibt: "Diese kleine Studie habe ich gemacht, um zu prüfen, ob die Umwandlung wirklich fehlerfrei funktioniert hat. Und geheimnisvollerweise hat es das! Der DAC-Film ist oben und unten das Fernsehbild. Da die Bildrate bei 30 fps liegt, habe ich die Größe auf 160×240 verkleinert und so die Dateigröße auf ein Viertel reduziert. Was das beständige 60-Hertz-Brummen bei den Apollo Fernsehübertragungen betrifft, inzwischen bin ich ziemlich geübt darin, dieses Brummen in den Audiodaten zu reduzieren und manchmal sogar vollständig zu entfernen. Ich hoffe, es freut Dich, dass es in den meisten meiner Filme nicht zu hören ist. Der Ton ist ebenso wichtig!"
109:22:06 McCandless: Und wir bekommen jetzt ein Fernsehbild.
109:22:09 Aldrin: Ihr habt ein gutes Bild, huh?
109:22:11 McCandless: Es hat einen sehr starken Kontrast und steht auf unserem Monitor im Moment noch auf dem Kopf, aber ein paar Details können wir schon erkennen.
  Nur die Fernsehbilder, die man in Houston und außerhalb Australiens gesehen hat, kamen von Goldstone und standen in den ersten Sekunden "auf dem Kopf" (siehe Erklärung weiter unten). Die Goddard-Aufnahme des Materials, das in HSK empfangen und von dort ins Netz gegeben wurde, ist von Anfang an richtig. Siehe MPEG-Videoclip bei 109:21:54.
  Armstrong: "Wir wollten uns vergewissern, dass die Fernsehbilder gut genug waren. So brauchten wir uns nicht mit dem Auspacken und Aufstellen der (S-Band-)Antenne aufzuhalten. Sie war ganz schön groß, ich schätze etwa 8 Fuß (ca. 2,5 m) im Durchmesser."
  Hier ist die zusätzliche große S-Band-Antenne (siehe Foto S69-31179) gemeint, die bei 12 und 14 zum Einsatz kam. Bei Apollo 11 war sie rechts von der Leiter im Quadrant 1 des LM verstaut. ALSJ-Mitarbeiter Bill Wood schreibt: "Geplant war, die S-Band-Antenne nur dann aufzustellen, wenn das Signal der Richtfunkantenne des LM nicht ausreicht, um gute Fernsehbilder zu übertragen. Die Entscheidung, eine zusätzliche Antenne mitzunehmen, wurde schon einige Monate vor der Mission getroffen, da die Möglichkeit bestand, dass die DSS-14 Antenne in Goldstone während der EVA nicht verfügbar sein könnte. Sie wurde eventuell für eine andere Mission im DSN gebraucht. Das war allerdings kein Problem, wie sich dann herausstellte. Die S-Band-Antenne wäre sicher gebraucht worden, wenn die EVA über Spanien stattgefunden hätte oder wenn weder DSS-14 noch Parkes verfügbar gewesen wären. Neil Armstrong wusste das und hat für eine Rückmeldung über die Qualität der Fernsehübertragung gesorgt. Er wollte wissen, ob die Antenne ausgepackt werden muss oder nicht."
  Bill Wood macht auf den folgenden Abschnitt aus Chariots for Apollo von Courtney G Brooks, James M. Grimwood und Lloyd S. Swenson (Kap. 13, Abschnitt 4, 8. Absatz) aufmerksam: "Ein Thema von weltweitem öffentlichen Interessedie Fernsehübertragunghat bei diesem Flug jedenfalls keine Diskussion verursacht. Sogar Slayton hat darauf gedrängt, irgendeine zusätzlich aufstellbare Antenne mitzunehmen. Man konnte nicht erwarten, dass die Besatzung sich in dieser Situation mit dem Ausstieg so lange geduldet, bis die 64-Meter-Schüssel von Goldstone in der richtigen Position war. Außerdem war fraglich, ob die Einrichtung überhaupt zur Verfügung stand, da sie im Juli auch für einen Vorbeiflug der Mariner-Sonde am Mars gebraucht wurde. Die Möglichkeit, eventuell ohne die große Antenne in Kalifornien und auch ohne die ähnlich große im australischen Parkes auskommen zu müssen, hat bei einem Treffen des Managements im März dazu geführt, sich auf einen Alternativplan mit einer transportablen Antenne zu einigen. Letzten Endes waren beide, Goldstone und Parkes, für die Übertragung der Bilder von Apollo 11 verfügbar, nur ob Goldstone auch in der richtigen Position sein würde, war immer noch fraglich. George Low hat entschieden, das Landemanöver um einen Orbit zu verschieben, damit es sicher war, 'dass Goldstone die Signale empfangen kann.' Falls der Start verschoben werden musste oder Parkes aus anderen Gründen in einer günstigeren Position für die Fernsehübertragung war, würden die Bilder den Weg vom Landemodul nach Parkes, per Mikrowellenübertragung nach Sydney, über den geostationären Satelliten Intelsat III nach Houston in das Kontrollzentrum, dann zu den amerikanischen Fernsehsendern und von dort aus in die ganze Welt gehen. Goldstone hätte diese Strecke verkürzt."
  "Einige der Apollo-Manager waren besorgt, was die Qualität der zu erwartenden Bilder betrifft. Als er das Foto einer Trainingssimulation betrachtete, bemerkte Sam Phillips gegenüber Low, dass der Schritt, mit dem ein Mensch zum ersten Mal den Mond betritt, unter Umständen im Schatten stattfinden wird. Und wiederum könnte das Licht zu hell sein, wenn die Astronauten die Experimente aus der Ladebucht holen. Phillips bat Low, sich darum zu kümmern, denn 'unsere historischen ersten Schritte auf dem Mond mit der ganzen Welt zu teilen, ist besonders wichtig, um die größtmögliche öffentliche Aufmerksamkeit zu erhalten.' Low glaubte nicht, dass sie so schlecht sein würden, wie Phillips befürchtete. Trotzdem hat Houston mit maßstabsgetreuen Modellen und unter verschiedenen Lichtverhältnissen einige Tests durchgeführt. Es ging darum, sicher zu sein, dass die Bilder vom ersten Menschen, der auf die Mondoberfläche hinabsteigt, auch von guter Qualität sind. Paul Haney hat noch, bevor er Houston verließ, vorgeschlagen, die Fernsehkamera so aufzustellen, dass auch der Start vom Mond übertragen werden könnte. Die Idee war ausgezeichnet, aber für Apollo 11 nicht mehr zu verwirklichen. Das wurde erst bei späteren Missionen möglich."
  Zurück zu unserem Gespräch über die Mission, dass wir 1991 geführt haben. Ich habe Neil gefragt, wie wichtig die Fernsehübertragung war.
  Armstrong: "Ich war absolut darauf vorbereitet, die Antenne aufzustellen und ich habe es auch etliche Male trainiert. Deshalb würde ich nicht sagen, dass es eine geringe Priorität hatte. Wir waren aber trotzdem froh, uns die Zeit dafür sparen zu können."
  Der Grund für das auf dem Kopf stehende Bild war, dass die Kamera so auf dem MESA montiert war. In jeder Bodenstation musste deshalb ein Kippschalter auf "Invertiert" gestellt sein, während nachher, wenn sich die Kamera etwas weiter weg vom LM richtig auf ihrem Stativ befand, auf die "Normal"-Position umgeschaltet wurde. Wie John Sarkissian weiter unten erklärt, war in Goldstone der Schalter nicht auf "Invertiert" gestellt. Im Gegensatz dazu stehen die Bilder von Honeysuckle Creek nicht auf dem Kopf, da der Schalter hier richtig stand.
109:22:28 Aldrin: Okay. Könnt ihr die Stellungdie Blendenöffnungfür die (16mm-Film-)Kamera bestätigen?
109:22:34 McCandless: Einen Moment bitte. (lange Pause)
  Die Geschichte der Fernsehübertragung bei Apollo 11 wird in Tracking Apollo to the Moon von Hamish Lindsay sehr gut erzählt. Siehe auch die Beiträge, die von der NASA-Empfangsstation in Honeysuckle Creek und dem Radio-Observatorium in Parkes, Australien, geleistet wurden, dargestellt von Colin Mackellar bzw. John Sarkissian.
  Kurz gesagt, als Buzz den Sicherungsschalter des Fernsehübertragungssystems geschlossen hatte, lag die Position des Mondes für Honeysuckle bei Azimut/Elevation 76/28 und bei 226/36 für Goldstone, was heißt, dass beide Stationen ein gutes Signal empfangen haben. Wie geplant, wurde zunächst das Signal von Goldstone verwendet. Da die Signalqualität von Honeysuckle aber besser war, wurde auf diese Station umgeschaltet, bis der Mond hoch genug über Parkes stand, dass dort die große 64-Meter-Schüssel (gegenüber der 26-Meter-Antenne in Honeysuckle) ein ausreichend starkes Signal empfangen konnte. Das Audio-Signal kam während der gesamten EVA ausschließlich von Goldstone.
  Das jeweilige Umschalten von einer Station zur anderen kann anhand von verschiedenen weißen Stellen im Fernsehbild nachvollzogen werden. Hier eine ausführlichere Darstellung.
  In Comparison photographs of the Apollo 11 Lunar Television as seen at Goldstone, Honeysuckle Creek, Parkes and Houston (Vergleichsfotos von der Apollo 11 Fernsehübertragung, wie sie in Goldstone, Honeysuckle Creek, Parkes und Houston gesehen wurden4,4 Mb) zeigt Colin Mackellar den Unterschied in der Bildqualität zwischen den verschiedenen Empfangsstationen und Houston.
  Unmittelbar nach der Antwort von Bruce McCandless an Buzz bei 109:22:34 wurde der Schalter für die Bildorientierung in Goldstone umgestellt und das Fernsehbild stand nun nicht mehr auf dem Kopf.
  2003 schreibt John Sarkissian: "Bei den Bildwandlern von Honeysuckle und Goldstone waren die Schalter anfänglich auf 'Normal' gestellt. Dagegen hatte der Bildwandler von Parkesbedient von Dick Holl, Ingenieur bei der Bendix Field Engineering Corp., der auch an der Konstruktion der Wandler mitgearbeitet hatseinen Schalter richtig auf 'Invertiert' gesetzt, als die Übertragung begann. In HSK (Honeysuckle Creek) hat Ed von Renouard nur wenige Sekunden nach dem Beginn der Übertragung gesehen, dass die Bilder auf dem Kopf standen und schnell den Schalter am HSK-Bildwandler auf 'Invertiert' gestellt. Vermutlich wurde in Goldstone damit gewartet, bis von Houston-TV die Aufforderung zur Korrektur der Schalterstellung kam, weil diese Bilder live gesendet wurden."
  "Ed von Renouard war in Honeysuckle Creek der Fernsehtechniker, der den HSK-Bildwandler bediente. Dick Holl und der Parkes-Bildwandler befanden sich in einem Gebäude der OTC Paddington in der Oxford Street, Paddington (Sydney)."
  2005 hat Ed von Renouard einige Super-8-Filme mit Aufnahmen vom TV-Monitor in HSK, die er mit seiner eigenen Kamera gemacht hat, zur Verfügung gestellt. Mithilfe von Colin Mackellar und anderen haben wir jetzt digitale Versionen (Quicktime und MP4, jeweils 6 Mb) von Eds Film. Colin präsentiert ihn zum Vergleich zusammen mit den konvertierten Bildern, die in Houston aufgenommen wurden.
109:22:48 McCandless: Okay. Neil, wir sehen dich (im TV) jetzt die Leiter heruntersteigen. (Pause)
  Bill Wood (ALSJ-Mitarbeiter) erklärt, dass der Mondhorizont etwa um 11° nach rechts gekippt ist, weil die Kamera genauso weit nach innen geneigt auf dem MESA montiert ist (siehe Ausschnitt von NASA-Foto S69-31585). Colin Mackellar hat einen MP4-Videoclip (2,9 Mb) erstellt, in dem diese Neigung ausgeglichen ist.
  Allen, die Aufnahmen der Kommunikation zwischen Raumschiff und Bodenstation gehört haben, ist wahrscheinlich der hohe Piep-Ton zu Beginn und am Ende jeder Transmission aufgefallen. Markus Mehring erklärt diese sogenannten Quindar-Töne.
109:22:59 Armstrong: Okay. Ich habe nur ausprobiert, ob ich wieder zurück auf die erste Leitersprosse komme, Buzz. Es istDie Strebe ist nicht allzu sehr gestaucht, aber trotzdem kommt man gut wieder rauf.
109:23:10 McCandless: Verstanden. Wir haben es notiert.
109:23:11 Armstrong: Man muss nur etwas höher springen (um die erste Sprosse zu erreichen). (Pause)
  Neil springt wieder herunter in den Landefuß der Fähre und hält sich dabei mit beiden Händen an der Leiter fest. Im Film ist keine Erschütterung der 16mm-Filmkamera festzustellen, als er unten landet.
  Jede der primären Stützen des Landegestells hatte innen einen Kolben und eine Honigwabenstruktur als Stauchelement, wie bei dieser Zeichnung zu sehen ist. Nach der Darstellung auf einer weiteren Zeichnung des Landegestells hätte sich die primäre Stütze, bei voller Kompression der Honigwabenstruktur im Fall einer harten Landung, um bis zu 32 Zoll (81 cm) verkürzt. ALSJ-Mitarbeiter Harald Kucharek merkt an, dass, wie auf den Seiten 81, 119 und weiteren in Virtual LM von Scott Sullivan zu sehen ist, das Ende der Leiter noch über der Stelle montiert war, bei der sich der untere Teil der Stütze in den oberen Teil schieben würde. Danach befände sich die unterste Leitersprosse, bei voller Stauchung, unmittelbar über dem Landefuß. Wie auch immer, bei keiner Landung gab es auch nur an einer Stütze eine signifikante Kompression, weshalb alle Astronauten einen Abstand von etwas mehr als 32 Zoll (81 cm) mit einem Sprung überwinden mussten, um wieder auf die Leiter zu kommen. Zum Glück war das bei einer Schwerkraft von 1/6 g verhältnismäßig einfach. Man musste sich nur mit den Füßen etwas abstoßen und mit den Händen jeweils außen an der Leiter die Führung behalten.
  Armstrong (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Der nötige Aufwand und die Anstrengung, um die Leiter hoch und runter bzw. durch die Luke wieder in die Kabine zu kommen, sind nicht so groß, dass man sich deswegen Sorgen machen müsste. Die Leiter hochzuklettern und durch die Luke in die Kabine zu kriechen, erfordert jeweils keine sehr große Mühe. Dafür ist etwas Vorsicht und Übung nötigauf der Leiter und beim Einsteigen waren keine Temperaturunterschiede zu bemerken. Nichts fühlte sich heiß oder kalt an, oder zeigte sonst irgendeinen wahrnehmbaren Temperaturunterschied."
  QuickTime-Videoclip (1 min 20 sec, 4 Mb) der 16mm-Filmkamera..
109:23:25 McCandless: Buzz, hier ist Houston. Blende 2 (und)
109:23:28 Armstrong: Okay, ich stehe auf(hört Bruce sprechen)
109:23:29 McCandless:1/160stel Sekunde für die Filmkamera bei Aufnahmen im Schatten.
109:23:35 Aldrin: Okay.
  Da die Leiter an der westlichen Landestütze montiert ist, liegt sie im Schatten. Die Aufnahme ist deshalb anfangs ziemlich dunkel. ALSJ-Mitarbeiter Markus Mehring merkt an, dass Buzz nach der Information durch Bruce die Einstellungen an der DAC ändert und das Bild "genau zur rechten Zeit heller wird, um Neil bei seinem historischen Schritt vom Landefuß zu filmen."
  QuickTime-Videoclip (55 sec, 2,3 Mb) der Fernsehübertragung.
  In dem Moment, als Neil sagt "nureingesunken" ("only depressed"), schaltet die NASA auf das Fernsehsignal von Honeysuckle Creek um.
109:23:38 Armstrong: Ich stehe im Landefuß am Leiterende. Die Landefüße der Fähre sind nur etwa 1 bis 2 Zoll (2½ bis 5 cm) eingesunken, obwohl die Oberfläche aus der Nähe sehr, sehr feinkörnig erscheint. Es sieht beinah wie Puder aus. Das Material ist sehr fein. (Pause)
  Unmittelbar vor Neils nächster Transmission kann man, aufgrund seines Positionswechsels und der von Buzz geänderten Einstellungen an der 16mm-Kamera, im Film die LEC an der Vorderseite seines Anzugs erkennen. Ken Glover hat aus dem Film ein Bild davon extrahiert. Außerdem gibt es im Fenster des LMP Reflexionen, die scheinbar von Buzz' Anzug stammen, während er die Kameraeinstellungen ändert bzw. Neils Bewegungen verfolgt.
109:24:12 Armstrong: Ich werde jetzt das LM verlassen. (lange Pause)
  Neil hat die rechte Hand an der Leiter und betritt mit dem linken Fuß die Mondoberfläche, wobei er den rechten noch auf dem Landefuß behält. Im 16mm-Film scheint es, dass die LEC seine Bewegungsfreiheit etwas einschränkt, während er den Schritt macht. (Eine vollständige Erläuterung ist hier zu lesen.) Bei den Bildern der Fernsehübertragung ist die LEC gegen den schwarzen Himmel kaum zu erkennen.
