Logo - Journal der Monderkundungen - Apollo 15

Überarbeitete Niederschrift und Kommentare © Eric M. Jones

Redaktion und Edition Ken Glover

Übersetzung © Thomas Schwagmeier u. a.

Alle Rechte vorbehalten

Bildnachweise im Bilderverzeichnis

Filmnachweise im Filmverzeichnis

MP3-Audiodateien: David Shaffer

Schwierigkeiten beim Bohren

  1. Audiodatei (, MP3-Format, 2,1 MB) Beginnt bei .

  2. Irwin: Okay, Joe. Am Überbrückungsschalter lese ich 0,8.

  3. Allen: Verstanden.

  4. Der vom RTGNASARTGRadioisotope Thermoelectric Generator erzeugte Strom fließt zunächst durch einen Überbrückungsstromkreis mit Widerstand, bis Dave und Jim alle Instrumente aufgestellt und an die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) angeschlossen haben. Dann muss der Überbrückungsschalter gedrückt werden, um die gesamte Anlage mit Energie zu versorgen. Jim ist auf LMP-19. Wenn er eine Seite zurückblättert, sind nebeneinander LMP-17 und LMP-18 mit einem Lageplan für das ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package zu sehen. Weitere Einzelheiten finden sich auf Seite 181 der Vorgehensweisen auf der Mondoberfläche bei Apollo 15 (Apollo 15 Final Lunar Surface Procedures)

  5. Scott: Joe, ich muss sagen, die Erde ist in der Peiloptik sehr schwer zu finden. Selbst mit verlängerter Lichtschutzblende (am Okular). Sie (die Erde) ist einfach zu dunkel. Ich habe große Schwierigkeiten.

  6. Allen: Okay, Dave. Danke. Eine wichtige Information.

  7. Dieses Problem wird im Missionsbericht zu Apollo 15 (Apollo 15 Mission Report) zwar nicht erwähnt, trotzdem gab es nachfolgend Verbesserungen an der Peiloptik. Weder John Young (Apollo 16) noch Gene Cernan (Apollo 17) meldeten Probleme beim Ausrichten der Hochgewinnantenne (HGANASAHGAHigh-Gain Antenna).

  8. Scott: Schalte jetzt auf TVNASATVTelevision Ferngesteuert (CDR-19: LCRUNASALCRULunar Communications Relay Unit-Wahlschalter – TVNASATVTelevision RMTNASARMTRemote, LCRU-Ansicht). (kurzes statisches Rauschen)

  9. Irwin: Okay. Das RTGNASARTGRadioisotope Thermoelectric Generator-Kabel ist (an die CSNASACSCentral Station) angeschlossen. (LMP-19)

  10. Allen: Danke. (lange Pause)

  11. Die Fernsehübertragung ist eingeschaltet und die Niedriggewinnantenne (LGANASALGALow-Gain Antenna) des Fahrzeugs kommt ins Bild. Dave befreit gerade den Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) auf dem Beifahrersitz vom Gurt. Dann trägt er ihn hinten um das Fahrzeug herum auf die östliche Seite, zu erkennen daran, dass der Schatten der LGANASALGALow-Gain Antenna kurz auf den Reflektor fällt. Dave sucht nach einem Platz, wo der LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector vorläufig stehen bleiben kann, ohne gleich umzufallen.

    Scott: Sagen Sie mal jemandem, er soll den Staub vom Objektiv der Fernsehkamera pinseln.

    Videodatei (, MPG-Format, 24,1 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  12. Allen: Und, Dave und Jim, wir haben

  13. Scott: Okay. Der Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) ist abgeladen. (CDR-19)

  14. Allen: wieder ein hervorragendes Fernsehbild.

  15. Scott: Sehr schön! (Pause) Nirgends ein guter Platz, wo ich ihn (den LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) abstellen kann, ohne dass er umfällt. (Pause) Hier. (lange Pause) Hey, Jim, wenn du nachher den Reflektor nimmst, sei vorsichtig und stoß ihn beim Zugreifen nicht um.

  16. Eigentlich soll Jim den Reflektor aufstellen. Es ist eine seiner letzten Aufgaben (LMP-25), bevor sie zum LMNASALMLunar Module zurückkehren. Dave bekommt jedoch später beim Bohren unerwartet große Probleme. In dieser Situation reagiert man prompt, ändert die Aufgabenverteilung und Dave stellt ihn selbst auf. Der Reflektor könnte deswegen leicht umfallen, weil er auf der schmalen Seite steht. Nur so befindet sich der Tragegriff hoch genug, etwas über dem Knie, und ist relativ gut zu erreichen. Würde der Reflektor flach auf dem Boden liegen, wäre er nicht so einfach aufzuheben. Zumindest nicht, ohne viel Staub darauf zu verteilen.

    Ed Fendell beginnt, die Kamera im Uhrzeigersinn zu schwenken. Dave verschwindet links aus dem Bild. Unmittelbar danach sehen wir an seinem Schatten, wie er sich umdreht und wieder hinter dem Fahrzeug herum auf die andere Seite läuft, um das Bohrgerät (ALSDNASAALSDApollo Lunar Surface Drill) zu holen.

  17. Irwin: Ja

  18. Scott: Weil (nicht zu verstehen)

  19. Irwin: (Nicht zu verstehen, weil Dave spricht.) (lange Pause)

  20. Scott: Okay. Das Bohrgerät (ALSDNASAALSDApollo Lunar Surface Drill) ist abgeladen. (lange Pause)

  21. Die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) kommt ins Bild und gleich danach auch Dave auf dem Weg zu Jim, um das Wärmeflussexperiment (HFENASAHFEHeat Flow Experiment) von Palette 2 zu holen. In der linken Hand hält er sein UHTNASAUHTUniversal Handling Tool. Bevor Jim die Palette flach auf den Boden legte, hat er drei Sicherungsstifte gezogen und das HFENASAHFEHeat Flow Experiment schon teilweise gelöst (LMP-19). Nun muss Dave mit dem UHTNASAUHTUniversal Handling Tool nur noch zwei Boyd-Bolzen herausdrehen, dann kann er die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Palette abnehmen (CDR-19). Im Hintergrund sehen wir die im Schatten liegende Südwestseite von Mons Hadley.

    Nachdem er den RTGNASARTGRadioisotope Thermoelectric Generator angschlossen hatte, war Jim wieder zu Palette 2 gelaufen. Dort löst er als Nächstes die zwei Boyd-Bolzen der Extrapalette, auf der sich unter anderem das SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment mit dem CCIGNASACCIGCold Cathode Ion Gauge befindet, trägt alles etwa 10 Fuß (3 m) weit weg, entfernt weitere Bolzen und nimmt das SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment/CCIGNASACCIGCold Cathode Ion Gauge von der Extrapalette. Siehe LMP-19 und Seite 73 der Vorgehensweisen auf der Mondoberfläche bei Apollo 15 (Apollo 15 Final Lunar Surface Procedures).

  22. Scott: Hey, Jim, du sorgst für hellere Albedo.

  23. Irwin: (nicht zu verstehen) du zu mir gesagt hast. (Pause)

  24. Dave fällt auf, dass Jim beim Laufen helleres Material unter der obersten Bodenschicht freigelegt hat.

  25. Scott: Willst du etwas Bestimmtes?

  26. Videodatei (, MPG-Format, 23,5 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  27. Irwin: Nein. Ich will dir nur nicht in die Quere kommen.