  Die Audio-Datei von John Stoll endet leider mit "for (a) man" ("für einen Menschen [einen Mann]") und die Fortsetzung des Satzes mit "one giant leap" ("ein großer Sprung") ist der Anfang der nächsten Datei. Ken Glover hat die beiden Teile zwar zusammengeschnitten, trotzdem hört man eine leichte Tonveränderung. Es gibt jedoch sehr viele Aufnahmen, die an dieser Stelle durchgängig sind, eingeschlossen der Ton des Videoclips.
109:24:23 Armstrong: Das ist ein kleiner Schritt für einen (Mann) Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit. (lange Pause)
  Was die Welt damals hörte, war "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit." Andrew Chaikin schreibt in seinem Buch A Man on the Moon, dass Neil eigentlich sagen wollte "ein kleiner Schritt für einen Mann" und auch dachte, sich so ausgedrückt zu haben. (Anm. v. Th. Schwagmeier: Der Unterschied liegt im Englischen nur in einem "a""a man" bzw. nur "man".) Neil hat jedoch eingeräumt, dass dieses "a" in den Aufnahmen offenbar nicht zu hören ist. Wichtig ist hier aber nur eins, die Welt hatte verstanden, was er damit sagen wollte. Wie auch immer, über die Jahre haben viele Menschen mit großem Interesse an detaillierteren Informationen über die Missionmich selbst eingeschlossendie Aufnahmen immer wieder angehört, ohne einen überzeugenden Anhaltspunkt für dieses "a" zu finden. Peter Shann Ford, australischer Journalist und Unternehmer, hat 2006 behauptet, das "a" in der Wellenformdarstellung von Neils Satz gefunden zu haben und damit in den Medien viel Aufmerksamkeit erregt. Daraufhin wurden von Leuten, die mit Wellenformdarstellung und, viel wichtiger, Spektrogrammen von Tonaufnahmen professionelle Erfahrung hatten, noch genauere Analysen vorgenommen. Keine dieser Untersuchungen hat Fords Ergebnis unterstützt. Die oben von mir verwendete Transkription trägt Neils Intention Rechnung.
  Eine weitere Frage stellt sich in Bezug auf den zweiten Teil von Neils berühmtem Satz. Die gebräuchliche Übersetzung lautet "…, aber ein riesiger Sprung". Eine Alternative wäre "…, und ein riesiger Sprung". Neil schreibt dazu im Oktober 2010 in einer E-Mail an Eric Jones: "Die sachlich richtige Übersetzung ist 'und'. Allerdings wäre 'aber' wohl die bessere Wortwahl gewesen. (Scherzend) Ich hätte es auf Deutsch sagen sollen." Einige Tage später hat er sich doch noch festgelegt. Im November 2010 schreibt Neil Armstrong in einer weiteren E-Mail: "Ich würde "aber" bevorzugen, aber ich spreche nicht deutsch und bin daher kein Experte."
  In der unbearbeiteten Originalfassung der Transkription beginnt Neil seinen historischen Satz bei 109:24:48, was jedoch aufgrund der vorangegangenen Ereignisse nicht korrekt sein kann. Im Missionsbericht von Apollo 11 (Apollo 11 Mission Report) wird der Zeitpunkt für den "ersten Kontakt" mit 109:24:15 oder 02:56:15 GMT/UTC am 21. Juli 1969 angegeben. Noch während der Mission teilte die NASA etwas später der Presse mit, dass der "erste Schritt" bei 109:24:20 stattgefunden hat. Davon ausgehend, dass Bild und Ton korrekt synchronisiert sind, hat eine Auswertung der 2009 restaurierten Fernsehbildaufnahmen den folgenden Ablauf ergeben: Neil hat seinen linken Fuß, 5 Sekunden nachdem er sagte "Ich werde jetzt das LM verlassen." und 6 Sekunden bevor er mit "Das ist ein kleiner Schritt" fortfuhr, auf die Mondoberfläche gesetzt. Im Juni 2011 hat ALSJ-Mitarbeiter Heiko Küffen die Zeitangaben von 109:20:56 bis 109:27:29 anhand der Audiospur dieser Aufnahmen überarbeitet. Abgesehen von den Zeiten für "Das ist ein kleiner Schritt …" und der folgenden Transmission "Ja, das Material an der Oberfläche ist fein und puderig. …" gibt es zwischen Heikos Ergebnissen und den bis dahin im ALSJ verwendeten Angaben keinen Unterschied, der größer ist als 2 Sekunden. Ich habe Heikos Überprüfung wiederholt und kann seine Resultate sowie den 2-Sekunden-Unterschied bestätigen. Insbesondere bei "Ich werde jetzt das LM verlassen." ermittelt Heiko 109:24:14, während sich bei mir 109:24:12 ergibt. Verglichen mit weiteren Unklarheiten spielt diese geringe Differenz keine wesentliche Rolle. Meine Analyse beruht auf dem Zeitpunkt, als die vordere Luke geöffnet wurde. Im Missionsbericht wird dafür 109:07:33 angegeben, was als relativ gesichert betrachtet werden kann.
  Basierend auf den Zeitangaben für die vorherigen Transmissionen hat Neil bei 109:24:12 gesagt: "Ich werde jetzt das LM verlassen.", seinen Fuß bei 109:24:17 fest auf die Oberfläche des Mondes gesetzt und bei 109:24:23 mit "Das ist ein kleiner Schritt …" begonnen. Leser dieser Transkriptionen, die an den genauen Abläufen der einzelnen Ereignisse interessiert sind, möchte ich darauf aufmerksam machen, dass in den originalen NASA-Transkripten nicht zu übersehende Unstimmigkeiten bei den Zeitangaben auftauchen. Klar ist, über größere Intervalle sind Zeitangaben in der Transkription nicht mehr ganz genau. Bei wichtigen Missionsereignissen und an anderen Stellen, vermutlich am Ende der Tonbänder, oder zwischen Abschnitten, die von verschiedenen Mitarbeitern abgeschrieben wurden, gibt es immer wieder Sprünge. Für kurze Abschnitte von einigen Minuten kann anhand der besten Audio-Aufnahmen eine relative Genauigkeit von 2 bis 3 Sekunden erreicht werden.
  Nachdem er das aufgewühlte Oberflächenmaterial um seinen linken Schuh untersucht hat, hält sich Neil mit seiner rechten Hand etwas tiefer an der Leiter fest und betritt auch mit dem rechten Fuß den Mond.
109:25:08 Armstrong: Ja, das Material an der Oberfläche ist fein und puderig. Ich kann es mit der Fußspitze locker wegschubsen. Es bleibt in dünnen Schichten an der Sohle und den Seiten der Schuhe haften, ähnlich wie Kohlenstaub. Ich sinke nur ganz wenig ein, vielleicht 1/8-Zoll (0,3 cm), aber meine Schuhabdrücke und die Spuren sind in dem feinen sandigen Material zu erkennen.
  Bei Gesprächen über den vorangegangenen Absatz hat Andrew Chaikin diese Transkription des ersten Satzes vorgeschlagen. Ich habe meine ursprüngliche Version, "(nicht zu verstehen) das Material an der Oberfläche ist fein und puderig.", damit ersetzt.
  Am Schluss dieser Transmission lässt Neil die Leiter zum ersten Mal los.
  Real-Videoclip (2 min 38 sec) der Fernsehübertragung.
109:25:30 McCandless: Neil, hier ist Houston. Wir notieren es. (lange Pause)
  Neil dreht sich nach rechts mit dem Gesicht zum Raumschiff und gegen die helle Mondoberfläche im Hintergrund ist die LEC einigermaßen gut zu erkennen. Andrew Chaikin hat Bildschirmfotos der Fernsehübertragung erstellt.
  Neil hat beide Hände am Raumschiff und scheint ein paar leichte Kniebeugen zu machen. Als Nächstes lässt er das LM los und bewegt sich zurück, aber nicht zu weit.
109:25:46 Armstrong: AhBei der Fortbewegung scheint es keine Schwierigkeiten zu gebenwie wir vermutet haben. Es ist vielleicht sogar einfacher, als bei den Simulationen mit 1/6 g, die wir auf der Erde absolviert haben. Es macht absolut keine Mühe, umherzulaufen. (Pause)
  Während dieser kleinen Pause sieht es so aus, als ob Neil seinen Karabiner an der LEC aushakt.
109:26:16 Armstrong: Okay. Das Triebwerk der Landestufe hat keinerlei Krater irgendeiner Größe hinterlassen. Die Bodenfreiheit beträgt etwa 1 Fuß (30,5 cm). Wir sind hier tatsächlich an einem sehr ebenen Platz. Ich kann einige Anzeichen dafür erkennen, dass das Material an der Oberfläche strahlenförmig vom Triebwerk weggeblasen wurde, aber nur eine sehr geringe Menge.
  John Saxon, zu der Zeit Operations Manager in Honeysuckle Creek (HSK), zeigt uns ein Bild, dass er bei 109:26:35 von seinem Monitor dort gemacht hat. Saxon schreibt im Mai 2003: "Ich habe das Bild mit einer Auflösung von 300 dpi gescannt, etwas verkleinert/beschnitten und mit minimaler Kompression (100% Qualität) als jpg-Datei gespeichert. Ich habe nicht versucht, auszubessern, zu schärfen oder sonst etwas zu verändern."
  Saxon und ALSJ-Mitarbeiter Colin Mackellar zeigen insgesamt 17 Bilder, aufgenommen vom HSK-Monitor. Diese Bilder sind von viel besserer Qualität als die der Fernsehübertragung.
  Unmittelbar vor Neils nächster Transmission, schaltet die NASA auf das Signal aus Goldstone um. Das Bild war negativ. In der bei Spacecraft Films erhältlichen DVD-Kollektion von Apollo 11 wurde diese Goldstone-Sequenz mit negativem Bild korrigiert. Zu erkennen daran, dass der "Goldstone-Punkt" als ein noch dunklerer Punkt gegen den dunklen Mondhimmel erscheint.
  QuickTime-Videoclip (50 sec, 2,3 Mb) der 16mm-Filmkamera.
109:26:54 Armstrong: Okay, Buzz. Sind wir bereit, die (70mm-Hasselblad-)Kamera runterzulassen?
  Die Kamera ist im ETB, der wiederum an der LEC eingehakt wurde. Neil und Buzz haben beide eine Checkliste, die auf die Manschette ihres jeweils linken Handschuhs genäht war. NASA-Foto S69-38898 zeigt Neils Handschuh und der von Buzz ist auf S69-38937 zu sehen. Der Kameratransfer steht als erster Punkt auf Neils Checkliste.
  Armstrong: "Die LEC und die Kamerabefestigung sind Ideen, die wir während des Trainingsprogramms entwickelt haben. Es gab sicher noch weitere, aber an diese beiden erinnere ich mich. Die Kamerabefestigung habe ich vorgeschlagen. Das weiß ich noch. Es war eine Schiene vorne an der RCU, auf der die Kamera montiert werden konnte. Bis dahin war vorgesehen, dass wir die Kamera ganz normal halten, freihändig oder eventuell an einem Gurtband."
  Aldrin: "Mit dieser Vorrichtung hätte man die Kamera möglicherweise gleich mitnehmen können, anstatt sie in einem Beutel nach unten zu bringen."
  Ich habe angemerkt, dass es bestimmt nicht möglich gewesen wäre, mit einer bereits an der RCU befestigten Kamera durch die Luke zu kommen. Alle Crews haben ihre Kameras im ETB nach draußen gebracht.
  Armstrong: "Ich weiß nicht, es wäre ziemlich eng gewesen, denke ich."
  ALSJ-Mitarbeiter Frank O'Brien erklärt, dass die quadratische Luke eine Kantenlänge von 32 Zoll (81 cm) hatte. Das PLSS war "24 Zoll (61 cm) hoch, etwa 20 Zoll (51 cm) breit und ungefähr 8 Zoll (20 cm) tief." Neils Foto AS11-40-5874, auf dem Buzz vor der Flagge salutiert, lässt uns den Abstand von der PLSS-Rückseite bis zur Front der RCU auf etwa 20 Zoll (51 cm) schätzen. Wenn die Kamera vorne an der RCU befestigt ist, kommen nochmal 8 Zoll (20 cm) hinzu und so wären es insgesamt 28 Zoll (71 cm). Es wäre also tatsächlich sehr eng geworden.
  Zurück zu unserem Gespräch. Ich habe mit Neil und Buzz über die bereits vor dem Flug getroffene Entscheidung, nur eine Hasselblad-Kamera für die EVA mit nach draußen zu nehmen, gesprochen.
  Aldrin: "Wie bei normalen Touristen."
  Armstrong: "Wir hatten (in der Kabine) zwei dabei, haben aber nur eine mit nach draußen genommen."
  Aldrin: "Eine haben wir auf dem Mond gelassen. Ich erinnere mich an das Zähneknirschen darüber, eine wertvolle Hasselblad zurückzulassen. Wir mussten Gewicht sparen."
  Armstrong: "Nach meiner Erinnerung hatten wir noch etwasund ich dachte, es war eine Kamera, könnte aber auch nur eine Filmkassette gewesen seindass wir, falls nötig, aus der Kabine holen konnten. Es war nicht geplant, aber im Notfall hätten wir die Leiter hochsteigen und es rausholen können."
  Siehe auch die Kommentare nach 109:39:43.
  ALSJ-Mitarbeiter Markus Mehring in einer E-Mail vom 13. Dezember 2000: "Die zweite Hasselblad war nicht für den Gebrauch auf der Mondoberfläche gedacht. Sie hatte ein schwarzes Gehäuse, um Streulichtreflexionen zu verhindern und nicht die silberne Schutzhülle gegen Hitzestrahlung, wie bei den EVA-Kameras. Die zweite Kamera im LM von Apollo 11 war nur für den Gebrauch innerhalb des Raumschiffs bestimmt. Wäre es nötig geworden, sie während der EVA zu verwenden, die fotografische Dokumentation von Apollo 11 wäre ernsthaft gefährdet gewesen.
  Da die IVA-Kamera nicht gegen Hitze geschützt war, hätte sie nur im Schatten verwendet werden können. Der Astronaut müsste außerhalb des LM-Schattens immer darauf achten, die Kamera in seinem eigenen Schatten zu halteneine schwierige Situationund könnte weder quer und schon gar nicht in Richtung der Sonne fotografieren. Dass die IVA-Kamera nicht mit einer Réseauplatte ausgestattet war, bedeutete auch, dass keine Bildmessung möglich war und man die Negative nicht anhand der Réseaukreuze daraufhin prüfen konnte, ob sich das Filmmaterial während des Entwicklungsprozesses oder der Lagerung vielleicht verzogen hat.
  Die Hasselblads waren zwar sehr widerstandsfähigein Resultat der vielen Tests, um sie für den Einsatz auf dem Mond tauglich zu machenaber ich denke nicht, dass es die IVA-Kamera mit ihrem schwarzen Gehäuse ausgehalten hätte, dem direkten Sonnenlicht im Vakuum für eine längere Dauer ausgesetzt zu sein. Als Reservekamera für die EVA war sie eigentlich nur bedingt zu gebrauchen. Wenn ich das in Betracht ziehe, war es eine extrem riskante Entscheidung, nur eine EVA-Hasselblad mitzunehmen. Wir wissen heute, dass eine der EVA-Kameras während der zweiten EVA von Apollo 12 unbrauchbar wurde, und dass es bei Apollo 15 und 17 auch Kameraprobleme gab. Im Nachhinein muss man deshalb sagen, die Entscheidung für nur eine einzige EVA-Kamera bedeutete in der Tat ein erhöhtes Risiko, die erste EVA auf dem Mond nicht vollständig dokumentieren zu können."
  ALSJ-Mitarbeiter Ulli Lotzmann merkt an, dass die Hasselblad-Kamera für die EVA mit einem 60-mm Biogon-Objektiv von Zeiss ausgestattet war, während die IVA-Kamera ein 80-mm Planar-Objektiv, ebenfalls von Zeiss, hatte.
  Mehring: "Wenn Du die Bilder anschaust, die Neil und Buzz während der Mission aus den Fenstern des LM aufgenommen haben, und genauso die Fotos, die in der Kabine entstanden sind (wie z. B. AS11-37- 5528), wirst Du bei einer ganzen Reihe die Réseaukreuze vermissen. Diese Aufnahmen wurden dann mit der schwarzen IVA-Kamera gemacht. Nur die silbernen EVA-Kameras hatten eine Réseauplatte, einfach weil Fotogrammetrie (Bildmessung) nur für die Bilder, die auf der Mondoberfläche gemacht wurden, nötig war. Daran kannst Du die 70-mm-Fotos bei allen Missionen unterscheiden: Sind die Réseaukreuze im Bild vorhanden, ist es mit einer silbernen EVA-Kamera aufgenommen worden. Sind sie es nicht, hat man es mit einer schwarzen IVA-Kamera gemacht. Das bedeutet aber nicht, dass dies auch für die Magazine gilt. Da sie jeweils an beide Gehäuse passten, konnte ein bestimmtes Magazin sowohl Bilder mit als auch ohne Réseaukreuze enthalten, wenn es an beiden Kameras verwendet wurde.
  Abschließend noch etwas Interessantes. Die schwarze Farbe der Hasselblads, die die Firma für die NASA gebaut hat, war der hauptsächliche Grund, warum 'Schwarz' plötzlich zur bevorzugten 'proffesionellen' Farbe wurde und weshalb für die nächsten Jahrzehnte fast alle Kameras, die man kaufen konnte, schwarz waren. Erst seit Kurzem werden auch Kameras mit Gehäusen aus verschiedenen Metallen oder farbigem Plastik produziert. Das ist wahrscheinlich eine der weniger bekannten Folgen des frühen US-Raumfahrtprogramms!"
109:26:59 Aldrin: Ich bin so weit. Ich denke, alles ist bereit und in bester Ordnung.
109:27:03 Armstrong: Okay.
109:27:05 Aldrin: Okay. Du musst die LEC ganz rausziehen. Kommt schön gleichmäßig raus, scheint es.
109:27:13 Armstrong: Okay. Hier im Schatten ist es ziemlich dunkel und etwas schwierig für mich, einen guten Stand zu finden. Ich werde mal etwas weiter ins Licht gehen, ohne dabei direkt in die Sonne zu sehen.
  Armstrong (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Nach einer kurzen Anpassung, ist auch im Schatten alles sehr gut zu sehen. Wenn man zum ersten Mal die Leiter herunterkommt, ist man im Schatten und kann alles, das LM und den Boden, einwandfrei erkennen. Kommt man aus dem Sonnenlicht wieder zurück in den Schatten, dauert die Anpassung einen Moment."
  Aldrin (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Wenn die Sonne noch auf den Helm scheint, während man gerade wieder in den Schatten kommt und sich dabei quer zur Sonne bewegt, gibt es Reflexionen. In diesem Moment sieht man im Schatten erst mal gar nichts. Sobald der Helm auch im Schatten ist, fängt man an, etwas zu erkennen und sich an die Lichtverhältnisse anzupassen. Es sollte vermieden werden, ständig zwischen Sonnenlicht und Schatten hin und her zu wechseln, da durch den Anpassungsprozess jedes Mal Zeit verloren geht."
109:27:28 Aldrin: Okay. Jetzt ist es gespannt. (lange Pause)
  Neil steht neben einem Krater mit einem Durchmesser von etwa 6 Fuß (1,8 m).
  Bei 109:27:45 schaltet die NASA zum letzten Mal auf die Fernsehsignale von Honeysuckle um.
109:27:51 Aldrin: Okay. Ich glaube, du ziehst in die falsche Richtung.
109:27:55 Armstrong: Ich bin geradeOkay. Jetzt kann ich es runterziehen. Es war noch etwas drin in der (LEC-Tasche)
  Real-Videoclip (2 min 55 sec) der Fernsehübertragung.
109:28:01 Aldrin: Okay. Halt es nicht ganz so straff. Okay? (nicht zu verstehen) (Pause)
  Aldrin (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Die Kamera an der LEC herunterzulassen, hat ziemlich gut funktioniert. Zuerst sah es so aus, als ob du am falschen Gurt gezogen hast. Wie auch immer, wir haben es ohne besondere Probleme hingekriegt."
  Armstrong (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten. Ich habe nicht versucht, die Kamera nach unten oder oben zu ziehen, ich habe versucht, die beiden Gurtleinen zu spannen. Aus dem einen oder anderen Grund hing es durch und es war etwas schwierig, die Leinen straff zu bekommen. Als das geschafft war, kam die Kamera ganz gut nach unten."
  Neil bringt die Kamera nach unten, indem er die LEC locker in seiner linken Hand hält und mit der rechten an der entsprechenden Leine zieht.
  Der 16mm-Film endet etwa in der Mitte von Neils nächster Transmission. Kurz bevor Buzz die 16mm-Kamera ausschaltet, um das Magazin zu wechseln und die Aufnahmegeschwindigkeit zu ändern, können wir die orangefarbenen Etiketten oben am Kameragehäuse und am Filmmagazin von Neils Hasselblad erkennen.
109:28:17 Armstrong: Wenn ich hoch zum LM schaueIch stehe jetzt direkt im Schatten und schaue hoch zu Buzz im Fenster. Ich kann alles gut sehen. Das zur Vorderseite des LM reflektierte Licht ist hell genug, um alles sehr deutlich zu erkennen. (lange Pause)
  Von der Mondoberfläche wird genug Sonnenlicht reflektiert, dass Neil die im Schatten liegende Seite des LM erkennen kann. Außerhalb des Schattens, in der Sonne, wird es etwas schwieriger sein. Dies sind die Kommentare zu den "Lichtverhältnissen" ("Lighting") entsprechend des Eintrags auf Neils Manschetten-Checkliste.
  Während der nächsten Transmission von Buzz schaltet die NASA wieder zurück auf das TV-Signal aus Goldstone. Diesmal ist das Bild normal und der "Goldstone-Punkt" ist weiß.
109:28:55 Aldrin: Okay. Ich werde jetzt das (nicht zu verstehen, wahrscheinlich "Magazin der Filmkamera") wechseln.
109:28:58 Armstrong: Okay.
  Unterbrechung des Funkverkehrs.
109:30:23 Armstrong: Die (Hasselblad-)Kamera ist an der RCU montiert. (Pause) Und ich befestige die LEC an einer Strebe des Landegestells.
  Real-Videoclip (2 min 36 sec) der Fernsehübertragung.
109:30:53 Armstrong: Ich werde jetzt ein paar erste Bilder machen.
  ALSJ-Mitarbeiter Colin Mackellar hat von den 2009 restaurierten Aufnahmen der Fernsehübertragung einen Videoclip (2 min 31 sec, 14 Mb) erstellt. Der Clip beginnt ungefähr 4 Sekunden vor der letzten Transmission bei 109:30:49 und zeigt, wie Neil die Bildreihe für das erste Panorama fotografiert.
  Neil stellt an der Hasselblad die Blende und/oder den Fokus ein und macht das erste Foto AS11-40-5850. Nach 49 Sekunden, vom Beginn des Clips gerechnet, macht er die erste leichte Drehung nach rechts und weitere 5 Sekunden später entfernt er sich mit einem kleinen Schritt zu Seite etwas von der TV-Kamera am MESA. Die folgenden kurzen Rechtsdrehungen erfolgen jeweils bei 1:08, 1:22, 1:32, 1:36, 1:50, 1:55 und 1:59. Da es Neils erste Panoramaaufnahmen auf dem Mond sind, nimmt er sich dafür etwas Zeit. Von der ersten Drehung mit dem kleinen Schritt zur Seite bis zur nächsten dauert es 14 Sekunden, und zwischen den beiden folgenden liegen 14 bzw. 10 Sekunden. Mit einer Ausnahme liegen die weiteren Intervalle bei 4 bis 5 Sekunden, was darauf hindeutet, dass Neil immer besser zurechtkommt. Die Ausnahme betrifft die 14 Sekunden, in denen er Foto AS11-40-5855 aufgenommen hat. Wie der Aufkleber am Magazin S für die Hasselblad zeigt, sollte Neil die Blende von 5,6 auf 8 oder 11 ändern, wenn er die Sonne im Rücken hatte. Im Videoclip sieht es so aus, als ob er für 5855 bei 1:39 die Blendenzahl erhöht, bei 1:44 das Bild macht und bei 1:45 die Blende wieder auf 5,6 zurückstellt. Unbearbeitete Scans der Bilder sind auch auf der Website des LPI verfügbar.
  Bei 109:30:59 schaltet die NASA auf das Fernsehsignal von Parkes. John Sarkissian hat die verfügbaren Aufnahmen (PDF, 0,5 Mb) untersucht und Folgendes festgestellt. Nach dem Umschalten auf das Signal von Parkes für ca. 5 Sekunden wurde für 2 Sekunden wieder zurück nach Goldstone geschaltet, um die Bildqualität zu vergleichen. Danach wurde für den Rest der EVA das Fernsehsignal von Parkes verwendet.
109:31:05 McCandless: Verstanden. Neil, wir hören dich laut und deutlich. Wir sehen dich ein paar Fotos machen und die Sicherheits-Bodenprobe nehmen.
  Die Sicherheits-Bodenprobe (contingency sample) steht nicht auf der Checkliste. Das mag der Grund dafür sein, dass Bruce hier so nachdrücklich daran erinnert.
  Unterbrechung des Funkverkehrs.
  Das Werkzeug für die Sicherheits-Bodenprobe ist zusammenklappbarer Stab mit einem Beutel am unteren Ende. Wenn er damit etwas Oberflächenmaterial aufgesammelt hat, wird Neil den Beutel abnehmen und in einer Tasche an seinem Oberschenkel verstauen. Falls Neil und Buzz die EVA unerwartet abbrechen müssen, bekommen die Geologen mit dieser Probe wenigstens etwas Material vom Mond. Die Erinnerung daran durch Houston, gleich gefolgt von der nächsten, ist ein Hinweis auf die sehr hohe Priorität der Sicherheits-Bodenprobe.
109:32:19 McCandless: Neil, hier ist Houston. Denkst du an die Sicherheits-Bodenprobe? Ende.
109:32:26 Armstrong: Verstanden. Ich mache das, gleich nachdem ich mit den(diese) Bildserie beendet habe.
  Das erste Panorama, aufgenommen von Neil. (NASA-Fotos AS11-40-5850 bis AS11-40-5858)
  Neil nimmt eine Bildfolge auf, indem er sich nach jedem Foto etwas weiter nach rechts dreht. Für dieses erste Apollo-11-Panorama steht er in der Nähe der vorderen Landstütze mit der Leiter, entsprechend dem Eintrag "Photo 3 Gear" auf der Checkliste. Foto S69-32240 zeigt Neil in einer ähnlichen Situation beim Training für die EVA.
  Armstrong (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Hier haben wir den Flugplan etwas geändert und die Kamera nach unten geholt, bevor ich die Sicherheits-Bodenprobe genommen habe. Ich wollte die Kamera unten haben und (an der RCU) montieren, während ich noch im Schatten (des LM) war, denn um die Bodenprobe einzusammeln, musste ich die LEC weglegen und aus dem Schatten gehen. Das wollte ich auf der rechten Seite (Buzz' Seite des Raumschiffs), wo die (16mm-)Kamera war, tun und musste etwa 10 bis 15 Fuß (3 bis 4,6 Meter) weiter weggehen, um die Proben zu nehmen. Deswegen haben wir die Reihenfolge geändert."
  Diese Schilderung zeigt, mit welcher Vorsicht und wie konservativ man diese EVA von Apollo 11 durchgeführt hat. Die folgenden Crews konnten jeweils auf den Erfahrungen der anderen aufbauen, weshalb sie in der Lage waren, etwas mehr wagen zu können. Wie auch immer, Neil ist jetzt seit 8 Minuten auf der Mondoberfläche und noch nicht bereit, eine Entfernung von 10 bis 15 Fuß (3 bis 4,6 Meter) für gering zu halten.
  Wenn Neil in der Nachbesprechung sagt "Das wollte ich auf der rechten Seite tun,", dann verwendet er "rechts" und "links" wie vom Inneren der Kabine aus betrachtet.
  Nachdem Neil mit den Aufnahmen für das Panorama fertig ist, sehen wir im Fernsehen, wie er mit der linken Hand eine Tasche an seinem linken Oberschenkel öffnet. Dabei bewegt er sich aus dem Sichtfeld der Kamera heraus und wir können nicht verfolgen, wie er das Werkzeug für die Sicherheits-Bodenprobe entnimmt. Auf dem Foto KSC-69PC-324 ist diese Tasche zu sehen.
  Real-Videoclip (2 min 48 sec) der Fernsehübertragung.
  QuickTime-Videoclip (44 sec, 2,8 Mb) der 16mm-Filmkamera.
109:33:25 Aldrin: (kommentiert die Situation für Houston) Okay. Willst du dort die Sicherheits-Bodenprobe nehmen, Neil?
109:33:27 Armstrong: Richtig.
  Buzz hat ein neues Filmmagazin in die 16mm-Kamera eingesetzt. Als die Aufnahme bei 109:33:32 wieder startet, hat Neil das Werkzeug für die Bodenprobe bereits zusammengebaut. Der 16mm-Film zeigt die Tasche an Neils linkem Oberschenkel, in der er das Werkzeug mitgebracht hat. Die Tasche ist auch auf Foto S69-38889 zu sehen.
  MPEG-Videoclip (3 min 45 sec, 33 Mb) der 16mm-Filmkamera. Der Clip beginnt bei etwa 109:33:35.
109:33:30 Aldrin: Okay. Gut. (lange Pause) (Kommentiert das Geschehen, während er Neil aus dem Fenster beobachtet.) Okay. Der Probenbeutel ist unten (Neil hat das Werkzeug zusammengesteckt.) und es ist (nicht zu verstehen).
  Auf NASA-Foto S68-54939 sieht man das Werkzeug vor dem Zusammenbau und auf S68-54937 danach. Das Foto S69-31048 (Scan von Paolo Dangelo) zeigt Neil beim Training am 18. April 1969, wie er das Werkzeug benutzt.
  In den LEVAs von Neil und Buzz sind auch Seitenvisiere eingebaut. Andy Chaikin weißt darauf hin, dass man im Film der 16mm-Kamera sieht, wie Neil sein linkes Seitenvisier teilweise nach unten gezogen hat, während er die Sicherheits-Bodenprobe einsammelt.
109:34:09 Aldrin: Sieht aus, als ob es etwas schwierig ist, durch die oberste Kruste zu graben
109:34:12 Armstrong: Das ist sehr interessant. Die Oberfläche ist an sich ziemlich weich, aber an einigen Stellen stoße ich mit dem Werkzeug auf sehr harten Boden. Es scheint, dass es dasselbe Material ist, nur sehr kohäsiv. Ich versuche, einiges Gestein hier reinzubekommen. Nur etwas. (Pause)
  Wegen der fehlenden Atmosphäre ist die Mondoberfläche dem anhaltenden Bombardement großer und überwiegend kleinerer Meteoriten direkt ausgesetzt. Jeder Einschlag erzeugt einen Krater und das ausgeworfene Material wird in der unmittelbaren Umgebung verteilt. Das Ergebnis davon ist eine sehr weiche und lockere oberste Schicht des Mondbodens. Allerdings erschüttert jeder Einschlag auch die tieferen Schichten des Bodens in Kraternähe und diese Erschütterungen wiederum verursachen, dass sich das Material setzt und immer kompakter wird. Tatsächlich ist der Boden in einer Tiefe von mehr als 4 Zoll (10 cm) sehr fest, ähnlich wie am Strand, nachdem sich die Welle wieder zurückgezogen hat. Buzz wird dies noch feststellen, wenn er gegen Ende der EVA versucht, die zwei Kernbohrer in den Boden zu treiben.
  Die von Neil eingesammelte Sicherheits-Bodenprobe wiegt auf der Erde insgesamt 1015,29 Gramm. Darin enthalten sind vier Steine, von denen jeder für sich schwerer ist als 50 Gramm. Einen ausführlichen Artikel zur Sicherheits-Bodenprobe kann man auf einer eigenen Seite lesen.
  QuickTime-Videoclip (41 sec, 2,9 Mb) der 16mm-Filmkamera.
109:34:54 Aldrin: Das sieht gut aus von hier, Neil.
109:34:56 Armstrong: Es ist alles von einer ganz eigenen, rauen Schönheit. Sehr ähnlich dem Wüstenplateau in den Vereinigten Staaten. Es ist fremdartig, aber sehr schön, hier draußen.
  Als Antwort auf eine Frage von Mick Winfield aus Großbritannien schreibt ALSJ-Mitarbeiter Larry Turoski: "Am westlichen Rand der Mojave-Wüste zu Hause bin ich mir sicher, dass er hier die Gegend im Umkreis von, sagen wir, 50 Meilen (80 km) um die Edwards AFB, wo er auch lange war, meint. Das Gebiet liegt etwa 2500 Fuß (762 m) über dem Meer. Entlang der östlichen Gebirgskette weiter nach Norden kommt man bis auf 4000 Fuß (1219 m) und erreicht dann nach einem größeren Absatz eine Höhe von 6000 Fuß (1828 m). Nordöstlich von Edwards liegt der Death Valley National Park mit einem Höhenunterschied von 11.049 Fuß (3368 m) über dem Meeresspiegel bis 282 Fuß (86 m) unter dem Meer. Südlich und östlich von Edwards befindet sich die "Wüstensenke", die an einigen Stellen nahe an oder unter Meereshöhe liegt. Das Gebiet, über das Neil mit der X-15 geflogen ist (in einer nordöstlich/südwestlich verlaufenden Linie vom südlichen Utah nach Edwards), umfasst Teile der von Geologen so bezeichneten Basin-and-Range Provinz (Bergketten- und Talsohlenregion) und den Süden der Wüste von Utah, der sehr hoch liegt und äußerst schöne verwitterte Sandsteinschluchten bietet. In der Basin-and-Range Provinz wechseln sich viele in Nord-Süd-Richtung und nebeneinander verlaufende Bergketten und Täler von Osten nach Westen sägezahnartig ab. Ich kann sagen, dass die Wüste um Edwards herum der Landestelle von Basis Tranquility sehr ähnlich ist, und das hat Neil wahrscheinlich gemeint. Schau Dir mal die Website CalDrive an. Sie ist speziell für Besucher aus Großbritannien, Australien und Neuseeland gedacht, die mit dem Auto durch Kalifornien reisen wollen. Der Autor konzentriert sich hauptsächlich auf die Wüste und zeigt viele Fotos der Gegend. Sehr zu empfehlen. Für weitere Bilder von dem, was man in der kalifornischen Wüste entdecken kann, einschließlich Edwards AFB, möchte ich mir erlauben, auf meine eigene Website Mojave Roads hinzuweisen. Und ja, ein großer Teil des "Wüstenplateaus" ist auch mit einem ganz normalen Auto gut zu befahren.
  Die Fotos S71-23771 ff. vom Training für Apollo 15 dokumentieren eine Feldexkursion am Rand der Rio Grande Gorge (Höhe 2100 m, wo der US Highway 64 den Fluss überquert) in der Nähe von Taos, New Mexico. Die Gegenden um Shiprock, New Mexico (Höhe 1500 m, im Navajo-Nation-Reservat) und bei Cameron, Arizona (Höhe 1250 m, östlich des Grand Canyon) sind auch leicht erreichbar.