  28. Scott: Ich schaffe dir das Ding (HFENASAHFEHeat Flow Experiment) aus dem Weg und dann

  29. Irwin: Okay, gut.

  30. Dave steht nördlich und nimmt das HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Palette von Palette 2 (CDR-19). Jim steht östlich und nimmt die Extrapalette ab (LMP-19).

    71-HC-711 zeigt Dave beim Training, wie er nach der HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Palette greift.

  31. Scott: Du brauchst sowieso eine kleine Pause. Du strengst dich sehr an. (Pause) (Lachen) Wenn die Boyd-Bolzen springen, dann springen sie ordentlich.

  32. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Um Boyd-Bolzen zu lösen, wird das UHTNASAUHTUniversal Handling Tool wie ein Schraubendreher verwendet. Eine Vierteldrehung ist nötig, dann entspannt sich die Feder und der Bolzen springt heraus. Dave kann das HFENASAHFEHeat Flow Experiment nun an die vorgesehene Stelle bringen. Er läuft ein paar Meter in Richtung Nordosten, macht einige seitliche Schritte nach links, bis er nördlich der Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) steht, und dreht sich nach rechts in die Sonne. Bevor Dave das Paket vorübergehend abstellt, löst er den Verbindungsstecker aus der Halterung. Mit dem Stecker in der Hand bewegt er sich seitwärts nach rechts zur Zentraleinheit, wobei sich das Kabel für Strom und Datenübertragung von der Rolle abwickelt (CDR-19).

    In der Zwischenzeit hat Jim die SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment/CCIGNASACCIGCold Cathode Ion Gauge-Extrapalette von der Stromversorgungspalette (Palette 2) gelöst und etwa 10 Fuß (3 m) weiter östlich abgestellt.

    Vor seinem nächsten Funkspruch entfernt Dave einen Staubschutz vom Stecker und wirft ihn nach rechts weg. Dann entfernt er an der Zentraleinheit die Schutzabdeckung vom Anschluss und wirft sie ebenfalls nach rechts weg.

  33. Scott: Mann, was hier geworfen wird, das fliegt aber wirklich! (lange Pause)

  34. Nach dem Absetzen der ALSEP-Hantel steht Palette 1 so auf dem Boden, dass die Anschlüsse der CSNASACSCentral Station oben liegen. Damit sind sie knapp auf Höhe des Oberschenkels und gut zu erreichen. Wenn alles verbunden ist, wird Jim auch diese Palette kippen und flach hinlegen. Dann befinden sich die Anschlüsse auf der Nordseite unten am Sockel der Zentraleinheit. Die bei Apollo 15 entstanden Aufnahmen sind die einzigen Fernsehbilder davon, wie Geräte an die Zentraleinheit angeschlosssen werden.

  35. Scott: Okay. Das Wärmeflussexperiment (HFENASAHFEHeat Flow Experiment) ist angeschlossen.

  36. Allen: Verstanden. Haben wir gesehen. (lange Pause)

  37. Dave kehrt mit ein paar locker schwebenden Sprüngen seitwärts zum Wärmeflussexperiment zurück. Er verwendet den oberen Griff des UHTNASAUHTUniversal Handling Tool als Haken, hebt das Paket etwas an und greift es mit der linken Hand. Dann dreht er sich rechts herum nach Norden, um eine passende Stelle für den Aufbau des Experiments auszusuchen. Die Skizze auf CDR-18 gibt vor, dass die Elektronikbox 30 Fuß (9 m) nördlich der Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) steht und beide Sonden jeweils 16 Fuß (5 m) von der Box entfernt im Boden versenkt werden, eine westlich die andere nordöstlich. Der Bereich soll eben sein und es darf keine Krater oder Gesteinsbrocken in unmittelbarer Nähe der Sonden geben.

    Videodatei (, MPG-Format, 23,9 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  38. Scott: Ich suche mir zwei schöne Stellen, wo ich die Sonden versenken kann. In dieser Richtung sieht es am besten aus. (Pause)

  39. Dave dreht sich wieder nach Süden und läuft ein kurzes Stück rückwärts, bis das Flachbandkabel abgewickelt ist.

  40. Irwin: Okay. Die Standbeine am SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment sind ausgeklappt. Ich stelle es auf den Boden.

  41. Allen: Verstanden, Jim. (lange Pause)

  42. KSC-71PC-470 ist eine Aufnahme vom Training für Apollo 15. Im Vordergrund steht Jim und hält das SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment. Möglicherweise will er gerade die Beine ausklappen. Vor ihm liegt die Extrapalette auf der noch die Ausrichtungsmechanik der CSNASACSCentral Station-Antenne montiert ist.

    Als Dave das Kabelende erreicht, legt er die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Palette auf den Boden und benutzt sein UHTNASAUHTUniversal Handling Tool zum Lösen des länglichen Behälters mit den Sonden.

  43. Irwin: Okay. Ich laufe rüber und schließe das SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment an die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) an. (Pause)

  44. Ed Fendell schwenkt die Kamera im Uhrzeigersinn, bis er Jim findet, der kurz darauf mit dem SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment-Stecker zur Zentraleinheit läuft. Jim ist jetzt auf LMP-20.

  45. Allen: Sehr gut. (lange Pause)

  46. Ed Fendell will Jim verfolgen, kommt aber nicht ganz mit. Jim ist erst wieder im Bild, als er die Zentraleinheit erreicht hat. Dort entfernt er den Staubschutz vom Stecker und schiebt mithilfe des UHTNASAUHTUniversal Handling Tool die Schutzhaube über ALSEP-Palette 1 zur Seite, um den Anschluss an der CSNASACSCentral Station freizulegen. Schließlich entfernt Jim noch eine Abdeckung über dem Anschluss, die er dann etwa 5 oder 6 Fuß (1,5 bzw. 1,8 m) weit nach links wegwirft.

  47. Irwin: Sollte das Kabel (zum HFENASAHFEHeat Flow Experiment) nicht etwas lockerer liegen, Dave?

  48. Scott: Ja, ich entspanne es noch ein wenig. Ich habe hier ein Boyd-Bolzen-Problem. (Pause)

  49. Dave hebt die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Palette leicht an und verkürzt ein wenig den Abstand zur CSNASACSCentral Station.

    Videodatei (, MPG-Format, 24,6 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  50. Scott: (kämpft immer noch mit dem Boyd-Bolzen) ’Dammt.

  51. Scott: Als ich nach der Mission wieder ins Büro kam, lag auf meinem Schreibtisch ein Holzklotz, etwa so dick (hält Daumen und Zeigefinger ca. 4 cm auseinander). Auf einer Seite ein Boyd-Bolzen, wo das UHTNASAUHTUniversal Handling Tool eingesteckt wird, und auf der anderen eine riesengroße Sechskantmutterverrostet! Wirklich nett. Sicher haben Pete (Conrad) und Al (Bean) mit Ihnen über die Boyd-Bolzen gesprochen und über die Probleme, die wir im Training damit hatten.