109:35:08 Armstrong: Zu eurer Information, viele der Steineder harten Gesteinsbrockenscheinen auf ihrer Oberfläche Vesikel aufzuweisen. Und jetzt sehe ich einen, der etwas Phenocryst zeigt, wie es aussieht.
109:35:30 McCandless: Houston. Verstanden. Aus. (Pause)
  Kipp Teague hat ein Bild aus dem 16mm-Film mit höherer Auflösung gescannt. Darauf sieht man Neil, wie er den Sammelbeutel vom Stiel löst, während er wieder auf das LM zukommt. Sein Visier hat er dabei ganz hochgeschoben.
  Vesikel sind runde Abdrücke, die von Gasblasen in der Lava gebildet wurden, während sie sich abgekühlt hat und erstarrt ist. Phenocrysten sind im Gestein eingeschlossene Kristalle. In seinem empfehlenswerten Buch über die Apollo-Missionen To a Rocky Moon ordnet Don Wilhelms beide, Neil und Buzz, einer Gruppe von Astronauten zu, an die er sich besonders erinnert. In dieser Gruppe war "jeder entweder sehr an Geologie interessiert, oder generell wissenschaftlich begabt" und deshalb genossen diese Männer die besondere Aufmerksamkeit ihrer Ausbilder für Geologie. Sicher ist die Selbstverständlichkeit, mit der Neil hier die Ausdrücke "Vesikel" und "Phenocryst" verwendet, nicht die Regel. Später in der EVA, bei 111:00:01, wird er diese Haltung ändern und, völlig korrekt, von kleinen Kratern, verursacht durch Kleinstmeteoriten, sprechen. Noch später, bei 111:22:34 findet Neil wirklich vesikulären Basalt und sammelt ihn ein.
  QuickTime-Videoclip (50 sec, 3,4 Mb) der 16mm-Filmkamera.
109:35:43 Aldrin: Okay. Der Stiel ist ab vom (nicht zu verstehen) Er steckt etwa 6 bis 8 Zoll (15 bis 20 cm) tief im Boden. Scheint ziemlich leicht zu sein, zu (nicht zu verstehen)
109:35:56 Armstrong: Ja, tatsächlich. (Wirft irgendetwas nach rechts weg.) Ich könnte ihn sicher noch weiter reinstoßen, aber es ist schwierig, mich weiter zu bücken als bis hier. (Pause)
  Neil führt ein kleines bodenmechanisches Experiment durch, indem er den Stiel des Werkzeugs in den Boden rammt. Der dritte Scan vom 16mm-Film (v. Kipp Teague) zeigt, wie der Stiel neben Neils rechtem Bein im Boden steckt. Die abwechselnden hellen und dunklen Bereiche scheinen mit den einzelnen, durch weiße Ringe getrennten, Abschnitten übereinzustimmen. (Siehe Ausschnitt von Foto S69-31048.)
  Real-Videoclip (1 min 59 sec) der Fernsehübertragung.
  QuickTime-Videoclip (4 sec, 0,9 Mb) der 16mm-Filmkamera.
109:36:07 Aldrin: Ich wusste nicht, dass du so weit werfen kannst.
109:36:08 Armstrong: (lacht) Hier oben kann man tatsächlich sehr weit werfen. (lange Pause)
  Gerade hat Neil den Ring vom Sammelbeutel weggeworfen. Abbildung 5 im Tool Book (Werkzeugbuch) von Judy Allton zeigt, wie Neil mit dem Werkzeug trainiert. Die Abbildungen 6a, 6b, und 7 vermitteln weitere Details. Nach dem Aufnehmen der Probe drückt Neil die Entriegelung direkt über dem Ring und löst ihn vom Stiel, entfernt den Beutel, wirft den Ring weg und verschließt den Beutel.
  Gleich nach seiner Äußerung "es ist schwierig, mich weiter zu bücken als bis hier.", sehen wir, wie Neil seinen rechten Arm hebt. Dabei hat er den Ring gut erkennbar in seiner Hand. Es sieht so aus, als ob er ihn inspiziertvermutlich nimmt er den Ring hoch, um ihn ins Sonnenlicht zu haltenund dreht ihn so, dass er mit der Kante zur Kamera zeigt.
  Im Juni 2002 weist Andy Chaikin darauf hin, dass zwei oder drei Bilder später auf einem einzigen Bild etwas hinter Neil zu sehen ist. Dabei könnte es sich um den Ring handeln, oder auch nur um einen kleinen Fussel auf dem Film. Obwohl es innen leer ist, sieht es nicht gleichmäßig rund aus, eher wie ein Fussel. Dazu kommt, dass Neils Handbewegung nicht wirkt, als habe er etwas über seine Schulter hinter sich geworfen.
  2007 merkt Jim Scotti an, dass man sieht, wie Neil den Ring mit seiner rechten Hand vor sich vorbeiführt und in Richtung LM wirft. Ulli Lotzmann und Ken Glover haben eine Animation erstellt, in der man den Ring im Flug erkennen kann. Das wird auch durch Foto AS11-40-5864 untermauert, auf dem man unter der Landestufe etwas liegen sieht, bei dem es sich beinah mit Sicherheit um diesen Ring handelt. Hier ein Ausschnitt des Fotos.
  Als Grund dafür, warum Neil und Buzz sich darüber amüsieren, dass man "so weit werfen kann", fallen mir zwei Erklärungen ein. Nachfolgende Crews hatten sehr viel Spaß daran, bei der geringen Schwerkraft auf dem Mond, irgendwelche Sachen weit wegzuwerfen. Möglicherweise machen Neil und Buzz sich hier etwas darüber lustig, dass ihr erster Wurf nur so kurz ist, um etwas unter das LM zu befördern. Die andere Möglichkeit ist, dass selbst ein leichter Wurf einen Gegenstand weiter fliegen lässt, weil er auf dem Mond wesentlich langsamer zu Boden fällt als auf der Erde. Obwohl beide sicher schon in der Kabine etwas Gefühl dafür entwickelt haben, als sie sich Dingevielleicht eine Checkliste o. ä.über eine kurze Distanz zugeworfen haben, könnte das Ergebnis außerhalb der einschränkenden Kabinenwände ein wenig eindrucksvoller gewesen sein. Die eine oder die andere Interpretation mag zutreffen. Vielleicht sind auch beide richtig.
  QuickTime-Videoclip (46 sec, 3,2 Mb) der 16mm-Filmkamera.
109:36:33 Armstrong: (Ist) meine (Bein-)Tasche auf, Buzz?
109:36:35 Aldrin: Ja, ist sie. Sie (die Klappe der Tasche) ist aber noch nicht nach oben gegen deinen Anzug geklappt. Schlag sie noch mal zurück. Mehr gegen die Innenseite. Ja, so. (Pause)
  Neil versucht, die Tasche an seinem Oberschenkel zu öffnen. Dafür muss er die Klappe, an der ein Ring aus dem Klettbandteil (Velcro) mit Schlaufen angenäht ist, mit dessen Häkchen-Gegenstück an seiner Hüfte zusammenbringen. Er kann es jedoch nicht sehen, da die RCU mit der Kamera im Weg ist. Danach steckt er, ebenfalls nach Gefühl, den Probenbeutel in die Tasche.
  Armstrong: "Es war eine spezielle Tasche (nur für diese Bodenprobe). Sie war am rechten (meint 'linken') Oberschenkel."
  Viele Besatzungsmitglieder der folgenden Apollo-Missionen hatten solche Taschen, die mit Gurtbändern entweder am Oberschenkel oder, wie bei Apollo 16 und 17, am Schienbein umgeschnallt wurden. Neils Tasche ist im 16mm-Film, der aus dem Fenster von Buzz aufgenommen wurde, zu sehen.
  Neil hatte für eine ganze Weile sein Visier oben und manchmal kann man im 16mm-Film sein Gesicht sowie die markante schwarz-weiße Snoopy-Kappe erkennen. Während er die Sicherheits-Bodenprobe in die Tasche steckt, ist sein Gesicht etwas länger zu sehen (Videoclip von Gerald Megason 0,8 Mb).
109:36:47 Armstrong: Ist es in der Tasche?
109:36:52 Aldrin: Ja. Schieb es weiter runter. Hast du's? Nein. Es ist noch nicht ganz drin. Noch etwas weiter rein. (Pause) Jetzt hast du's. (Pause)
109:37:08 Armstrong: Die Sicherheits-Bodenprobe ist in der Tasche. Mein Sauerstoff ist bei 81 Prozent. Ich habe keine Warnanzeigen und bin auf minimalem Durchlauf (beim Brauchwasser).
109:37:22 McCandless: Hier ist Houston. Verstanden, Neil. (lange Pause)
  QuickTime-Videoclip (1 h 10 min, 11,6 Mb) der 16mm-Filmkamera. Der Film für diesen Videoclip wurde mit einer Geschwindigkeit von einem Bild pro Sekunde aufgenommen. Wenn man die 10 Sekunden für die Titel-Sequenz einrechnet, startet er bei 109:37:30. Bezogen auf die Startzeit des Films sind die Zeitangaben sicher genauer als die im Transkript relativ zu Buzz' nächster Übertragung.
109:37:40 Aldrin: Okay. Ich habe die (16mm-)Kamera auf 1 Bild/Sekunde eingestellt.
109:37:44 Armstrong: Okay. (Pause)
109:37:52 Aldrin: Und ich bin bei 80 Prozent (Sauerstoff), keine Warnanzeigen. (Pause)
  Real-Videoclip (3 min 33 sec) der Fernsehübertragung.
109:38:00 Armstrong: Habt ihr ein Fernsehbild, Houston?
109:38:05 McCandless: Ja, Neil, wir haben ein Fernsehbild. (lange Pause) Neil, hier ist Houston. Wir haben eine Übertragung. Du bist gerade nicht im Bild, aber wir können sehen, wie sich der Beutel bewegt, weil Buzz an der LEC zieht (während er sich für seinen Ausstieg bereit macht). Jetzt kommst du (meint Neil) ins Blickfeld.
  Auf einem Bild (hier das gleiche Bild mit höherer Auflösung) des 16mm-Films sieht man Neil in Richtung Leiter blicken. Im nächsten Bild hat er die linke Hand gehoben. Da Neil keines seiner Visiere unten hat, schirmt er wahrscheinlich so die Sonne ab, als er hoch zur Veranda schaut. Gescannt wurden die Bilder von Kipp Teague
109:38:36 Armstrong: (zu Buzz) Warte mal eine Sekunde. Lass mich den (LEC-Gurt) für dich erst über die Ecke (der Veranda) ziehen.
109:38:41 Aldrin: Okay. Bist du so weit, dass ich aussteigen kann?
109:38:42 Armstrong: Ja. Nur noch eine Sekunde. Ich will es (die LEC) über das Geländer kriegen. (lange Pause) Okay.
109:39:07 Aldrin: In Ordnung. Es ist drüber. Bist du bereit?
109:39:11 Armstrong: Alles klar. Okay. Du hast gesehen, wie schwierig es bei mir war. Ich versuche, dein PLSS von hier unten aus im Auge zu behalten.
  Um für den Aufenthalt und das Arbeiten in einer Umgebung von 1/6 g zu trainieren, gibt es erstens die Möglichkeit in einem Wassertank. Mit zusätzlichen Gewichten wird der Auftrieb ausgeglichen, um so 1/6 g zu simulieren. Zweitens können in einer KC-135, der Transportversion der 707 von Boeing, Parabelflüge durchgeführt werden. Bei jeder Parabel kann man für etwa eine halbe Minute die Schwerkraft auf ein Sechstel reduzieren. Ich habe gefragt, ob sie öfter Gelegenheit hatten, den Ausstieg im Tank oder im Flugzeug zu trainieren.
  Armstrong: "Nein, ich denke nicht. Durch die Luke nach draußen zu kommen, dauert länger als eine Parabel (im Flugzeug)."
  Aldrin: "Wir hatten wohl eine Art Tornister, druckfest. Man absolvierte es in einer vereinfachten Trainingsmontur, nicht mit der Ausrüstung für den Flug, und unter 1 G. Im Ergebnis folgerten wir, dass es nicht so schwierig sein würde."
  Armstrong: "Wir haben nicht oft im Flugzeug trainiert. Viel weniger als bei Gemini. Für Gemini habe ich viel Flugzeugtraining gehabt und ich vermute Du auch"
  Aldrin: "Ich hatte ein paar Flüge mit mehreren Parabeln nacheinander. Für Apollo 11 sind wir einige geflogen. Ich glaube zu der ZeitJa, es gab bei einigen Missionen Fälle von Weltraumkrankheit, wie bei (Frank) Borman (Apollo 8) und Rusty (Schweickart, Apollo 9, beide litten unter durch Schwerelosigkeit bedingter Desorientierung und Übelkeit). Ich weiß nicht, ob das auch bei der 10-Crew vorgekommen ist, aber man begann, darüber nachzudenken, ob das größere Raumangebot im Kommandomodul damit zu tun hatte."
  Bei keinem der Flüge im Mercury- und im Gemini-Programm gab es Berichte über Übelkeit oder Unbehagen in der Schwerelosigkeit, aber einige Besatzungsmitglieder der ersten Apollo-Flüge litten erheblich darunter. Eine Theorie war, dass die Astronauten in diesen ersten Raumschiffen nur sehr begrenzten Platz hatten und, unter anderem, dass sie deshalb ihren Kopf nicht so viel bewegen konnten. Im Apollo-Kommandomodul war es dagegen möglich, sich fast frei zu bewegen, wodurch es zu Irritationen im Innenohr kommen konnte.
  Aldrin: "Ich dachte, in der Schwerelosigkeit und im Anzug etwas den Kopf zu schütteln, würde zeigen, ob ich Probleme bekommen würde. Das hat aber nicht viel gebracht. Wie letztens schon erwähnt, glaube ich nicht, dass die Kopfbewegungen so viel damit zu tun haben. Ich bin die Parabeln (in der KC-135) jedenfalls mehr wegen des SAS (Weltraumkrankheit) mitgeflogen. An ein Training zum Sammeln der Sicherheits-Bodenprobe oder etwas Ähnlichem (bei Parabelflügen) kann ich mich nicht erinnern."
  Heutzutage ist man der Auffassung, die Weltraumkrankheit wird weniger durch Bewegungen hervorgerufen. Sie tritt eher bei Menschen auf, die Schwierigkeiten mit der Koordination der widersprüchlichen Informationen von Auge und Innenohr haben. Fast allen Menschen gelingt aber die Anpassung innerhalb von einem Tag, und die Übelkeit ist dann vorbei.
  Armstrong: "Wir haben unter 1/6 g-Bedingungen trainiert, aber nicht viel. Und einen Teil davon auch eher, um das Laufen oder Ähnliches auszuprobieren, glaube ich. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir das in Anzügen trainiert haben."
  Es gab ein weiteres Trainingsgerät, genannt POGO. Diese Vorrichtung bestand aus einem kranartigen Gestänge und diversen Seilzügen, um dem Astronauten bei der Fortbewegung das Gefühl von nur einem Sechstel der Schwerkraft zu vermitteln. Ich habe gefragt, ob sie auch damit trainiert haben.
  Aldrin: "Ja. Wir haben aber nicht sehr viel davon gehalten."
  Armstrong: "Es gab eins (POGO), bei dem das Körpergewicht durch Seilzüge von oben teilweise kompensiert wurde. Dann gab es andere, bei denen man seitlich, mit den Füßen gegen eine Wand, an einem abgewinkelten Träger hing. Das war nicht so besonders."
  In dieser schematischen Darstellung sehen wir Buzz auf uns "zukommen". Dabei läuft er auf einem um 9,6° gegen die Raumwand geneigten Boden. Nur ein Sechstel seines Gewichts lastet auf dem Boden, während der Rest durch eine Aufhängung getragen wird. Die Tragseile sind an einen Schlitten gehakt und laufen über ihm an einer Schiene entlang.
  Ich erwähnte, dass es nicht den Eindruck machte, als hätten sie Probleme mit der Anpassung an die geringere Schwerkraft gehabt.
  Aldrin: "Ich glaube unsere Äußerungen nach dem Flug waren, dass es für die Beweglichkeit nicht nötig ist, viele 1/6 g-Simulationen durchzuführen. Für den Mars sogar noch weniger würde ich meinen."
109:39:43 Aldrin: In Ordnung, die Ersatzkamera ist an ihrem Platz. (Pause)
  Das ist die zweite Hasselblad mit Farbfilm, entsprechend Seite SUR-26 der Checkliste für die Oberfläche.
  Armstrong: "Ich vermute, sie lag am Boden des LM auf der Kommandantenseiteder linken Seitesodass wir, falls wir sie brauchten, bloß durch die Luke greifen und sie holen mussten."
  Neil hat recht. Siehe auch Kommentar nach 111:27:26.
  Die Frage, warum sie nicht zwei EVA-Kameras mitgenommen und benutzt haben wie die Crews der folgenden Missionen, stellt sich nach wie vor.
  Entsprechend seiner Chekliste (auf der Manschette) steht Neil südwestlich der Leiter und fotografiert, wie Buzz durch die Luke aussteigt. Es sind die Bilder AS11-40-5862 bis 5869.
  Die Fotos 5864 und 5865 sind Aufnahmen, die Neil zwischendurch von dem Bereich unter der Landestufe gemacht hat. Wie schon bei 109:36:07 (im vierten Absatz) angesprochen wurde, sieht man in dem Ausschnitt von 5864 sehr wahrscheinlich den Ring vom Beutel der Sicherheits-Bodenprobe. In einem Ausschnitt von 5865 ist Little West Crater (Kleiner West-Krater) zu sehen, den Neil am Ende der EVA kurz aufsuchen wird.
  Auf Foto 5863 sieht man, wie Buzz aus der Luke kommt, bei 5867 steht er auf der vorletzten Leitersprosse, 5868 zeigt ihn gerade, als er von der untersten Sprosse abspringen will und auf Foto 5869 steht er im Landefuß.
  Dave Byrne hat die Fotos 5863 bis 5865 zu einem Bild von Buzz auf der Veranda zusammengesetzt.
  Jon Hancock hat die Fotos 5864, 5865 und 5869 zu einem Bild von Buzz auf dem Landefuß (hier das gleiche Bild in höherer Auflösung, 1,8 Mb) zusammengesetzt.
109:39:57 Armstrong: Okay. Sieht so aus, als ob du mit deinem PLSS gut durchkommst. Deine Schuhspitzen kommen jetzt über die Schwelle. Okay. (Pause) Das PLSS etwas tiefer. So, jetzt bist du frei. Seitlich ist auch alles gut. Oben an deinem PLSS hast du noch 2 Zentimeter Platz.
109:40:18 Aldrin: Okay. Man muss etwas den Rücken krümmen, um runter zu kommen. (nicht zu verstehen) Wie weit sind meine Füße noch von der Kante weg?
109:40:27 Armstrong: Okay. Du bist jetzt direkt an der Kante der Veranda.
109:40:30 Aldrin: Okay. Zurück in (nicht zu verstehen) (Pause) Jetzt mit den Füßen etwas weiter (nicht zu verstehen) Veranda. Den Rücken etwas krümmen. Der Helm kommt problemlos durch die Luke.
109:40:48 Armstrong: Sieht gut aus. (lange Pause)
109:41:08 McCandless: Neil, hier ist Houston. Nachdem ihr die Kamera schon an der LEC heruntergelassen habt, rechnest du mit irgendwelchen Schwierigkeiten beim Einladen der SRCs? Ende.
109:41:18 Armstrong: Negativ. (Pause)
  Der SRC, auch als "Steinekiste" bezeichnet, ist der Behälter, in dem das gesammelte Probenmaterial zur Erde gebracht wird. Dafür wird er im Vakuum verschlossen und versiegelt. Zwei dieser Behälter befinden sich im MESA und werden gefüllt am Ende der EVA mit der LEC in die Kabine befördert.
  Real-Videoclip (2 min 55 sec) der Fernsehübertragung.
109:41:28 Aldrin: Okay. Jetzt werde ich die Luke etwas schließen und sichern. (lange Pause) Ich will sie beim Rausgehen nicht aus Versehen verriegeln.
109:41:53 Armstrong: (lachend) Sehr guter Gedanke.
  Die Luke kann auch, falls nötig, von außen geöffnet werden. Ich glaube, der Grund für das Anlehnen der Luke war, das Auskühlen der Kabine möglichst zu verhindern. Weder Neil noch Buzz können sich an einen bestimmten Grund erinnern.
  Armstrong (ohne eine Miene zu verziehen): "Wir wollten nicht, dass jemand sagt: 'Wie dämlich kann man eigentlich sein?'"
  Aldrin: "Jetzt, wo Du es ansprichst, was wäre passiert, wenn das Ventil versagt hätte oder was anderes und in der Kabine hätte sich wieder Druck aufgebaut?"
  Armstrong: "Du wärst nicht mehr reingekommen."
  Aldrin: "Haben wir uns überhaupt mal mit dieser Möglichkeit auseinandergesetzt? (amüsiert) Es wäre vielleicht eine gute Idee gewesen, einen Klotz oder eine Kamera dazwischenzuklemmen. Irgendjemand muss sich darüber Gedanken gemacht haben."
  Ich habe daran erinnert, dass auch das Druckablassventil von außen geöffnet werden konnte.
  Aldrin: "Es gab (außen an der Luke) einen Griff zum Entriegeln. Aber wenn man an die Schwierigkeiten denkt, die wir hatten, als der Druck (in der Kabine) nur noch ein paar psi betragen hat, man hätte sie nicht aufgekriegt. (Nicht ganz ernst gemeint.) Wobei, aufgekriegt hätte man sie schon, nur die verbogene Luke nicht wieder zu."
  Tatsächlich musste man auf die Lukenverriegelung besonders aufpassen.
  Aldrin (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Als ich meine Füße und meinen Hintern draußen hatte, konnte Neil mir gut helfen, indem er nur auf das Profil von meinem PLSS geachtet hat. Es passte genau durch die Lukenöffnung."
  Armstrong (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Der Einsatz von zwei Mann ist gut, weil sich dann beide gegenseitig unterstützen können. Das ist ein unschätzbarer Vorteil."
  Aldrin (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Meiner Meinung nach ist es für den Ersten, der aussteigt (hier also Neil), etwas schwieriger, da der Zweite hinter der Luke bleiben und aufpassen muss, dass sie nicht im Weg ist. Dadurch musst Du (Neil) mehr darauf achten, auf Deiner Seite zu bleiben, weg von der Luke, und alles, an das Du dabei anstoßen kannst, war auf Deiner SeiteDeiner Kante der unteren DSKY-Konsole."
  Von anderen Crews wurde darauf hingewiesen, dass es der LMP auch deshalb leichter hatte, weil der Druck in seinem Anzug niedriger war. Während der Kabinendekompression steigt der relative Anzugdruck an und das Abatmendie Umwandlung von Sauerstoff in Kohlendioxid, dass anschließend von den LiOH-Kartuschen in den PLSSs herausgefiltert wirddauert etwas, bis endlich der normale Betriebsdruck von 3,7 bis 3,8 psi (0,25 bis 0,26 bar) erreicht ist. Demzufolge war der Anzug vom Kommandanten beim Aussteigen normalerweise etwas härter und weniger flexibel als beim LMP, der später ausgestiegen ist.
109:41:56 Aldrin: Das ist unser zu Hause für die nächsten Stunden und wir wollen gut darauf aufpassen. (Pause) Okay. Ich bin auf der obersten Sprosse und ich kann an der RCU vorbei nach unten sehen (nicht zu verstehen) Füße des Landegestells. Es ist ganz einfach, von einer Sprosse runter zur nächsten zu springen.
109:42:18 Armstrong: Ja. Ich fand, es ging sehr gut. Und das Umherlaufen macht auch keine Mühe. (Pause)
  Aldrin (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Die Plattform selbst bietet eine hervorragende Unterstützung, um nach dem Aussteigen durch die Luke auf die Leiter zu kommen. Die oberste Sprosse sieht man nicht so gut und ich war froh, dass Du mir sagen konntest, wo ich mit meinen Füßen bin. So musste ich mir nicht die Mühe machen, mich mit einem Blick zur Seite oder nach unten zu vergewissern. Worauf ich hinaus will ist, dass man sich auf der Plattform aufhalten und bewegen kann, ohne davor Angst haben zu müssen, die Balance zu verlieren und runterzufallen. Da oben ist jede Menge Platz. Man kann alles machen, was einem nötig erscheint, wenn man auf der Leiter steht."
  MPEG-Videoclip (1 min 14 sec, 7,9 Mb) der Fernsehübertragung.
109:42:28 Armstrong: Du hast noch drei Stufen und dann den Sprung.
  QuickTime-Videoclip (57 sec, 2,9 Mb) der Fernsehübertragung.
109:42:42 Aldrin: Okay. Ich werde mit einem Fuß auf der Leiter bleiben und mit beiden Händen etwas tiefer greifen, ungefähr in Höhe der vierten Sprosse.
  Neils Foto AS11-40-5868 zeigt Buzz in genau dieser Situation, mit einem Fuß auf der untersten und den Händen bei der vierten Sprosse.
  Buzz springt nach unten in den Landefuß.
109:42:50 Armstrong: So geht's.
109:42:53 Aldrin: Okay. Ich mache jetzt das Gleiche (nicht zu verstehen) (Pause)
  Buzz versucht, wieder auf die unterste Sprosse zu springen, schafft es aber beim ersten Mal nicht ganz.
109:43:01 Armstrong: Etwas mehr. Nur ein paar Zentimeter. (Pause)
  Buzz springt hoch auf die unterste Leitersprosse.
109:43:06 Armstrong: Jetzt hast du's.
109:43:08 Aldrin: Das ist eine ganz ordentliche (letzte) Stufe.
109:43:10 Armstrong: Stimmt. Ungefähr einen Meter hoch.
  Buzz springt wieder runter.
109:43:16 Aldrin: Herrliche Aussicht!
109:43:18 Armstrong: Ist das nicht toll? Fantastischer Blick hier draußen.
109:43:24 Aldrin: Fantastische Einöde. (lange Pause)
  Beide Hände immer noch an der Leiter, macht Buzz einen kleinen Sprung rückwärts auf die Oberfläche des Mondes. Einen kurzen Moment später wendet er sich nach links dem MESA zu.
109:43:47 Aldrin: (Die rechte Hand noch immer an der Leiter.) Sieht aus, als ob die Sekundär-Strebe hier ein paar Hitzeeinwirkungen aufweist, Neil.
109:43:54 Armstrong: Ja. Habe ich auch gesehen. Dort scheint es am schlimmsten zu sein, obwohl es so ähnliche Veränderungen überall gibt.
109:44:07 Aldrin: (nicht zu verstehen) sehr feines Pulver, nicht wahr?
109:44:09 Armstrong: Ist sehr fein, nicht?
  ALSJ-Mitarbeiter Harald Kucharek macht uns auf eine Passage auf Seite 241 in Buzz' Buch Men from Earth aufmerksam. Dort heißt es: "Wir waren wieder im Sonnenlicht und standen uns direkt gegenüber. Neil klopfte mir auf die Schulter und sagte 'Ist das nicht schön?'" Obwohl die Audio-Aufnahme sicher einen gewissen Spielraum für Interpretationen zulässt, scheint "Ist sehr fein, nicht?" (Anm. v. Th. Schwagmeier: "Isn't it fine?" anstatt von "Isn't it fun?") passender, wenn man den Kontext mit in Betracht zieht. Aufgrund der Fernsehbilder hat man nicht den Eindruck, dass Neil oder Buzz sich in diesem Moment im Sonnenlicht aufhalten.
109:44:11 Aldrin: Direkt an dieser Stelle sieht es nicht so aus, als ob es viel von dem (nicht zu verstehen) feines Pulver etwas (nicht zu verstehen) klumpt zusammen und schwierig zu sagen, ob es ein Stein ist oder ein Klumpen.
  Real-Videoclip (3 min 21 sec) der Fernsehübertragung.
109:44:23 Armstrong: Achte mal darauf, was passiert, wenn du es mit dem Fuß wegstößt.
109:44:28 Aldrin: Ja. Es macht einen Bogen und dann (nicht zu verstehen)
  Buzz bewegt sich von der Leiter weg und versucht ein paar kurze Sprünge in die Höhe. Im Hintergrund macht Neil drei etwas höhere Sprünge. Beim letzten davon ist er für annähernd 1,6 Sekunden über dem Boden. Auf dem Mond bedeutet das, er hat sich mit einer Geschwindigkeit von 1,3 m/sec abgestoßen und ist etwa 0,5 m hoch gesprungen. John Young hat bei 120:25:42 während Apollo 16 zwei ähnliche und weit besser dokumentierte Begrüßungssprünge absolviert.
  Armstrong (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Ich würde sagen, die Balance (beim Laufen) zu halten, war nicht schwierig. Trotzdem, als ich ein paar hohe Sprünge versucht habe, musste ich aufpassen, nicht nach hinten überzukippen. Einmal wäre ich beinah gefallen und habe deshalb beschlossen, dass es reicht."
109:44:55 Aldrin: Nach unten zu reichen ist relativ einfach. (nicht zu verstehen) ist mein Anzug schon schmutzig. (Pause)
  Buzz hält sich mit rechts weiterhin an der Leiter fest und mit der linken Hand reicht er nach unten. Dabei gelangt vielleicht der Schmutz an seinen Anzug, den man auf einigen folgenden Bildern, z. B. AS11-40-5873, an seinen Knien sieht.
  Aldrin: "Wahrscheinlich habe ich meine Knie gebeugt, aber nicht allzu sehr."
  Armstrong (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Das Arbeiten im Anzug war im Allgemeinen sehr angenehm. Die Bewegungsfreiheit wurde kaum eingeschränkt, ausgenommen wenn man nach unten wollte, um etwas mit der Hand vom Boden aufzunehmen. Das war nicht einfach zu bewerkstelligen. Was das Herumlaufen betrifft, um von einer Stelle zur anderen zu kommen, stellte der Anzug nur eine sehr geringe Behinderung dar. Alles in allem war es ein angenehmes Arbeiten."
  Entsprechend seiner Checkliste wird Buzz jetzt ein paar Minuten Zeit darauf verwenden, sich mit den Umgebungsbedingungen auf dem Mond vertraut zu machen (Envir Fam für "environmental familiarization"). Währenddessen wechselt Neil an der Fernsehkamera die Linse (TV-Change Lens) und stellt sie etwas weiter entfernt vom LM auf ein Stativ, damit Houston die EVA verfolgen kann.
  Buzz lässt die Leiter los und verdreht seinen Oberkörper nach links und dann nach rechts. Er macht ein, zwei Sprünge und verlagert dabei sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen.
109:45:11 Aldrin: Die Masse des Tornisters vermittelt in der Bewegung einen gewissen Trägheitseffekt. (Pause) Ich bemerke jetzt eine leichte Tendenz zu (nicht zu verstehen) nach hinten, wegen der lockeren, sehr lockeren Oberflächenbeschaffenheit.
109:45:45 Armstrong: Du stehst gerade auf einem Stein, einem großen Stein. (lange Pause)
109:46:01 Aldrin: Dieser Landefuß sicher nicht (nicht zu verstehen)
109:46:05 Armstrong: Nein. Ist er nicht.
109:46:08 Aldrin: Das Triebwerk hat keinerlei Krater verursacht.
109:46:10 Armstrong: Nein.
109:46:12 Aldrin: Ich frage mich, ob (nicht zu verstehen) direkt unter dem Triebwerk, wo der (Kontakt-)Sensor den Boden berührt hat. (nicht zu verstehen) genau so.
109:46:25 Armstrong: Ja, daran kann man gut die Seitwärtsbewegung beim Aufsetzen erkennen: Die Furche, die der Sensor
109:46:30 Aldrin: Ich sehe hier den Sensor an der minus-Y-Stütze (nicht zu verstehen) abgebrochen und nach oben geknickt.
109:46:40 Armstrong: Ist er, nicht wahr? Die anderen beiden sind nur abgeknickt.
  Irgendwannvermutlich vor 109:49:06, als er die Schutzfolien vom MESA entfernt, um die Fernsehkamera abzunehmenmacht Neil die Fotos AS11-40-5870 vom nördlichen plus-Y-Landefuß mit dem Kontaktsensor und AS11-40-5871 vom Bereich hinter der Landestütze mit der Leiter. Wie Neil bei 109:46:25 beschreibt, sehen wir auf 5870 die Furche, die der Sensor gezogen hat. Ihre Länge verdeutlicht den seitlichen Versatz nach Süden, zwischen dem ersten Kontakt des Sensors und dem Aufsetzen des Raumschiffs.
109:47:04 Aldrin: (Noch in der Nähe der Leiter.) Zu den Sichtverhältnissen kann ich, ohne das Visier oben zu haben, hier (im Schatten des LM) nicht allzu viel sagen. (nicht zu verstehen) ziemlich dunkel. Es sieht wie die Oberfläche von einem flachen, nur leicht abgerundeten Stein aus. (Pause) Und übrigens, diese Steine (nicht zu verstehen) sehr mit Staub bedeckte Oberfläche (nicht zu verstehen).
  Real-Videoclip (3 min 23 sec) der Fernsehübertragung.
109:47:40 McCandless: Bitte wiederholen, Buzz. Du warst nicht vollständig zu verstehen.
  Buzz hat die Empfindlichkeit für seine stimmaktivierte Kommunikation auf 8 anstatt auf die Höchststufe 9 eingestellt und dadurch ist sie um etwa 7 dB geringer. Während des größten Teils der EVA sind die Transmissionen von Buzz nah am Limit und es gibt häufiger unverständliche Passagen. Bei Neil kommt das aus irgendeinem Grund deutlich seltener vor.
109:47:45 Aldrin: Ich sage, dass man an den Steinen leicht abrutscht.
109:47:50 McCandless: Verstanden.
  Aldrin: "Ich weiß nicht, was ich eigentlich damit sagen wollte. Wahrscheinlich ging es darum, dass man denkt, einen sicheren Stand zu haben und trotzdem ausrutschen kann. Ich glaube, hier ging es mehr um die Stabilität als um eine geologische Beschreibung."
  Armstrong: "Das Oberflächenmaterial war ein wenig wie zermahlene Holzkohle und diese Partikel haben wie eine Art Schmierstoff gewirkt."
  Aldrin: "Ich glaube, das habe ich versucht damit sagen, anstatt den Eindruck von Feuchtigkeit zu vermitteln. Man kann ausrutschen, wenn man irgendwo draufsteht. Das ist die beste Interpretation, die ich dazu geben kann."
109:47:52 Aldrin: (nicht zu verstehen) pulvrige Oberfläche, wenn die (nicht zu verstehen, evtl. "Sonne") auftrifft (nicht zu verstehen) füllt alle diese sehr feinen Poren auf (nicht zu verstehen) neigt dazu, sehr leicht auszurutschen. (lange Pause)
  Wenn man Mondstaub mit dem Fuß über einem Stein verteilt, füllt er die vielen kleinen Löcher auf und die eigentlich poröse Oberfläche wird ziemlich rutschig. Das will Buzz hier möglicherweise sagen.