    Jones: Ein paar Bemerkungen, als wir über den Aufbau des ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package sprachen, aber nichts im Zusammenhang mit dem Training. Also bitte, fahren Sie fort.

    Scott: Was das Training betrifft, vor allem bei Apollo 12, erinnere ich mich daran, wie wir dafür sorgen mussten, dass die Boyd-Bolzen funktionieren. Sie blieben ständig hängen. Unter Umständen brauchte nur einer hängen bleiben und man konnte das ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package nicht aufbauen. Oder die Sechskantspitze am UHTNASAUHTUniversal Handling Tool wurde rundgedreht und griff nicht mehr. Wenn man zu kräftig drehte, haben sich die Kanten abgeschliffen. Diese Bolzen waren eine Herausforderung. Ich glaube, unsere funktionierten alle gut. Aber UHTNASAUHTUniversal Handling Tool und Boyd-Bolzen bekamen als kritische Komponenten viel Aufmerksamkeit bei der Entwicklung. Wenn sie nicht funktionierten, konnte das ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package nicht aufgebaut werden, oder ein bestimmtes Experiment. Und es gab eine Menge Boyd-Bolzen.

    Jones: Pete sprach davon, dass man im Führungsschaft nichts gesehen hat. Dadurch war es schwierig, das UHTNASAUHTUniversal Handling Tool richtig anzusetzen. Auf der Erde fällt ausreichend Streulicht hinein, sodass etwas zu erkennen ist. Einige seiner Boyd-Bolzen saßen an Stellen, wo man absolut nichts sehen konnte. Gab es bei Ihnen ebensolche Probleme?

    Scott: Ich glaube nicht. Wir werden sehen, was noch kommt.

    Auch die Astronauten von Apollo 14 hatten Probleme, in die Führungsschäfte der Boyd-Bolzen hineinzusehen. Daraufhin wurden die Schäfte für Apollo 15 überarbeitet.

  52. Scott: So, draußen. Ein feststeckender Boyd-Bolzen, Joe. Aber ohne den, bekommt man die Teile nicht auseinander.

  53. Unterbrechung des Funkverkehrs.

  54. Scott: Das war’s.

  55. Allen: Ausgezeichnet.

  56. Dave ist die meiste Zeit von Jim verdeckt, der im Vordergrund versucht, das SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment anzuschließen. Jim steht nördlich von Palette 1. Jedes Mal, wenn er den Stecker in den Anschluss drückt, gibt die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) nach und schaukelt.

  57. Irwin: Der verflixte SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment-Stecker lässt sich nicht ordentlich anschließen. (lange Pause)

  58. Allen: Dave, ist der Bolzen gelöst?

  59. Scott: Ja, hab es geschafft. (lange Pause)

  60. Jim beugt sich weit über die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station). So kann er mehr Druck auf den Stecker ausüben und den Bereich vermutlich auch besser sehen. Dann verliert er das Gleichgewicht. Mit einer Drehung um 180° nach links fängt er sich wieder und bleibt mit dem Rücken zur Fernsehkamera stehen. Es war nicht zu erkennen, ob Jim dabei in den Kabeln hängen blieb. Allerdings ist er so klug, sich anschließend nach rechts zu drehen, wodurch seine Reflexbewegung rückgängig gemacht wird. Dann steigt er vorsichtig über das HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Kabel rechts von ihm. Er zieht das UHTNASAUHTUniversal Handling Tool hervor, welches er kurz zuvor unter den Gurt geschoben hatte, der die Schutzhaube von Palette 1 hält, und wirft etwas nach rechts weg. Man sieht links an der Palette die noch immer befestigte Tragestange. Jims Bewegung hätte auf die eine oder andere Art sehr leicht dazu führen können, dass er das HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Kabel abreißt, ganz ähnlich wie es bei Apollo 16 () geschah.

    Jones: Jim hat einige Mühe, den SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment-Stecker anzuschließen. Dann kommt er aus dem Gleichgewicht und dreht sich.

    Scott: Er wäre fast gestürzt, oder nicht?

    Wir spulten das Videoband zurück.

    Jones: Er drückt mit ganzer Kraft, verliert nach rechts die Balance und dreht sich herum. Dabei schiebt er auch die Palette weg, zieht aber an keinem Kabel.

    Scott: Eine eigenartige Bewegung, nicht? Sieht aus, als ob er sehr stark drückt, sich dabei ungewollt abdrückt und wegdreht.

    Jones: Für mich sieht es aus, als ob ihm das ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package nach links wegrutscht, was ihn dann aus dem Gleichgewicht bringt.

    Scott: Er hat vielleicht zu kräftig gedrückt, relativ gesehen, bei 1/6 g. Es brauchte nicht viel, um das statische Gleichgewicht zu kippen, und schon drehte er sich.

    Jones: Zum Glück, ohne Schaden zu verursachen. Ich war und bin immer wieder erstaunt, dass es nicht mehr Unfälle gab, wie abgerissene Kabel oder beschädigte Vorrichtungen.

  61. Allen: Jim, hast du das Kabel schon angeschlossen?

  62. Videodatei (, MPG-Format, 22,5 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  63. Irwin: Nicht endgültig, fürchte ich, Joe. Ich versuche(Pause)

  64. Allen: Bitte wiederholen.

  65. Irwin: (Nicht zu verstehen, weil Joe Allen spricht.) heraus. Der Stecker rutscht immer wieder heraus. Ich brauche noch etwas.

  66. Allen: Jim, du musst eigentlich nur darauf achten, dass die Laschen zurückgezogen sind, bevor du den Stecker anschließt. (Pause)

  67. Jim kontrolliert die Laschen am SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment-Stecker.

  68. Irwin: Hinten. (lange Pause)

  69. Jim läuft um die Palette herum, wobei er vorsichtig über alle Kabel steigt. Er stellt sich mit dem Rücken zur Fernsehkamera vor die Südseite der Palette und beugt sich wieder über den Anschluss. Dieses Mal gelingt ihm die Verbindung. Im Hintergrund bringt Dave HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde 2 an die vorgesehene Stelle nordöstlich der Elektronikbox.

    Jones: Bevor ich das Tonband eingeschaltet habe, meinten Sie, dass Jim sich regelrecht auf die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) stützte und um das Paket herumgelaufen ist, damit er in einem anderen Winkel davor steht.

    Scott: So konnte er mit rechts drücken anstatt mit links, oder hatte zumindest seinen Arm nicht quer vor dem Körper. Er änderte den Winkel und es funktionierte.

  70. Scott: Okay. 30° nördlich (von Osten), 42° zur Sonne. (Pause) Nächste. (CDR-18/CDR-19)

  71. Scott (Technische Nachbesprechung, ): Wir wollten darauf achten, dass die Kabel sich nicht kreuzen. Ich nahm sie heraus, passte auf, dass nichts übereinanderlag und brachte die Sonden an ihren Platzeine südlich und eine nördlich (der Linie zur Sonne), entsprechend der Skizze (auf CDR-18).

  72. Irwin: Ah, geschafft, Joe. Ich hab’s. Uuh!

  73. Allen: Hervorragend. (lange Pause)

  74. Scott: Jetzt die andere. (lange Pause)

  75. Ed Fendell zoomt auf Dave, der gerade die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde fallen lässt und zur Elekronikbox zurückkehrt. Dort angekommen bleibt er links davon stehen, stellt sein linkes Bein nach hinten aus, bevor er in die Knie geht, um sich die andere Sonde zu nehmen. Sein linkes Knie berührt fast den Boden.

    Scott: Das ist ein gutes Beispiel für die Beweglichkeit im Anzug. Ich komme zur Palette zurück, hole die andere Sonde und bringe sie an ihren Platz. Sie lag unten auf der Box, was noch etwas tiefer ist als der Sitz im Fahrzeug. Offensichtlich war es nicht besonders anstrengend, die Sonde dort unten aufzuheben.

    Jones: Okay. Sie haben das linke Bein hinten, das rechte Bein steht vorn. Dann beugen Sie das rechte Knie, bis Ihre rechte Hand unten an die Sonde herankommt.

    Scott: So ungefähr. Kaum Bewegung mit dem linken Bein. Es ist eher eine Kniebeuge mit dem rechten Bein, das dabei leicht nach innen geht.

    Jones: Und einigermaßen dynamisch. Denn beim Aufstehen hilft Ihnen die Kraft im Anzug, der sich entspannt und Sie dabei mit aufrichtet.

    Ed Fendell bleibt bei Jim im Vordergrund und nimmt den Zoom wieder zurück. Wir sehen, wie Jim die Tragestange abmontiert. Anschließend kippt er das ganze Paket, sodass nun auch ALSEP-Palette 1 flach auf dem Boden liegt (LMP-20). Dave ist links außerhalb des Bildes, wo er HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde 1 ablegt.

  76. Scott: Dort.

  77. Mit dem Fuß schiebt Jim die Nordwestecke der Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) ein paar Zentimeter von sich weg, wodurch sie sich leicht dreht und genauer auf die Sonne ausgerichtet wird.

  78. Irwin: Okay. Die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) liegt flach auf dem Boden, Joe.

  79. Die zusammengedrückte Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) stellt quasi die Grundplatte von ALSEP-Palette 1 dar. Jim wird jetzt nacheinander das Seismometer (PSENASAPSEPassive Seismic Experiment), das Sonnenwindspektrometer (SWSNASASWSSolar Wind Spectrometer) sowie das Magnetometer (LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer) abnehmen und aufstellen. Zum Schluss löst er mehrere Boyd-Bolzen, damit vorgespannte Federstangen den Sonnenschutz der CSNASACSCentral Station samt Seitenfolien und Reflektor nach oben drücken können (Grafik zu den Befestigungspunkten). 71-H-832 ist ein Foto von Jim beim Training. Er steht hinter der Palette und will vermutlich gerade das PSENASAPSEPassive Seismic Experiment abnehmen. vorn links ist das LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer befestigt, rechts daneben vor dem Seismometer das SWSNASASWSSolar Wind Spectrometer.

    Videodatei (, MPG-Format, 22,7 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  80. Allen: Danke, Jim. (lange Pause)

  81. Scott: Zum ersten Mal konnten die ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package-Leutein dem Fall auch alle anderenverfolgen, wie die Instrumente auf der Mondoberfläche aufgestellt werden. Dabei haben sie bestimmt eine Menge gelernt. Ein weiterer Vorteil der Fernsehkamera. Man kann beobachten, was auf dem Mond passiert, und sich Verbesserungen überlegen. Sowohl für das Training als auch für die nächsten Missionen.

    Jones: Richtig, denn Al und Ed sind kaum zu erkennen gewesen. Bei Apollo 14 hat man in der Ferne zwei kleine helle Flecken gesehen, das war alles. Bei Apollo 12 fiel die Kamera aus und bei Apollo 11 stellten Neil und Buzz die Instrumente außerhalb Kamerasichtfelds auf.

    Ed Fendell folgt Jim, der zur Extrapalette östlich des RTGNASARTGRadioisotope Thermoelectric Generator läuft, wo er den Untersatz für das PSENASAPSEPassive Seismic Experiment holt. Links kommt Dave ins Bild, auf dem Weg zur Elektronikbox des HFENASAHFEHeat Flow Experiment. Dave ist jetzt auf CDR-20.

    Jones: Sind Sie kurz vor dem Start den Aufbau des ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package noch ein letztes Mal durchgegangen?

    Scott: Je nachdem, was kurz vor dem Start für Sie bedeutet.

    Der Start von Apollo 15 erfolgte am . Der letzte komplette Trainingsdurchlauf für EVA-1NASAEVAExtravehicular Activity fand am statt. Detaillierte Angaben finden sich in der Aufstellung der Trainingseinheiten für Apollo 15 (Apollo 15 Crew Training Log), zur Verfügung gestellt von Mike Brzezinski, Trainingskoordinator bei Apollo 15.

    Scott: Sicher wollte man die wichtigen Dinge kurz vor dem Start noch einmal durchgehenmöglichst alles am letzten Tag. Das war natürlich nicht zu machen, es ist einfach zu viel gewesen. Also mussten wir Prioritäten setzen. Allerdings weiß ich nicht mehr, wo unsere Prioritäten lagen.

    Jones: Das Raumschiff zu fliegen, würde ich denken.

    Scott: Ja, aber damit war schon relativ zeitig Schluss, weil wir zum Kap mussten. In dem Zusammenhang bedeutet das Raumschiff zu fliegen für mich, das LLTVNASALLTVLunar Landing Training Vehicle zu fliegen. Der (stationäre) Simulator war einfach. Im Simulator wurde nach einer Weile alles Routine.

    Jones: Interessant.

    Dave absolvierte seinen letzten Flug im LLTVNASALLTVLunar Landing Training Vehicle am , dreieinhalb Wochen vor dem Start.

    Scott: Das Wichtige beim Simulatortraining zu dem Zeitpunkt waren die integrierten Simulationen mit Houston, nicht so sehr unser individuelles Training. Jim und ich sind alle Verfahren so oft durchgegangen, es kam uns schon zu den Ohren raus. Es ging hauptsächlich darum, das Landemanöver im LMNASALMLunar Module zu verfeinern. Hätten wir in dem Stadium noch Training gebraucht, wären wir nicht bereit gewesen. Im letzten Monat, oder in den letzten zwei Monaten spielte der LM-Simulator für uns keine besonders große Rolle mehr, denn bis dahin sollten wir eigentlich alles gelernt haben.

    Allerdings waren die Durchläufe mit der Flugüberwachung sehr wichtig, dass alle bis zur letzten Minute im Training blieben. Denken Sie an den Rest der Mannschaft, die Flugüberwachung, die Nebenräume und so weiter. Diese Leute will man bis zum letzten Tag vor dem Start dabeihaben. Man muss das Gesamtbild betrachten, bei dem was man am letzten Tag oder in den letzten Tagen tut. Es kommt darauf an, die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu trainieren. Die persönlichen Fähigkeiten, wie zum Beispiel im LM-Simulator, sind hoffentlichWären wir zwei Monate vor dem Start noch nicht bereit gewesen, hätten wir unsere Arbeit nicht gemacht. Dafür haben wir nun wirklich jede Menge Zeit gehabt.

    Jones: Vor allem als Ersatzmannschaft für Apollo 12.