  Neil geht zum MESA. Er wird die Hitzeschutzabdeckung entfernen, damit die Fernsehkamera abmontiert und etwas weiter weg vom LM wieder aufgestellt werden kann.
109:48:25 Aldrin: Der Boden bietet eine gute Traktion. (nicht zu verstehen) (Pause) (nicht zu verstehen) beginnt man, die Balance in einer Richtung zu verlieren und sie wiederherzustellen, fällt nicht sehr schwer (nicht zu verstehen). Und, Jack, es hebt einen nicht vom Boden ab, wenn man mit den Armen wedelt. Jedenfalls nicht mich.
  Mit "Jack" ist vermutlich Astronaut Jack Schmitt gemeint, später LMP bei Apollo 17.
  Aldrin: "Wenn man sehr leicht ist und ein paar Bewegungen macht (seine Arme ruckartig nach unten nimmt), hebt es einen vielleicht ein wenig vom Boden ab. Wenn man wirklich nur sehr wenig wiegt. Das wollte ich wahrscheinlich sagen."
  Armstrong: "Eine der Aufgaben von Buzz war die Beurteilung der Stabilität, der Mobilität, wie gut man sich auf der Oberfläche fortbewegen kann usw. Ich bin sicher, dass er jede Gelegenheit genutzt hat, um etwas dazu zu sagen."
109:49:06 Armstrong: Und, ich habe jetzt die Isolierfolien vom MESA entfernt und es scheint hier alles in Ordnung zu sein.
109:49:13 Aldrin: Man muss darauf achten, sich in die Richtung zu lehnen, in die man will, sonst (nicht zu verstehen) leicht schwindlig. (nicht zu verstehen) Mit anderen Worten, man muss seine Füße so stellen, dass sie immer unter dem eigenen Schwerpunkt bleiben. (Pause)
  Buzz bewegt sich südlich der Leiter, aber immer noch im Schatten des LM.
109:49:40 Aldrin: Hey, Neil, hab ich nicht gesagt, dass wir vielleicht ein paar lila Steine finden?
109:49:42 Armstrong: Du hast einen lila Stein gefunden?
109:49:44 Aldrin: Jup. (Pause) Sehr kleine, glitzernde (nicht zu verstehen) Fragmente (nicht zu verstehen) an Stellen (nicht zu verstehen) wäre meine erste Vermutung eine Art Biotit. (Pause) Wir überlassen das der genaueren Analyse. (nicht zu verstehen) (Pause) (nicht zu verstehen) Boden verdichtet sich unter (nicht zu verstehen) keinerlei (nicht zu verstehen) man sinkt nicht weiter ein, als (nicht zu verstehen) einen knappen Zentimeter. (Pause)
  Während wir über Apollo 17 sprachen, hat Jack Schmitt sich erinnert, wie einige der Geologen Buzz wegen der Verwendung der Bezeichnung "Biotit" kritisiert haben. Genau genommen ist Biotit eine dunkelgrüne bis schwarze Art von Glimmer. Was Buzz gesehen hat, war kein Biotit, aber, so Jack Schmitt, mit dieser Beschreibung hat er einen ausgezeichneten ersten Eindruck vom Erscheinungsbild der Mineralien vermittelt, die er in den Steinen sehen konnte. Schmitt hält diese Kritik an Buzz für vollkommen ungerechtfertigt und ist, sogar mehr als zwanzig Jahre danach, immer noch aufgebracht darüber.
  Aldrin: "Es hat mich nicht allzu sehr geärgert."
  Armstrong: "(amüsiert) Alle Geologen haben ihre eigenen Interessen. Sie äußern eine Meinung und tun dann alles, um sie zu verteidigen."
  Aldrin: "Diese Äußerung über die 'lila' Steine war in Wirklichkeit nur der Versuch, etwas witzig zu sein (einen Scherz zu machen). Das ist aber nicht ganz so rausgekommen. Deshalb habe ich es von da an auch gelassen. Was ich eigentlich dachte, war: 'Was ist die unmöglichste Farbe, die einem für einen Stein einfallen kann?' 'Lila.' Aber es hat nicht funktioniert."
  Real-Videoclip (2 min 49 sec) der Fernsehübertragung.
109:50:59 Armstrong: Okay, Houston. Ich wechsle jetzt das Objektiv (an der Fernsehkamera) für euch. (Checklisteneintrag: TV-CHANGE LENS)
109:51:05 McCandless: Verstanden, Neil. (lange Pause)
  Armstrong: "Ich musste das eine Objektiv von der Fernsehkamera abnehmen und ein anderes aufsetzen. Ich glaube, es befand sich im MESA, wie die Kamera auch. Nach meiner Erinnerung kamen alle Fernsehbilder von einer etwas entfernten Kameraposition. Nur für die ersten Bilder haben wir das Weitwinkelobjektiv gebraucht, da sich das MESA ziemlich nah an der Leiter befand. Wir haben es danach nicht mehr benutzt."
  Wie auf dem Schema zu sehen ist, war das Weitwinkelobjektiv rechts unten verstaut.
109:51:30 Armstrong: Okay, Houston. Sagt mir, ob ihr wieder ein Bild habt.
109:51:35 McCandless: Neil, hier ist Houston. Wir bestätigen. Wir haben wieder ein Bild. Man sieht, dass das Objektiv eine größere Brennweite hat. Und zu eurer Information, alle Systeme im LM sind in Ordnung. Ende.
  Neil wird die Fernsehkamera zu einer Position nordwestlich vom LM bringen und auf ein Stativ stellen. Die Entfernung von etwa 20 Metern entspricht der Länge des Kabels, das sie mit dem Raumschiff verbindet. Um den "ersten Schritt" zu übertragen, hatte die Kamera ein Weitwinkelobjektiv.
109:51:46 Aldrin: Das freut uns. Danke. (lange Pause)
  QuickTime-Videoclip (1 min 1 sec, 3 Mb) der Fernsehübertragung.
109:52:24 Aldrin: Neil enthüllt jetzt die Plakette, die sich (nicht zu verstehen) Stütze.
  Mauro Freschi hat eine kolorierte Version, der ursprünglich von Dick Lattimer veröffentlichten Schwarz-Weiß-Aufnahme eines Fernsehbildes, hergestellt.
109:52:27 McCandless: Verstanden. Wir haben euch im Sichtfeld, aber etwas weiter zurück und auf einer Seite.
  Aldrin: "Ich habe Neil (eben gerade) gefragt, ob die Plakette auf der Checkliste stand, ich glaube nämlich nicht. Weil ich keine hatte."
  Ich habe erst lange nach unserem Gespräch erfahren, dass Buzz' Erinnerung, nur Neil hätte eine Checkliste gehabt, nicht ganz stimmt. Beide hatten eine Checkliste, die jeweils an der Manschette ihres linken Handschuhs aufgenäht war. Auf Foto S69-38937 ist die Checkliste von Buzz zu sehen und auf Foto S69-38898 die Checkliste von Neil. Wie man sieht, gibt es weder auf der Liste von Neil noch auf der von Buzz einen Eintrag für die Plakette.
  Aldrin: "Und sie (die Plakette) kam auch reichlich spät, was das Training angeht. Wie die Flagge auch. Ich kann ich nicht daran erinnern, dass ich wusste, wie man die Abdeckung an der Plakette entfernt oder wo die Flagge verstaut war."
  Die Abdeckung ist eine gewölbte Metallplatte, auf der einen Seite in ein Scharnier eingehängt und auf der anderen mit einem Verschluss befestigt. Auf Foto S69-39193 (Scan von Kipp Teague / Frederic Artner) hält ein Techniker Plakette und Abdeckung in der Hand, noch bevor beides montiert war. Ein weiteres Foto (Scan von Paul Fjeld) von Eagle, bereits in seinem Adapter auf der S-IVB untergebracht, zeigt ebenfalls die Abdeckung und den Verschluss der Plakette.
  Aldrin: "Wenn also nur einer von uns hätte aussteigen können und ich das gewesen wäre, ich bin mir nicht sicher, ob ich gewusst hätte, wie man das aufkriegt. Worauf ich hinaus will ist, wenn jemand fragt: 'Wie war euere Vorbereitung?' Nun, es gab ein paar Dinge, zu denen wir nicht mehr gekommen sind. Wir waren während des gesamten Trainings so verdammt beschäftigt, aber wir konnten nicht immer alles abdecken, auch weil manches erst ziemlich spät dazukam."
  In einem 1993 veröffentlichten Bericht eines Vertragspartners der NASA Where No Flag Has Gone Before von Anne M. Platoff steht, dass die endgültige Entscheidung, eine Plakette zu enthüllen und eine Flagge aufzustellen, erst kurz vor dem Start getroffen wurde. Die Entwicklung und Konstruktion der Flagge mit ihrer Aufhängung begann ungefähr drei Monate vor dem Start und Trainingsversionen wurden am 25. Juni 1969 zum Cape geliefert. Das war spät genug, um bei dem ausgebuchten Trainingskalender nur noch sehr wenig Gelegenheiten zu haben, das Aufstellen der Flagge zu trainieren.
  Armstrong: "Es war ein evolutionärer Prozess und es gab Änderungen."
  Ich wollte wissen, ob die PLSSs identisch waren.
  Armstrong: "Ich denke, sie waren identisch. Es wurde die Frage gestellt, ob unsere Namenunsere vollständigen und auch auf Fotos erkennbaren Namenhinten auf den PLSSs standen. Ich glaube es nicht. Irgendjemand sagte aber, sie waren drauf."
  John Burton, Chris Gainor und Ulrich Lotzmann sagen, dass Neil sich hier irrt. Bei guten Reproduktionen von Foto AS11-40-5942 ist der Name "E. Aldrin" gut zu lesen. Die besten zurzeit verfügbaren Abdrucke sind in dem außerordentlich empfehlenswerten Bildband Full Moon von Michael Light zu finden. Man sieht den Namen auch in einem bearbeiteten Ausschnitt (erstellt von Th. Schwagmeier) von AS11-40-5942. John Burton macht darauf aufmerksam, dass man auf Foto AS11-40-5886 das Namensschild von Neil, wenn auch nicht lesen, so doch mindestens erkennen kann.
  Diesen rein äußerlichen Unterschied nicht beachtend, lag der einzige funktionale Unterschied zwischen den beiden PLSSs im Kommunikationssystem. Vor 1967 sahen die Planungen der NASA vor, nur einen Astronauten für eine EVA aussteigen zu lassen. Als sich dieser Standpunkt änderte, stellte man fest, dass das Kommunikationssystem nicht so einfach anzupassen war, um beiden Astronauten das gleichzeitige Senden an das LM zu ermöglichen. Also entschied man, ein PLSS kann als Relaisstation dienen, indem es die Sprach- und Datenübertragung des anderen Astronauten empfängt und dann die kombinierten Signale beider Astronauten zum LM überträgt. Das PLSS des Kommandanten wurde entsprechend modifiziert, um diese Funktion zu erfüllen. Siehe Abbildung 2 im Apollo Erfahrungsbericht: Kommunikationssystem des Landemoduls (Apollo Experience Report: Lunar Module Communications System), NASA-TN-D-6974, von R.H. Dietz, D.E. Rhoades und L.J. Davidson, 1972.
  MPEG-Videoclip (48 sec, 5,1 Mb) der Fernsehübertragung.
109:52:40 Armstrong: Für diejenigen, die sie noch nicht gesehen haben, werden wir vorlesen, was auf der Plakette an der vorderen Landestütze steht. Zunächst sind in zwei Hemisphären die beiden Seiten der Erde abgebildet. Darunter steht: "Hier haben Menschen vom Planeten Erde zum ersten Mal den Mond betreten. Juli 1969 A. D. Wir kamen in Frieden für die gesamte Menschheit." Ganz unden sieht man die Unterschriften der Crewmitglieder und die Unterschrift des Präsidenten der Vereinigten Staaten. (Pause)
  Von Syd Buxton kommt die verbesserte Version einer Schwarz-Weiß-Abbildung der Plakette, die er auf der MSFC-Website gefunden hat.
  MPEG-Videoclip (50 sec, 5,3 Mb) der Fernsehübertragung.
109:53:40 Armstrong: (zu Buzz) Bereit für die Kamera? Nein, ich nehme sie.
109:53:43 Aldrin: Nein, du trägst die Fernsehkamera weg.
  Sie stellen sich beide vor das MESA.
  Real-Videoclip (2 min 54 sec) der Fernsehübertragung.
109:53:45 Armstrong: Pass auf die LEC dort auf. (Pause)
109:53:53 Aldrin: Also, ich fürchte, diese (nicht zu verstehen) Materialien werden (nicht zu verstehen) einstauben. (Pause) (an Houston) Das Oberflächenmaterial (nicht zu verstehen) pulverig. (Hält seine Hand vor das Objektiv der Fernsehkamera) (nicht zu verstehen) wie gut euer Objektiv ist, aber vielleicht könnt ihr (nicht zu verstehen) Schmutz an meinen Handschuhen (nicht zu verstehen) ganz wie sehr feiner Kohlenstaub, sieht aber schmutzig aus.
109:54:40 Armstrong: Würdest du mir etwas von meinem (TV-)Kabel abrollen, Buzz? (lange Pause)
  Das Kabel für die Fernsehkamera befindet sich ebenfalls auf der rechten Seite des MESA.
109:54:58 Aldrin: Houston. Wie nah kann ich etwas vor das Objektiv halten, damit es noch scharf ist?
109:55:02 McCandless: Hier ist Houston. Wir können Buzz' rechte Hand sehen. Ein wenig unscharf. Ich würde sagen, das Bild wird scharf ab etwa 8 Zoll bis 1 Fuß (20 bis 30 cm) hinter der Stelle, an der Buzz seine Hand hatte, als er das Kabel herausgezogen hat.
  Neil scheint die Fernsehkamera wegzutragen.
109:55:21 Aldrin: (zu Neil) Okay. Welche Temperatur zeigt es dort an?
109:55:25 Armstrong: Die Temperatur an der Kamera ist "Kalt".
  Die Fernsehkamera hatte ein Indikatorschildbezeichnet als Tempa-Labelmit einer Reihe von Punkten, deren Farbe sich beim Ansteigen der Temperatur von Weiß zu Schwarz veränderte. In einem Ausschnitt von Foto 70-H-103, aufgenommen beim Training für Apollo 13, sieht man dieses Schild an einem Werkzeuggriff. Momentan zeigen alle Punkte noch die Farbe für "Kalt", was bedeutet, im Inneren des MESA war es nicht heiß.
109:55:32 Aldrin: Mir ist etwas kalt. Ich denke, ich ändere mal (nicht zu verstehen). (Pause) Ich bin jetzt auf der mittleren Stufe (für die Kühlung), Houston, und habe 3,78 (psi – 0,26 bar). Keine (Warn-)Anzeigen, 74 (nicht zu verstehen, wahrscheinlich "Prozent Sauerstoff").
  Armstrong: "Du hast bestimmt von maximaler Kühlung auf die mittlere Stufe zurückgestellt."
  Auf Foto AS11-40-5963 sieht man unten an der rechten vorderen Ecke von Buzz' PLSS den kleinen Hebel (hier ein Ausschnitt). Damit stellt er ein, wieviel Wärme vom geschlossenen Kühlkreislauf der LCG an das Brauchwasser für den Sublimator abgegeben wird. Es gibt drei Stellungen für Minimum, Mittel und Maximum. Es sind aber auch Zwischenstufen möglich.
  Armstrong (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Es war nicht zu warm im Anzug. Den Kühlmitteldurchfluss hatte ich fast die ganze Zeit auf Minimum gestellt. Buzz fand eine höhere Stufe besser. Das passte auch zu unseren Erfahrungen während der Vorbereitungen. Einen Temperaturunterschied zwischen dem Aufenthalt im Schatten (des LM) und außerhalb des Schattens habe ich nicht bemerkt. Es gab geringe Unterschiede beim Licht und den Sichtverhältnissen, aber nicht bei der Temperatur. Das einzige Temperaturproblem, das ich hatteBuzz hatte dieses Problem nichtbetraf die Handschuhe. Ich hatte die inneren Handschuhe nicht an. Ich hatte mich entschieden, ohne die Innenhandschuhe (die zwar etwas Schutz gegen das Scheuern geboten hätten, aber auf Kosten der Feinfühligkeit) rauszugehen und meine Hände waren etwas warm und sehr nass die ganze Zeit. Sie wurden sehr feucht und klamm. Das hat mich beeinträchtigt, wenn ich fest zugreifen wollte, um die Dinge sicher in der Hand zu haben."
  Die Feuchtigkeit in den Handschuhen und das Scheuern an der Innenseite war ein immer wiederkehrendes Problem für die Apollo-Besatzungen. Die LCG ging nicht über das Handgelenk hinaus, weswegen die Hände nicht gekühlt werden konnten. Dazu kam, dass die Handschuhe notwendigerweise sehr eng anliegen mussten, wodurch auch die Luftzirkulation verhindert wurde. Es gab also keine Möglichkeit, die Hände trocken zu halten.
  Aldrin (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Ich hatte eine kühlere Stufe am (Brauchwasser-)Umlenkventil eingestellt, weil es angenehmer war. Im Nachhinein betrachtet führte das zu einem höheren Wasserverbrauch. Es war mir nicht vollkommen klar, dass man bei einem höheren Durchfluss auch mehr Wasser über Bord pumpt. Diese Auswirkung auf den Wasserverbrauch war mir vor dem Flug nicht bewusst. Ich hätte sicher schon viel eher auf eine niedrigere Stufe gehen können, ohne zu überhitzen."