    Scott: Vor allem als Ersatzmannschaft für Apollo 12. Das LLTVNASALLTVLunar Landing Training Vehicle ist im Gegensatz dazu ein sehr reales Fluggerät, das unmittelbar in Echtzeit und hochdynamisch reagiert. Deswegen möchte man damit so kurz wie möglich vor dem Start zum letzten Mal trainieren.

    Jones: Konnten Sie das LLTVNASALLTVLunar Landing Training Vehicle auch schon vor dem Start von Apollo 14 fliegen?

    Scott: Als Kommandant der Ersatzmannschaft von Apollo 12 bin ich damit geflogen, erinnere mich aber nicht, wann der letzte Flug war vor dem Start von Apollo 15. Sicher nicht lange davor (). Wir unternahmen auch kurz vorher noch eine Feldexkursion (Gray Mountain, Arizona, am ). Hier ebenso, wenn alle dabei waren, half uns das, die geologische Terminologie parat zu haben. Die Herausforderung bestand also darin, einerseits möglichst viel Training in den letzten Tagen unterzubringen, aber andererseits auch ausreichend Erholung zu bekommen, um beim Start ausgeruht zu sein. Man will keinen Marathon laufen am Tag vor dem eigentlichen Rennen.

    Jones: Zwei Wochen vorher vielleicht, aber sicher nicht davor.

    Laut Aufstellung (Apollo 15 Crew Training Log) begann Dave sein Training für die Mission am , zwei Wochen nach dem Flug von Apollo 12. Der erste Flug mit dem LLTVNASALLTVLunar Landing Training Vehicle (nach seinem Training für Apollo 12) fand am statt und bis zum folgten weitere 14 Flüge. Am kehrte Apollo 13 zurück. Da man zunächst die Ursache der Explosion im Sauerstofftank des Servicemoduls finden musste, wurden sowohl Apollo 14 als auch Apollo 15 mehrere Monate verschoben. Apollo 14 wasserte am im Pazifischen Ozean und als Starttermin für Apollo 15 wurde der desselben Jahres festgelegt. Dave setzte das Training im LLTVNASALLTVLunar Landing Training Vehicle in diesem Jahr fort. Er flog wieder am und absolvierte bis zum noch 17 Flüge.

    Scott: Wie bei einer Fußball- oder Basketballmannschaft. Man muss zur richtigen Zeit in Bestform sein. Und ich erinnere mich, dass wir unmittelbar vor dem Start sogar einiges an Zeit im Simulator verbrachten, um über die Mondoberfläche zu fahren. Wir fanden heraus, wie man auf die Art lernen konnte, von Station 1 zu Station 2 zu kommen, oder wohin auch immer. Sie richteten den LM-Simulator entsprechend ein, sodass die Kamera über die Oberfläche fuhr, über das Modell. Dann taten wir, als wäre das LMNASALMLunar Module unser LRVNASALRVLunar Roving Vehicle. Wir sind eingestiegen, Jim holte die Karten heraus und wir fuhren los. Auch wenn sich der Nutzen vermutlich in Grenzen hielt, denn das Modell der Oberfläche konnte nicht besser sein als die Karten, die keine sehr hohe Auflösung hatten.

    71-HC-938 ist ein Foto vom Training für Apollo 15. Zu sehen sind Dave Scott und Jim Irwin im Fahrsimulator beim Training für eine Erkundungstour. Hinter ihnen sitzt Joe Allen. Die Aufnahme entstand am , einen Tag vor dem Start von Apollo 15.

    Jones: Aber die Aussicht muss einigermaßen gestimmt haben.

    Scott: Ja, die Aussicht war ganz gut. Ich meine, es war eine gute Möglichkeit, unsere Verfahren und Abläufe zu trainieren. Wenn wir dagegen über die Darstellungsgenauigkeit sprechen, welche Erwartungen durfte man bei diesem nicht gerade hochwertigen Foto- und Kartenmaterial haben. Was das Terrain betrifftoder Lurrainund die Identifikation bestimmter Landschaftsmerkmale, in der Beziehung lernten wir kaum etwas. Unsere Orientierungspunkte waren so nicht wirklich auf den Karten zu erkennen.

    Jones: Nun, der Blick im Simulator konnte nicht derselbe sein, als würden Sie im Fahrzeug sitzen. Er musste von oben kommen (einige Meter über der Oberfläche)

    Scott: Es war nah dran. Ganz ordentlich. Man konnte um die Krater herumfahren. Sie haben es gut hinbekommen.

    Jones: Gene beschrieb mir, wie er sich damit auf Apollo 17 vorbereitete. Ihm kam es vor, als wäre er hundert Fuß (30 m) über dem Boden.

    Scott: Ja. Doch im Verhältnis gesehen, befand man sich auf der Oberfläche. Für die Landung begannen wir ein Vielfaches höher. Ich weiß nicht mehr genau, aus welcher simulierten Höhe wir die Oberfläche sahen700 Fuß (213 m) oder 7000 Fuß (2134 m)bevor wir die Landefähre nach unten brachten. Dafür war es ziemlich nah.

    Jones: Ab wann stand Ihnen das L&A-Modell zur Verfügung, relativ zeitig?

    Scott: Das Modell ist immer wieder ein Thema gewesen, es hing jedoch von der Landestelle ab, und diese Entscheidung wurde erst spät getroffen. Lange hieß es zunächst, wir sollen bei den Marius-Bergen landen, der Davey-Rille. Wie viele mögliche Landestellen standen bei uns zur Debatte, sechs? Von bis nach Apollo 12. Solange man keine Landestelle festgelegt hatte, konnte es natürlich kein Modell geben. Dann musste es nach der Entscheidung noch angefertigt werden. Ich weiß nicht mehr, wie lange das gedauert hat. Allerdings halte ich so ein Modell nicht für unverzichtbar beim Training der Landung. Im Nachhinein kann man das durchaus behaupten, denn die zugrunde liegenden Karten sind nicht besonders gut gewesen. Aber es war auch schön, den Einsatz des LPDNASALPDLanding Point Designator und andere Verfahren mit einem Oberflächenmodell üben zu können.

    Jones: Sodass man einige Berge, die Rille und andere prominente Merkmale sieht.

    Scott: Richtig. Einfach um die Abläufe durchzugehen. Drück bloß nicht auf den roten Knopf! Drück den Blauen.

    Ed Fendell zoomt mit der Fernsehkamera auf Dave, der 4 Boyd-Bolzen lösen muss, bevor er die Elektronikbox von der HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Palette nehmen kann. Danach braucht die Box nur noch auf die Sonne ausgerichtet und waagerecht gestellt werden (CDR-20).

    An jedem Gerät gibt es eine Wasserwaage für die waagerechte Ausrichtung und einen Gnomon für die richtige Ausrichtung zur Sonne.

  82. Irwin: Okay. Ich nehme den Untersatz für das PSENASAPSEPassive Seismic Experiment ab. (LMP-20)

  83. Allen: Verstanden, Jim. (lange Pause)

  84. Nachdem er den Untersatz geholt hat, läuft Jim von rechts nach links durch das Fernsehbild, um ihn an die für das PSENASAPSEPassive Seismic Experiment vorgesehene Stelle zu bringen, knapp 3 Meter westlich der Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station). Der Untersatz ist ein Metallring, etwa 8 Zoll (20 cm) Durchmesser, mit drei kurzen Standbeinen.

    Ed Fendell nimmt den Kamerazoom zurück. Wir sehen Jim auf und ab springen, wobei er sich auch etwas dreht. Dadurch verdichtet er den Untergrund und bekommt eine mehr oder weniger ebene Stelle, auf die das PSENASAPSEPassive Seismic Experiment gestellt werden kann. Jim lässt den Untersatz in den präparierten Bereich fallen, dann positioniert er ihn mit dem UHTNASAUHTUniversal Handling Tool.

  85. Irwin: Heute könnte es etwas länger dauern, alles waagerecht zu stellen (weil das Gelände so uneben ist).

  86. Scott: Ja. (lange Pause)

  87. Damit er keinen Staub auf die Geräte wirft, nähert sich Jim bedächtig einen Fuß nach dem anderen auf den Boden setzend, ohne zu springen, als er zur ALSEP-Palette zurückkehrt. Mit seinem UHTNASAUHTUniversal Handling Tool zieht er nun die bereits geöffnete Schutzhaube von den Instrumenten. Im Hintergrund ist Dave nach wie vor damit beschäftigt, die Boyd-Bolzen zu lösen, bevor er das UHTNASAUHTUniversal Handling Tool in die vorgesehene Buchse oben auf der Elektronikbox steckt.

    Videodatei (, MPG-Format, 23,1 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  88. Scott: Ach, Mensch. (Pause) Es funktioniert einfach nicht richtig. (Pause) So. (lange Pause)

  89. Dave hebt die Elektronikbox am UHTNASAUHTUniversal Handling Tool mit rechts von der Palette, setzt sie westlich daneben auf dem Boden ab und richtet sie aus, wobei ihm das UHTNASAUHTUniversal Handling Tool als Gnomon dient. Er greift um und hält die Box mit der linken Hand am UHTNASAUHTUniversal Handling Tool fest. Gleichzeitig stützt er sich auf den Griff, stellt das rechte Bein leicht nach außen und knickt es ein, wobei sein rechtes Knie nach innen geht, bis er mit der rechten Hand tief genug ist, um die Schutzhaube vom Gerät ziehen zu können. Nach unten zu kommen, war für jeden Astronauten problematisch. Hier haben wir ein anschauliches Beispiel dafür, wie ein Werkzeug als Stütze dabei helfen kann. Im Vordergrund löst Jim die Boyd-Bolzen, welche das PSENASAPSEPassive Seismic Experiment auf Palette 1 halten.

  90. Scott: Okay, Joe. Das Wärmeflussexperiment (die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Box) steht waagerecht und der Schatten (des Gnomon/UHTNASAUHTUniversal Handling Tool) fällt genau zwischen die Teilstriche 2 und 3 auf der Skala.

  91. Allen: Hört sich gut an. Danke. (lange Pause)

  92. Dave löst vorsichtig sein UHTNASAUHTUniversal Handling Tool von der HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Box. Er benutzt es dazu, das Kabel zur CSNASACSCentral Station ein wenig zurechtzulegen. Schließlich hebt er die leere Palette damit auf, entfernt sich ein paar Schritte nach rechts und bleibt östlich der Box stehen.

    Videodatei (, MOV-Format, 0,5 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginnt bei .

  93. Scott: Jetzt möchte ich etwas demonstrieren, Joe. Habt ihr die Fernsehkamera auf die (leere HFENASAHFEHeat Flow Experiment-)Palette gerichtet?

  94. Allen: Haben wir. Sind genau drauf.

  95. Scott: Und weg damit. (lange Pause)

  96. Dave steht mit dem Gesicht zum Fahrzeug, den rechten Fuß etwas zurückgesetzt. Er hält Palette und Schutzhaube in der linken Hand am gestreckten aber aber nach unten abgewinkelten Arm vom Körper weg. Dann beginnt er sich auf dem rechten Bein nach rechts zu drehen, nimmt den linken Arm weiter hoch, nutzt den Schwung der halben Drehung und lässt los. Die Palette wird nach links aus dem Bild geschleudert, die Schutzhaube fliegt nach rechts über den Bildrand hinaus. Dave dreht sich indes weiter, vollkommen aus dem Gleichgewicht, und stützt sich reflexartig mit dem UHTNASAUHTUniversal Handling Tool in der rechten Hand auf dem Boden ab, um gerade noch einen Sturz zu verhindern. Nach einer weiteren halben Drehung, wobei er sein Gewicht zumindest teilweise auf das UHTNASAUHTUniversal Handling Tool verlagern musste, schafft es Dave, auf die Füße zu kommen, und kann sich mit ein paar kurzen Schritten zur rechten Seite fangen. Er steht nun wieder mit dem Gesicht zum Fahrzeug, allerdings ein gutes Stück weiter rechts als zu Beginn der Vorführung.

  97. Scott: Nicht schlecht. Obwohl ich das Gleichgewicht verloren habe.

  98. Allen: Spektakuläre Vorstellung!

  99. Scott: Ja. Na gut. Das reicht erst mal.

  100. Slayton: Wirklich sehenswert. (lange Pause)

  101. Deke Slayton, ehemaliger Astronaut im Mercury-Programm, war Direktor der Abteilung Flugpersonal im Gemini-Programm und im Apollo-Programm.

    Scott: Ich bin ein paarmal hingefallen und alle riefen: Oh, mein Gott! Mir war es egal. Mich hat es nicht weiter gekümmert. Ich machte mir keine Sorgen um den Anzug, dass etwas abreißt oder aufgeschlitzt wird. Ich stand auf und machte weiter.

    Jones: Sie waren die Ersten, die lange genug draußen blieben, um sich an den Anzug zu gewöhnen und normal darin zu arbeiten. Wer sich die Fernsehbilder ansieht, kann eigentlich nur sagen: Erstaunlich, was man dort im Anzug alles machen kann. Doch im Vergleich zu Ihnen gingen die Jungs von Apollo 16 richtig aggressiv zur Sache, die zwei bei Apollo 17 sogar noch mehr. Man konnte offensichtlich eine Menge lernen von dem, was man bei Ihnen und Jim beobachtet hatte. Und die Tatsache, dass eine derartig raue Behandlung so gut wie keine Probleme verursachte, ist ein Beweis für das hervorragende Konzept, das diesen Anzügen zugrunde lag. Die heutige Generation wird Erfahrungen in Raumanzügen ausschließlich bei Shuttle-Flügen und auf Raumstationen sammeln. Dagegen sind bei der Arbeit auf einer staubigen, unebenen und von Gesteinsbrocken übersäten Oberfläche, wo eine gewisse Schwerkraft herrscht, ganz andere Herausforderungen zu meistern. Das zu zeigen, ist mit ein Grund für dieses Projekt.

    Ed Fendell schwenkt die Fernsehkamera nach links, findet die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Palette und holt sie näher heran.

    Videodatei (, MPG-Format, 22,9 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  102. Irwin: Noch eine Demonstration. (lange Pause)

  103. Was Jim hier zeigen wollte, war nicht zu sehen. Nachdem Ed Fendell den Zoom zurückgenommen hat, können wir beobachten, wie Jim den Saum der Hitzschutzfolie um das PSENASAPSEPassive Seismic Experiment entfaltet. Die Folie reduziert den Effekt auf die seismischen Messungen, der beim Aufheizen des Bodens durch Sonneneinstrahlung entsteht.