  Die Planer der NASA haben bei Neil mit einem Verbrauch von 5,4 Pfund (2,5 kg) Kühlwasser während der EVA gerechnet, bei Buzz mit 5,1 Pfund (2,3 kg). Tatsächlich hat Neil aber gerade mal 2,9 Pfund (1,3 kg) verbraucht, während es bei Buzz 4,4 Pfund (2 kg) waren. Das heißt, da bei beiden der Wasserverbrauch so viel geringer war als vorausgesehen, hatte die stärkere Kühlung bei Buzz einen umso deutlicheren Effekt.
  Aldrin (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Um Neils Erfahrung zu bestätigen, ich habe keine heiße Stelle, nicht einmal eine warme, im Anzug bemerkt. Ich hatte die Innenhandschuhe ebenfalls nicht an, weil ich ein besseres Gefühl durch die Anzughandschuhe haben wollte. Während des Anlegens hatte ich die Handgelenkmanschetten nicht an. (Diese Manschetten sollten verhindern, dass der Ring, der den Handschuh am Handgelenk mit dem Anzug verbindet, die Haut aufscheuert.) Ich dachte, die Ärmel an der LGC würden weit genug über das Handgelenk reichen. Beim nächsten Mal würde ich diese Manschetten aber anziehen. Denn als ich die Handschuhe anhatte und begann, sie zu bewegen, haben sie etwas an meinem Handgelenk gerieben. Ich dachte, es könnte schlimmer werden, als es dann tatsächlich war, aber im Rückblick wäre es besser gewesen, ich hätte sie angezogen."
  Eine der Landestützen des LM kommt ins Bild der Fernsehkamera. Der 16mm-Film legt nahe, dass es die plus-Y-Stütze (Norden) ist.
  MPEG-Videoclip (1 min 52 sec, 9,7 Mb) der 16mm-Filmkamera.
109:55:50 McCandless: Houston. Verstanden. Aus.
109:55:57 Aldrin: Und, wir brauchen wahrscheinlich etwas (nicht zu verstehen) Entfernung (nicht zu verstehen)Standort weiter hinten (nicht zu verstehen) Fernsehkamera. (Pause) Neil, schau dir mal die minus-Y-Stütze (Süden) an. Die Richtung der Spur dort (nicht zu verstehen) zieht von rechts nach links.
109:56:24 Armstrong: Richtig.
  Armstrong: "Wie es aussieht, anfange ich damit an, die Fernsehkamera wegzutragen. Buzz steht dort und hilft beim Abrollen des Kabels usw. Währenddessen kommentiert er vermutlich weiterhin seine Beobachtungen, die er in der unmittelbaren Umgebung des LM macht."
109:56:25 Aldrin: Die hier drüben unter dem Triebwerk der Aufstiegsstufe (meint "Landestufe"), wo der Sensor den Boden das erste Mal berührt hat, der minus-Y-Sensor (Süden) das erste Mal den Boden berührt hat.
  Real-Videoclip (2 min 35 sec) der Fernsehübertragung.
109:56:35 Armstrong: Hab ich noch reichlich Kabel?
109:56:38 Aldrin: Du hast noch viel. Viel mehr. (Pause) Okay. Ich glaube, ich habe jetzt das Ende.
  Im Videoclip der 16mm-Kamera sieht man, wie Neil stoppt und einen kleinen nicht sehr alten Krater untersucht. Wahrscheinlich liegt Glas darin, ein Anzeichen für einen relativ frischen Einschlag mit sehr hoher Geschwindigkeit. Wenn Krater durch Einschläge von Objekten verursacht wurden, die mit sehr hoher Geschwindigkeit aus dem Weltraum kommen, spricht man von Primärkratern. Das bei solchen Ereignissen aufgeworfene Material trifft mit weniger als der Mond-Fluchtgeschwindigkeit von 2,4 km/s wieder auf die Oberfläche und verursacht dabei ebenfalls Krater. Es hat aber nicht genug Energie, um den Boden beim Aufprall zu schmelzen.
109:56:51 Armstrong: Am Boden dieses kleinen Kraters hier ist etwas InteressantesMöglicherweise ist es
  Ein Bild des 16mm-Films (Scan von Kipp Teague) zeigt Neil genau in dem Moment, als er sich von dem kleinen Krater wieder entfernt.
109:57:01 Aldrin: Du kannst noch weitergehen. Wir haben viel mehr (Kabel).
109:57:03 Armstrong: Okay.
109:57:04 Aldrin: Es lässt sich jetzt etwas schwerer herausziehen.
  MPEG-Videoclip (1 min 38 sec, 8,5 Mb) der 16mm-Filmkamera.
109:57:30 Armstrong: Was würdest du sagen, wie weit ich weg bin, Buzz?
109:57:33 Aldrin: Vierzig, fünfzig Fuß (12 bis 15 m). Du könntest dich mal umdrehen und ihnen ein Bild von dort aus geben, dann weißt du, wie das Sichtfeld ist. Meinst du nicht?
109:57:42 Armstrong: Okay.
109:57:45 Aldrin: Du verfängst dich im Kabel.
109:57:46 Armstrong: Okay.
109:57:50 Aldrin: Besser nach rechts herumdrehen.
109:57:53 Armstrong: Ich möchte nicht in die Sonne kommen, wenn ich es vermeiden kann.
109:57:55 Aldrin: Das ist richtig, na klar.
  Neil will hier unbedingt vermeiden, die Fernsehkamera bzw. das Objektiv in die Sonne zu halten. Anders als bei den von Apollo 15, 16 und 17 verwendeten, ist diese Kamera sehr lichtempfindlich und hat auch keine automatische Blende. Bei Apollo 12 hat die Crew aus Versehen das Objektiv auf die Sonne gerichtet und die Kamera dadurch unbrauchbar gemacht.
  NASA-Fotos S69-33922 und S69-33923 vom April 1969 zeigen Neil beim Aufstellen der Fernsehkamera im Trainingsgebäude am Cape.
  Hier eine Schwarz-Weiß-Fernsehkamera der Fa. Westinghouse, 2004 von Ulrich Lotzmann im National Air and Space Museum fotografiert. Auf dem Deckel der Kamera sieht man Linien, die das Sichtfeld für jeweils beide Objektive andeuten, das "80°-Weitwinkelobjektiv" bzw. das "35°-Objektiv für Tageslicht auf dem Mond", welches bei Apollo 11 gerade verwendet wird. Auf der von Thomas Schwagmeier bearbeiteten Version von Abbildung 3-16 aus dem Apollo 11 Preliminary Science Report (Vorläufiger wissenschaftlicher Bericht von Apollo 11) ist das 35°-Sichtfeld durch die blauen Linien markiert.
109:57:59 Armstrong: Ich lasse es einfach
109:58:01 Aldrin: In Ordnung, lass es (nicht zu verstehen)
109:58:02 Armstrong:so stehen und laufe drum herum.
109:58:06 Aldrin: Houston. Ist das MESA gut im Sichtfeld? (nicht zu verstehen) weit weg?
109:58:15 McCandless: Gut. (Pause) Neil, hier ist Houston. Das Sichtfeld ist okay. Wir möchten, dass du ein wenig weiter nach rechts schwenkst. Ende.
109:58:28 Armstrong: Okay.
109:58:32 Aldrin: Okay. Das ist alles an Kabel, was wir haben. (nicht zu verstehen) alles abgerollt. Ich werde jetzt (entsprechend der ChecklisteDEPLOY SWC) mit dem Sonnenwindkollektor anfangen.
  Die endgültige Position der Fernsehkamera befand sich ungefähr 18 Meter (60 Fuß) vom MESA entfernt und das Kabel war, wie Buzz hier andeutet, nicht viel länger.
  Der Sonnenwindkollektor bestand aus einer Aluminiumfolie mit den Maßen 30×140 cm. Für 77 Minuten in der Sonne aufgestellt, wurden damit die Helium-, Neon- und Argonionen im Sonnenwind aufgefangen. Buzz wird einen Stab zusammensetzen, die Folie ausrollen und daran aufhängen. Anschließend wird der Stab so in den Boden gesteckt, dass die Folienoberfläche zur Sonne zeigt.
109:58:40 McCandless: (zu Neil) Das ist etwas zu weit rechts. Kannst du es wieder zurück nach links drehen, um vier oder fünf Grad? (Pause) Okay. Das sieht gut aus, Neil.
109:58:55 Armstrong: Okay, jetztWas meinst du, soll ich weiter weg oder etwas näher ran?
109:59:01 Aldrin: Viel weiter weg geht nicht.
  Real-Videoclip (4 min 1 sec) der Fernsehübertragung.
  MPEG-Videoclip (2 min 16 sec, 11,7 Mb) der 16mm-Filmkamera.
109:59:05 Armstrong: Lasst es uns für einen Moment so versuchen. Ich werden damit jetzt ein paar Panoramabilder machen.
  Neil dreht die Fernsehkamera schrittweise den Horizont entlang, um Houston einen Eindruck von der Umgebung zu vermitteln.
109:59:13 McCandless: Verstanden. Was die Entfernung betrifft, sieht es ganz in Ordnung aus, Neil. Und wenn du mit dem Panorama fertig bist, werden wir dir beim Ausrichten wieder helfen. Der Panoramaschwenk jetzt war zu schnell. Du musst anhalten, um zu
109:59:28 Armstrong: Ich habe nicht angehaltenIch hatte sie nur noch nicht abgesetzt. Das hier ist das erste Bild vom Panorama.
109:59:35 McCandless: Verstanden.
  Die später auf den Mondfahrzeugen montierten Fernsehkameras konnten sehr viel schneller geschwenkt werden, ohne dabei große Verzerrungen zu verursachen bzw. das Bild zu verwischen. Nicht so diese Kamera.
109:59:40 Armstrong: Das jetzt ist ungefähr Nordnordost. Sagt mir, wenn ihr ein Bild habt, Houston.
109:59:54 McCandless: Wir haben ein sehr gutes Bild, Neil.
109:59:58 Armstrong: Okay. Ich schwenke weiter. (Pause)
110:00:10 McCandless: Okay. Noch ein gutes Bild. (Pause) Okay, wir haben das.
  Bruce teilt mit, dass die Wissenschaftler im Hinterzimmer (Backroom) diese Einstellung lange genug betrachtet und, selbstverständlich, Polaroidaufnahmen vom Bild auf dem Monitor gemacht haben. Neils Zeit war zu wertvoll, um sich lange bei einer einzigen Kameraeinstellung aufhalten zu können. Später konnten die Fernsehkameras auf den Mondfahrzeugen direkt von Houston aus bedient werden und so gab es mehr Möglichkeiten für das "Hinterzimmer", bestimmte Objekte auch damit genauer zu betrachtennatürlich abhängig von der Notwendigkeit, mit der die Bodenkontrolle vorrangig die Astronauten bei ihrer Arbeit beobachten musste. Generell war das Fernsehbild besser dafür geeignet, die Astronauten zu beobachten, als geologische Untersuchungen durchzuführen. Fotografien boten eine wesentlich höhere Auflösung und waren deshalb für die Geologen langfristig viel wertvoller. Das Fernsehen wurde von den Wissenschaftlern aber auch genutzt, um die EVA in Echtzeit planen zu können und auf diese Weise flexibel zu sein. Jedenfalls war es für Houston wichtiger, durch die Fernsehbilder einen Eindruck von den Bedingungen zu bekommen, unter denen die Astronauten arbeiten mussten. Gelegentlich konnte man so die Crew auch wissen lassen, wenn etwas heruntergefallen war, oder ein Werkzeug nicht richtig eingesetzt wurde.
  Hier ein Hinweis: Es gab viele Gruppen zur Unterstützung des Teams der Bodenkontrolle, die sich in verschiedenen "Hinterzimmern" befanden. Hier im Journal wird der Begriff "Hinterzimmer" aber hauptsächlich für den Raum verwendet, in dem sich die Gruppe der Wissenschaftler befand. Die jeweilige Mannschaft im Wissenschafts(hinter)zimmer (Science backroom) spielte bei allen EVAs eine wesentliche Rolle.
110:00:29 Armstrong: Okay. Das ist jetzt mit der Sonne im Rücken, direkt nach Westen. Und ich möchte wissen, ob ihr im Vordergrund einen eckigen Stein sehen könnt,
110:00:41 McCandless: Verstanden. Wir haben einen
110:00:42 Armstrong:der zum Teil im Boden steckt.
110:00:43 McCandless:großen eckigen Stein im Vordergrund und, wie es aussieht, einen viel kleineren Stein ein paar Zentimeter links daneben. Ende
110:00:52 Armstrong: Ganz richtig. Und dahinter, etwa 10 Fuß (3 m) weiter, liegt ein noch größerer Stein, der sehr abgerundet ist. (Pause) Dieser Stein ist ungefährDer vordere von beiden ragt etwa einen Fuß (30 cm) hoch aus dem Sand. Und er ist etwa 1½ Fuß lang und 6 Zoll dick (45×15 cm), und steht hochkant.
  MPEG-Videoclip (1 min 47 sec, 9,2 Mb) der 16mm-Filmkamera.
110:01:16 McCandless: Verstanden. (Pause)
110:01:26 Aldrin: Okay, Neil. Ich habe den Tisch draußen (und) habe einen Beutel angehängt.
  Buzz hat am MESA den "Tisch" ausgeklappt, auf dem jeweils eine der Probenbehälter (SRC) abgestellt werden konnte. Der Beutel ist ein sogenannter Wiege-Beutel aus mit Teflon beschichteter Folie, um Gestein und Bodenproben aufzunehmen. Buzz hat ihn dafür am Rand des MESA angehängt. Diese Aufgaben stehen nicht auf seiner Checkliste. Abbildung 101 im Werkzeugkatalog von Judy Allton zeigt, wie Neil im Training Probenmaterial in den Wiege-Beutel schüttet. Auf Foto S69-32242 hält Neil, ebenfalls beim Training, einen Wiege-Beutel in der Hand. Am Boden und am oberen Rand war er mit rechteckigen Metallrahmen versehen, um ihn während des Gebrauchs offen zu halten.
  Im 16mm-Film sieht man den Schatten von Buzz, wie er sich mit dem SWC (Sonnenwindkollektor) auf die rechte Seite bewegt und den Kollektor auf dem Weg dorthin auspackt.
110:01:33 McCandless: Wir haben das Bild, Neil. (Pause)
110:01:42 Armstrong: Das ist jetzt direkt nach Süden.
110:01:45 McCandless: Verstanden. Und wir sehen den Schatten vom LM.
110:01:48 Armstrong: Verstanden. Die kleine Anhöhe direkt hinter dem LM-Schatten wird von zwei länglichen Kratern, ungefährDie beiden sind zusammen etwa 40 Fuß lang (12 m – Ost-West) und 20 Fuß breit (6 m – Nord-Süd), und sie sind ca. 6 Fuß (1,8 m) tief. Wahrscheinlich werden wir nachher dort etwas zu tun haben. (Pause)
  Dieser Doppelkrater ist am besten auf den Fotos zu sehen, die aus Neils Fenster aufgenommen wurden. AS11-37-5452 und AS11-37-5453 sind gute Beispiele.
110:02:20 McCandless: Verstanden. Jetzt sehen wir Buzz bei seiner Arbeit (mit dem SWC).
  Buzz stellt etwas nördlich und nicht weit entfernt vom MESA den SWC auf. Im 16mm-Film ist er dabei durch die RCS-Düsen rechts neben seinem Fenster verdeckt.
110:02:22 Armstrong: Ist das als endgültige(hört Bruce sprechen)
110:02:26 McCandless: Für die endgültige Richtung bitte etwa 5° nach links. (Pause) Jetzt wieder zurück nach rechts, ungefähr halb so weit.
110:02:42 Armstrong: Okay. (Pause)
  ALSJ-Mitarbeiter Marv Hein macht auf den hellen, etwas geneigten, vertikalen Streifen im Fernsehbild rechts neben der Mitte aufmerksam. Dabei handelt es sich um eine Bildstörung, hervorgerufen durch Reflexionen im Inneren des Kameraobjektivs. Man sieht es deutlich, wenn Neil die letzten Justierungen für die endgültige Blickrichtung vornimmt.
  Neil entfernt sich von der Fernsehkamera in Richtung LM.
  QuickTime-Videoclip (1 min 5 sec, 3,3 Mb) der Fernsehübertragung.
  MPEG-Videoclip (3 min 35 sec, 18,5 Mb) der 16mm-Filmkamera.
110:02:53 McCandless: Okay. Das sieht gut aus, Neil.
110:03:00 Armstrong: Okay. (lange Pause)
  Seiner Checkliste folgend, macht Neil Fotos von Buzz beim SCW.
  Real-Videoclip (3 min 23 sec) der Fernsehübertragung.
110:03:20 Aldrin: Okay. Ihr könnt das abhaken, Houston. (nicht zu verstehen)
110:03:24 McCandless: Verstanden. Sonnenwindkollektor. (Pause)
  Die beiden Fotos, die Neil hier entsprechend seiner Checkliste macht, sind AS11-40-5872 und AS11-40-5873.
110:03:36 Aldrin: Und übrigens, man kann den Schatten vom Stab ganz gut benutzen, um alles genau senkrecht (zur Richtung der Sonnenstrahlen) (nicht zu verstehen)
110:03:50 McCandless: Verstanden. (lange Pause)
  Aldrin (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Der Stab (für den SWC) ging etwa 4 oder 5 Zoll (10 oder 13 cm) tief in den Boden. Er steckte nicht ganz so stabil drin, wie ich mir gewünscht hätte, aber er blieb aufrecht stehenWenn man tiefer als 4 oder 5 Zoll kommt, wird der Boden ziemlich fest. Als ich das Sonnenwindexperiment aufgebaut habe, hatte ich dafür allerdings noch keine so deutlichen Anhaltspunkte."
110:04:05 Aldrin: Ein paar der kleineren flachen Mulden (nicht zu verstehen) locker und man sinkt vielleicht 2 oder 3 Zoll (5 o. 8 cm) tief ein. (nicht zu verstehen) deutet exakt auf das hin, was die Bilder von Surveyor gezeigt haben, wenn etwas weggeschoben wurde. In der oberen Schicht des Bodens wird die Kraft übertragen, eine ca. 5 bis 6 Zoll (13 bis 15 cm) breite Bucht (meint einen sichelförmigen Bereich) bricht ab und bewegt sich, als wäre das Material zusammengebacken, was es aber in Wirklichkeit nicht ist.
  Aldrin: "Die Art, wie der Boden sich bewegt, wenn man ihn mit der Fußspitze wegschiebt. 5 oder 6 Zoll scheinen mir jetzt ziemlich viel."
  Armstrong: "Was, denkst Du, hast Du mit 'Bucht' gemeint? Es wurde so transkribiert und klingt auch wie 'Bucht', aber das war es nicht, da bin ich sicher."
  Aldrin: "Ich glaube, ich wollte (am Anfang der Transmission) vermitteln, dass man an den Rändern dieser kleinen flachen Mulden etwa 2 bis 3 Zoll (5 bis 8 cm) einsinkt, aber bevor man dorthin kommtoder in der Mitte davonist es nur vielleicht ein viertel Zoll (0,6 cm). Mit anderen Worten, wie locker die Bodenbeschaffenheit ist, hängt vom Gefälle ab."
  Die andere Beobachtung von Buzz bestätigte, was Forscher schon bei Surveyor gesehen hatten, wenn sich die Schaufelarme der Sonden durch den Boden bewegten. Ein Teil des Materials vor der Schaufel, bzw. vor der Fußspitze, scheint zusammenzuhängen und bewegt sich wie in einem Stück. Außerdem ist am vorderen Rand dieses Bereichs eine sehr deutliche Abgrenzung zu erkennen.
  Im 16mm-Film sehen wir, wie Neil stehen bleibt und den Bereich um einen kleinen Krater untersucht. Es ist derselbe Krater, an dem er schon vorher beim Wegtragen der Fernsehkamera kurz angehalten hat.
  Andy Chaikin merkt an, dass auf einer Bildfolge des 16mm-Films zu sehen ist, wie Buzz den Stiel vom Werkzeug für die Sicherheits-Bodenprobe aus dem Weg stößt, als er zum MESA möchte.
  Auf einem späteren Bild ist zu sehen, wie Neil auf das LM zukommt. Chaikin sagt, dass es für ihn das beste Bild von Neil auf der Mondoberfläche ist.
110:04:43 Armstrong: (nähert sich dem MESA) An den Stellen mit lockerem Material, wo unsere Fußabdrücke etwa zwei Zentimeter tief sind, ist mir aufgefallen, dass der Boden sehr kohäsiv ist. An den seitlichen Rändern der Abdrücke bildet der Boden ein recht steiles Gefälle von ca. 70°.
  Unterbrechung des Funkverkehrs.
  Als Nächstes stellen Neil und Buzz die amerikanische Flagge auf. Dieser Punkt ist allerdings auf keiner der beiden Checklisten verzeichnet. Eine ausführliche Beschreibung der verschiedenen Teile für die Flagge und wie die Entscheidung getroffen wurde, sie aufzustellen, kann man in Where No Flag Has Gone Before von Anne Platoff nachlesen. Die Flagge ist, mit einer Hitzeschutzabdeckung versehen, unter dem linken Holm der Leiter verstaut (siehe NASA-Foto S69-38755). Auch gut zu sehen auf Neils Foto AS11-40-5868, als Buzz auf der untersten Sprosse stand.
  Bei etwa 110:05:20, bzw. 2 Minuten 27 Sekunden im Videoclip des 16mm-Films, sieht man vom linken Rand auf halber Höhe etwas ins Bild fliegen. Möglicherweise ist es die Schutzabdeckung der Flagge. Im nächsten Bild ist sie näher am oberen Rand und beim übernächsten Bild außerhalb des Sichtfelds der 16mm-Kamera. Montiert an der linken Seite der Leiter, bot die Abdeckung Schutz vor eventuellen Beschädigungen durch Hitzeeinwirkung, speziell während des Landemanövers. Sie ist etwa einen Meter lang und als oberstes Teil auf Abbildung 5 im Artikel von Anne Platoff zu sehen.
  Real-Videoclip (3 min 26 sec) der Fernsehübertragung.
  MPEG-Videoclip (3 min 24 sec, 17,1 Mb) der 16mm-Filmkamera.
110:06:29 Armstrong: Okay?
110:06:30 Aldrin: Ja. Ich denke, hier ist es. (Pause) Geht es auf an dem Ende? (Pause) Soll ich es machen? Ich nehme den Hammer. (lange Pause)
  QuickTime-Videoclip (1 min 20 sec, 4 Mb) der Fernsehübertragung.
110:07:01 Armstrong: (befindet sich zwischen MESA und Fernsehkamera) Nimmst du den Teil? Komm hierhin damit. (Pause) Direkt zu dem Stein hier. (lange Pause)
  Im 16mm-Film entfernen sich Neil und Buzz wieder etwas vom LM in Richtung Fernsehkamera. Buzz hat den unteren Teil des Flaggenmasts dabei und Neil trägt die anderen Teile wie den oberen Mast, die Querstange und die Flagge selbst.
110:07:38 Aldrin: Warte, du musst das hier verlängern. (lange Pause)
  Die Teile für die Flagge sind ein Flaggenmast und eine verlängerbare Querstange. Die Querstange wird mit dem Mast am oberen Ende durch ein arretierbares Gelenk verbunden. Die Flagge aus Nylon misst 3×5 Fuß (91×152 cm) und hat oben einen Saum, der auf die Querstange geschoben wird. Zusätzlich wird sie noch an zwei Stellen am Mast befestigt.
  Armstrong (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Hier haben wir angefangen, die Flagge zusammenzubauen. Alles verlief wie geplant, abgesehen davon, dass wir die Verlängerung der oberen Querstange nicht vollständig rausziehen konnten. Buzz und ich haben zusammen nicht die nötige Kraft dazu aufwenden können. Es schien regelrecht festzustecken und wir haben es dann nicht weiter versucht. Deshalb war die Flagge nicht komplett entfaltet, als wir sie am Mast angebracht haben. Bei den Fernsehbildern ist es vermutlich nicht so aufgefallen, aber auf den Fotos sollte es deutlicher zu sehen sein."
  Im 16mm-Film ist bei ungefähr 110:07:30 zu sehen, wie Neil die obere Querstange verdreht, damit sie mit dem Mast einen rechten Winkel bildet.
110:07:58 McCandless: Columbia, Columbia, hier ist Houston. AOS. Ende. (lange Pause)
  Bei 110:08:00 im 16mm-Film ist Neil weiter vom LM entfernt als Buzz und hat die Fernsehkamera im Rücken. Es sieht danach aus, als ob beide an der Querstange ziehen, um sie zu verlängern.
110:08:26 Aldrin: (nicht zu verstehen) (lange Pause)
  Bei 110:08:30 im 16mm-Film ist der Flaggenmast montiert. Buzz hält die Flagge jetzt an der Querstange fest und versucht immer noch, sie zu verlängern.
  Aldrin: "Es gibt im 16mm-Film ein Bild, auf dem einer von uns (Neil) den Mast hält und der andere die Flagge herauszieht. Ich glaube, man kann nicht sagen, wer auf diesem Bild wer ist. Ich weiß auch nicht, ob jemand unsere Bewegungen hier (in den Fernsehbildern oder dem 16mm-Film) verfolgt hat. Und ich weiß nicht, ob ich mich daran erinnere."
  Aldrin: "Wir haben versucht, sie ganz herauszuziehen."
  Armstrong: "Bis zur vollen Länge haben wir es nicht geschafft."
  Aldrin (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Keiner von uns konnte die Verlängerung herausziehen. Wir dachten, es wäre zu schaffen, wenn wir beide zusammen daran ziehen. Wir wollten aber auch nicht zu viel Kraft aufwenden. Wenn es plötzlich nachgegeben hätte, wären wir möglicherweise aus dem Gleichgewicht gekommen. Ich weiß nicht, ob wir irgendwann herausbekommen, was damit passiert ist. Vielleicht hat es mit den Temperaturbedingungen, dem Vakuum oder etwas Ähnlichem zu tun. Das Auspacken aus der Befestigung unter der Leiter ging ziemlich leicht. Einen Augenblick lang dachte ich, wir hätten etwas Schwierigkeiten mit einem der Sicherungsstifte."
  QuickTime-Videoclip (2 min 21 sec, 2,9 Mb) der 16mm-Filmkamera.
  Ein Bild aus dem 16mm-Film zeigt Neil dem LM zugewandt und Buzz vor ihm. Scan von Kipp Teague.
110:08:53 Collins: Houston, Columbia über die Richtfunkantenne. Ende.
110:08:55 McCandless: Columbia, hier ist Houston. Wir hören dich laut und deutlich. Ende.
110:09:03 Collins: Ja. Höre euch laut und deutlich. Wie läuft's?
110:09:05 McCandless: Verstanden. Die EVA verläuft hervorragend. Ich glaube, sie stellen gerade die Flagge auf.
110:09:14 Collins: Großartig!
110:09:18 McCandless: Ich vermute, du bist so ziemlich der Einzige, der es nicht im Fernsehen verfolgen kann.
110:09:25 Collins: Ist in Ordnung. Das macht nichts. (Pause) Wie gut sind die Fernsehbilder?
110:09:35 McCandless: Oh, ausgezeichnet, Mike. Wirklich.
  An dieser Stelle im 16mm-Film hält Buzz die Flagge an der oberen Querstange und die Verlängerung ist so weit, wie es möglich war, herausgezogen. Dann nimmt Neil die Flagge am Mast und Buzz geht nach rechts zur Seite, um zu beobachten, wie Neil versucht den Mast in den Boden zu stoßen.
  ALSJ-Mitarbeiter Brian Lawrence merkt an, dass NASA-Foto S69-39815 etwa zu diesem Zeitpunkt im MOCR aufgenommen wurde. Ken Glover bestimmt den Zeitpunkt genau mit 110:09:25.
110:09:39 Collins: Oh, das ist großartig! Sind die Lichtverhältnisse halbwegs vernünftig?
  Im 16mm-Film kommt Buzz zurück, hält die Flagge unten an der vorderen Ecke fest und zieht daran. Dabei rutscht sie ihm aus der Hand.
110:09:43 McCandless: Ja, tatsächlich. Sie haben die Flagge jetzt aufgestellt und man sieht die Stars and Stripes jetzt auf dem Mond stehen.
  MPEG-Videoclip (2 min 20 sec, 11,7 Mb) der 16mm-Filmkamera.
110:09:50 Collins: Wunderbar. Einfach wunderbar. (lange Pause)
  Im 16mm-Film entfernt sich Buzz erneut etwas nach rechts und salutiert. Als er diesmal wieder zurückkommt, greift er mit beiden Händen jeweils die obere bzw. die untere Ecke der Flagge und zieht daran, während Neil den Mast festhält. ALSJ-Mitarbeiter Bob Farwell hat ein Bild aus dem 16mm-Film in ein Panorama eingefügt, dass aus Fotos, die nach der EVA aufgenommen wurden, zusammengesetzt ist. Es gehört sehr viel Können dazu, die Bilder aus beiden Fenstern so zu kombinieren und erst recht, um das 16mm-Bild einzufügen. Die 16mm-Filmkamera war über dem Fenster des LMP montiert, weshalb die Perspektive auf die nähere Umgebung eine andere ist, als bei den Hasselblad-Aufnahmen.
110:10:16 Armstrong: (zu Buzz) Das ist gut. Schau mal, ob du das Ende etwas rausziehen kannst. Den Teil vielleicht etwas glätten? (Pause)
  In den Fernsehbildern ist Neil rechts und Buzz links zu sehen.
110:10:33 Aldrin: Es wird nicht gehen. (Pause) Okay.
  Unterbrechung des Funkverkehrs.
  Neil rammt den Flaggenmast in den Boden. Hier ein Bild aus dem 16mm-Film unmittelbar danach. Bei 110:11:00 entfernt er sich rückwärts in Richtung der Fernsehkamera. Im 16mm-Film zeigt die Flagge nach rechts und im Fernsehbild nach links. Im Fernsehen sieht man auch, wie Buzz sich von der linken hinüber auf die rechte Seite der Flagge stellt. Ein Bild aus dem 16mm-Film zeigt ihn in Position für die zwei Fotos, die Neil von ihm aufnehmen wird: AS11-40-5874 und AS11-40-5875
  Die ALSJ-Mitarbeiter Owen Merrick, Brian McInall und Markus Mehring weisen darauf hin, dass man in einer mit höherer Auflösung gescannten Version von AS11-40-5875 erkennen kann, wie Buzz zu Neil herüberschaut. In AS11-40-5874 sieht er die Flagge an und salutiert. Zu dem Zeitpunkt als Neil 5875 aufnimmt, hat Buzz sich aber etwas nach links gedreht, um zu sehen, ob Neil die Aufnahme schon gemacht hat. In der Zwischenzeit hat er vermutlich auch seinen rechten Arm wieder gesenkt. Normalerweise verhinderte das mit einer Goldschicht verspiegelte Visier, dass sein Gesicht zu sehen war. In diesem Fall jedoch, wie Markus Mehring anmerkt, "wird sein Gesicht direkt von der Sonne angestrahlt und das in einem 90°-Winkel zum Betrachter. Dadurch leuchtet es buchstäblich durch das Visier, vor allem weil Buzz seinen Kopf auch noch vorstreckt. Bei anderen Betrachtungs- bzw. Beleuchtungswinkeln und mit dem Kopf weiter nach hinten, sodass sein Gesicht weniger hell beleuchtet gewesen wäre, hätten die Spiegelungen im Visier alles überstrahlt. In diesem Fall aber haben wir Glück gehabt." ALSJ-Mitarbeiter Harald Kucharek hat aus den beiden Aufnahmen 5874 und 5875 eine GIF-Animation (auch als QuickTime-Datei verfügbar) erstellt. Darin ist deutlich zu sehen, wie Buzz seinen Oberkörper leicht verdreht, aber seine Füße dabei stehen lässt. Besonders zu beachten ist auch, wie beide Knie ihre Stellung verändern. Die Aufnahmen der Fernsehbilder zeigen, dass Buzz sich in diesem kurzen Zeitabschnitt zweimal Neil zuwendet.
  Armstrong (Pressekonferenz nach dem Flug): "Anfangs hatten wir etwas Schwierigkeiten damit, dass die Flagge stehen blieb. Beim Eindringen in den Boden haben wir gemerkt, wie der Widerstand nach etwa 5, vielleicht 6, Zoll (13 bzw. 15 cm) immer größer wurde. Gleichzeitig bot das Oberflächenmaterial keinen besonders großen seitlichen Halt. Damit die Flagge stehen blieb, mussten wir den Mast etwas nach hinten lehnen."
  Während der folgenden Missionen wurde der Mast mit einem Hammer in den Boden getrieben.
  In Anne Platoffs Geschichte der Flagge von Apollo 11 steht: "Der untere Teil des Flaggenmastes hatte eine Spitze aus gehärtetem Stahl, um ihn leichter in den Boden rammen zu können." Bei 111:15:13 versucht Buzz, die Sonden für die Kernproben in den Boden zu hämmern. Dabei stellt er fest, wie kompakt der Regolith schon ab einer Tiefe von nur wenigen Zentimetern ist und Neil kann offensichtlich auch nicht genügend Kraft auf die untere Spitze des Mastes ausüben, um ihn so weit, wie er es eigentlich möchte, in den Boden zu treiben. Während die Flagge von Apollo 12 bei 116:14:12 aufgestellt wird, kann Al Bean den unteren Teil vom Mast (an seinem oberen Ende für die Schläge entsprechend gehärtet) mit seinem Hammer ungefähr einen Fuß (30 cm) tief in den Boden treiben, ohne bei zunehmender Tiefe irgendeine Verstärkung des Widerstands zu bemerken.
  Armstrong (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Der Flaggenmast wurde leicht schräg in den Boden gestoßen, um den Schwerpunkt der ganzen Konstruktion möglichst über die Stelle zu bekommen, an der der Mast im Boden steckte. (Das heißt, sie haben die Flagge geneigt, damit sie im Gleichgewicht war.) Das schien auch ganz gut zu halten. Später, als wir wieder im LM waren, habe ich aber bemerkt, dass sich durch das Gewicht der Flagge alles um die Achse des Mastes gedreht hatte. Die Flagge zeigte nun nicht mehr in dieselbe Richtung wie vorher. Vermutlich hat sich der Flaggenmast durch sein Gewicht etwas im Sand bewegt und dadurch seine ursprüngliche Position verändert."
  Aldrin (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Wie tief, schätzt du, bist du in den Boden gekommen"
  Armstrong (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Ungefähr 6 bis 8 Zoll (15 bis 20 cm) habe ich erreicht."
  Aldrin (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Die ersten 4 bis 5 Zoll (10 bis 13 cm) ging es noch relativ einfach."
  Armstrong (Technische Nachbesprechung am 31. Juli 1969): "Aber dann wurde es schnell schwieriger."

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