    Das Fernsehbild wackelt, als Dave das Bohrgerät (ALSDNASAALSDApollo Lunar Surface Drill) vom Fahrzeug holt.

  104. Scott: Okay, Joe. Ich nehme das Bohrgerät (ALSDNASAALSDApollo Lunar Surface Drill) vom Fahrzeug. (CDR-20)

  105. Allen: Verstanden, Dave. (Pause)

  106. Scott: (testet das Gerät) Es funktioniert!

  107. Allen: Großartig. (scherzhaft) Und, um Himmels willen, schön festhalten. Auf keinen Fall werfen.

  108. Scott: Ja, Mann. Verlass dich drauf.

  109. Ed Fendell schwenkt nach rechts, vermutlich um Dave ins Bild zu bekommen. Er findet ihn jedoch nicht und schwenkt wieder zurück auf Jim, der gerade die vertikale Ausrichtung des Seismometers (PSENASAPSEPassive Seismic Experiment) auf dem Untersatz korrigiert.

    Die EVANASAEVAExtravehicular Activity dauert jetzt und . Laut Checklistenseite CDR-20 sollte Dave das Bohrgerät bei holen. Damit liegt er hinter dem Zeitplan. Als Dave und Jim nach der ersten Erkundungsfahrt wieder beim LMNASALMLunar Module ankamen (), lagen zurück. Sie verließen das LMNASALMLunar Module in Richtung ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package-Standort () mit einem Rückstand . Trotz der Probleme beim Aufbau des HFENASAHFEHeat Flow Experiment konnte Dave also minimal Zeit gutmachen. Wenn Jim gleich meldet, dass er mit dem PSENASAPSEPassive Seismic Experiment fertig ist (), hat er in seiner Checkliste erreicht (LMP-20) und damit seinen Rückstand ebenfalls geringfügig verkürzt. Einzelheiten zu diesem Abschnitt der EVANASAEVAExtravehicular Activity sind auf Seite 75 der Vorgehensweisen (Apollo 15 Final Lunar Surface Procedures) zu lesen.

  110. Allen: (zu Dave) Übrigens, was genau wolltest du eigentlich zeigen mit deiner Demonstration?

  111. Scott: Ich bin mir gar nicht so sicher.

  112. Allen: Ich würde sagen, es fing an als Beispiel für die Wirkung der Schwerkraft und am Ende hast du gezeigt, wie die Zentrifugalkraft wirkt.

  113. Scott: Ja, damit hast du wohl recht. Na ja. (lange Pause)

  114. Scott: Es war eine schöne Demonstration der Drehimpulserhaltung, wie Joe gesagt hat, denn ich bin nicht hingefallen.

    Jones: Eine Hand ging nach unten

    Scott: Aber der Impuls hat mich wieder in die Ausgangsposition gedreht.

    Videodatei (, MPG-Format, 27,4 MB/RM-Format, 0,8 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  115. Irwin: Okay, Joe. Das PSENASAPSEPassive Seismic Experiment steht waagerecht und der Schatten (des Gnomon) fällt auf 091

  116. Allen: Verstanden.

  117. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Nachdem er Jim eine Weile beobachtet hat, schwenkt Ed Fendell die Fernsehkamera entgegen dem Uhrzeigersinn. Als ein entsorgtes Teil der ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package-Verpackung ins Bild kommt, stoppt er und zoomt es heran. Man erkennt die Schutzhaube des PSENASAPSEPassive Seismic Experiment. Die Kamera schwenkt weiter, bis der Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) zu sehen ist, dann dreht sie sich wieder zurück nach rechts.

  118. Scott: Okay, Joe. Ich trage Bohrgerät (ALSDNASAALSDApollo Lunar Surface Drill) und Ständer zur ersten Sonde. Heute ist es die auf der rechten (nordöstlichen) Seite, weil der Ladestab mit im Paket für die rechte Sonde war. (Pause)

  119. Allen: Verstanden, Dave. (lange Pause)

  120. Scott (Technische Nachbesprechung, ): Als ich mir die beiden Sondenpakete ansah (), musste ich feststellen, dass der Ladestab im linken Paket lag (aus Daves Perspektive beim Auspacken). Beim Training lag dieser Stab immer im rechten Paket.

    Scott ( in einem Brief): Bedenkt man, wie viel unserer Ausrüstung noch nie bei einer Mission dabei gewesen ist, sind solche Kleinigkeiten kaum der Rede wert.

    In der Skizze auf CDR-18 ist die westliche Sonde als 1. Sonde (+Ladestab) markiert. Das entspricht Daves Aussage zur Reihenfolge der Bohrungen beim Training. CDR-20 gibt ebenfalls vor, dass mit der westlichen Sonde begonnen wird.

    Die Fernsehkamera schwenkt an Jim vorbei, der nördlich der Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) das Sonnenwindspektrometer (SWSNASASWSSolar Wind Spectrometer) aufstellt (LMP-21).

  121. Scott: Richtung Süden überprüfen, heh, Joe?

  122. Allen: Richtung Süden überprüfen.

  123. Ken Glover spekuliert, Richtung Süden überprüfen könnte damit zu tun haben, wie das Bohrgerät auf die Sonne ausgerichtet werden soll. Eine andere Möglichkeit ist, Dave soll sich vergewissern, dass er gegenüber der Fernsehkamera steht, die sich mehr oder weniger südlich von ihm befindet. In Houston will man Dave beim Bohren beobachten.

  124. Scott: Okay. Ich stehe hier in einer flachen Mulde, Joe. Aber das lässt sich kaum vermeiden. Es gibt einfach nirgendwo eine ebene Stelle. Etwas weiter nördlich ist ein flacher Randwall, eine kleine Anhöhe. Vielleicht möchte Mark (Langseth) die Sonde lieber dort oben haben. (lange Pause)

  125. Dave steht neben der nordöstlichen HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde, in der rechten Hand das Bohrgerät (ALSDNASAALSDApollo Lunar Surface Drill), in der linken den Ständer mit mehreren Bohrersegmenten und einem Gabelschlüssel. Er wartet auf eine Antwort von Dr. Marcus Langseth, dem wissenschaftlichen Leiter des Wärmeflussexperiments.

    Videodatei (, MPG-Format, 25,3 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  126. Allen: Dave, bitte dort bohren.

  127. Scott: Okay.

  128. Allen: Genau da, wo du jetzt stehst.

  129. Scott: Danke. Wollte nur kurz nachfragen. Die Jungs haben ja manchmal ein paar gute Ideen. (lange Pause)

  130. Dave läuft einige Schritte vorwärts und stellt den Ständer links neben sich, das Bohrgerät (ALSDNASAALSDApollo Lunar Surface Drill) rechts neben sich ab. Dann beginnt er, die Befestigung der Bohrersegmente auf dem Ständer zu lösen. Die Kabelschlaufe am Bohrgerät dient als Griff zum Absetzen und Aufheben.

    71-HC-712 entstand beim Training am Kap und zeigt Dave beim Bohren. Der vergrabene Behälter vor seinen Füßen ist mit Material gefüllt, dessen Eigenschaften dem Regolith auf der Mondoberfläche ähnlicher sind als der Sand in diesem Bereich. Unten am Bohrgerät sieht man die gelbe Kabelschlaufe hängen. An der linken Hüfte trägt Dave sein Jo -Jo mit angehängtem UHTNASAUHTUniversal Handling Tool.

  131. Irwin: Okay, Joe. Das Sonnenwindspektrometer (SWSNASASWSSolar Wind Spectrometer) ist ausgerichtet und die Klappe ist offen. (LMP-21)

  132. Allen: Danke, Jim.

  133. Bei Apollo 15 gibt es zwei Experimente zum Sonnenwind. Der Sonnenwindkollektor (SWCNASASWCSolar Wind Composition (Experiment)) ist eine Folie, die Sonnenwindpartikel einfängt. Sie wurde schon bei allen vorangegangenen Missionen aufgehängt. Beim eben aufgestellten Sonnenwindspektrometer (SWSNASASWSSolar Wind Spectrometer) wird mit sieben Faraday-Bechern das Sonnenwindplasma untersucht.

  134. Irwin: Jetzt hole ich das LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer.

  135. Allen: Richtig. (lange Pause)

  136. Die Fotos 71-HC-710 und 71-HC-713, aufgenommen während des Trainings, zeigen Jim beim Lösen des Magnetometers (LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer) von Palette 1. Auf dem ersten Bild steht das Sonnenwindspektrometer (SWSNASASWSSolar Wind Spectrometer) in der Mitte zwischen der Elektronikbox des Wärmeflussexperiments (HFENASAHFEHeat Flow Experiment) im Vodergrund und Palette 1 mit der Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) unmittelbar vor Jim im Hintergrund. Das Flachbandkabel nach rechts ist die Verbindung zum Seismometer (PSENASAPSEPassive Seismic Experiment), das Flachbandkabel nach links verbindet den Ionendetektor (SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment) mit der CSNASACSCentral Station und das helle Rundkabel nach links ist die Stromversorgungsleitung vom RTGNASARTGRadioisotope Thermoelectric Generator. Der dunkle Kasten rechts hinter Jim könnte ein Funksprechgerät sein. Links hinter Jim steht der Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) neben einem Vorderad der Trainingsversion des LRVNASALRVLunar Roving Vehicle.

    Scott: Wenn Sie alles zusammenrechnen, die Ausrüstung auf dem Fahrzeug, das ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package, die Sachen auf dem MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly und so weiter, dann hatten wir einen Haufen Zeug dabei. Eine Menge kleine Ausrüstungsteile.

    Jones: Und für jedes einzelne Teil wurde geplant, es musste ausprobiert werden und Sie trainierten damit.

    Dave nimmt sich ein unteres Bohrersegment mit geschlossener Spitze sowie eine Verlängerung vom Ständer. Er verbindet sie, hält den Bohrer mit der Spitze nach oben und steckt ihn in das Bohrfutter. Alle Segmente sind ungefähr 53 Zentimeter lang. Auf der Erde ohne den Raumanzug mit seinen dicken Handschuhen ist es leicht, den Bohrer in das Futter zu stecken, selbst wenn sich die Hände einen Meter über dem Bohrgerät befinden. Für Dave scheint es allerdings auch im Raumanzug kein Problem zu sein. Dagegen werden Charlie Duke (Apollo 16) und Gene Cernan (Apollo 17) durchaus ihre Schwierigkeiten damit haben. Dave hebt das Gerät auf, steckt die Bohrerspitze in den Boden und beginnt zu bohren.

    Scott (spricht von den Schwierigkeiten, die er später beim Bohren bekommt): Das ist mir total misslungen. Ich habe den problemlosen Teil am Anfang erledigt, damit ich mir später keine Gedanken zu machen brauchte, wenn etwas nicht so glattging.

    Jones: Es lag definitiv nicht an Ihnen. Die Ausrüstung war mangelhaft. Das muss unheimlich frustrierend gewesen sein, kann ich mir vorstellen.

    Scott: Ich weiß. Und es hat uns die Nord-Gruppe gekostet.

    Jones: Die Bohrer hier, dann der Kernbohrer und die Zwinge.

    Scott: Das kam alles völlig unerwartet.

  137. Scott: Okay. Die ersten zwei (Bohrersegmente). Rein damit. Ja, man braucht ein wenig Kraft. (Pause)

  138. In diesem Augenblick ist das untere Bohrersegment im Boden. Doch schon kurz nachdem auch das erste Verlängerungsstück eindringt, spürt Dave einen Widerstand. Dann versperrt Jim die Sicht. S71-37218 ist ein Foto von Dave beim Bohren während einer Trainingseinheit auf dem Gelände des Kennedy Raumflugzentrums (KSCNASAKSCKennedy Space Center). Rechts steht der Ständer, der noch vier Bohrersegmente hält, und darauf liegt der Ladestab, mit dem die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde anschließend in die Röhre geschoben wird. Im Hintergrund ist Jim damit beschäftigt, die Boyd-Bolzen der Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) zu lösen. Am linken Bildrand, zwischen Dave und CSNASACSCentral Station steht das SWSNASASWSSolar Wind Spectrometer, weiter rechts und halb von ihm verdeckt sieht man vor dem Fahrzeug das PSENASAPSEPassive Seismic Experiment. Nicht viel später entstand KSC-71PC-469. Links neben Dave sind einige Meter im Hintergrund die Extrapalette und die Tragestange zu sehen. Links neben der Palette steht das SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment/CCIGNASACCIGCold Cathode Ion Gauge.

    Dave bohrt auf beiden Fotos das Loch für die nordöstliche Sonde, jedoch wie oben erwähnt (), nachdem die westliche Sonde bereits in ihrer Röhre steckt. Deswegen ist Jim auch schon dabei, die Boyd-Bolzen der Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) zu lösen, damit Federn den Sonnenschutz nach oben drücken können (LMP-22).

  139. Scott: Das Material wird etwas fester. (Pause) Es wird sogar deutlich fester. (Pause) Mensch, das ist vielleicht zäh da unten. (lange Pause)

  140. Ed Fendell nimmt den Zoom zurück. Gleichzeitig bewegt sich Jim ein Stück nach links, sodass man Dave wieder sehen kann. Dave hat beide Bohrersegmente im Boden und ist gerade dabei, das Bohrgerät abzunehmen.

    Videodatei (, MPG-Format, 23 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  141. Allen: Jim, du wirst gleich den Warnton für dein Brauchwasser hören.

  142. Irwin: Okay, hab ich. Zeit, auf AUXNASAAUXAuxiliary (Water)-Wasser umszustellen, heh?

  143. Allen: Das wäre jetzt etwa der Zeitpunkt.

  144. Für die Verlängerung der EVANASAEVAExtravehicular Activity bekam das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System einen zusätzlichen Wassertank. Insgesamt standen dadurch knapp 12 Pfund Brauchwasser zur Verfügung, 8,4 Pfund (≈3,8 l) im Haupttank und 3,06 Pfund (≈1,4 l) im Zusatztank.

    Jones: 12 Pfund Wasser ist nicht wenig. Etwa 6 Liter. Das nimmt im PLSSNASAPLSSPortable Life Support System ziemlich viel Platz ein. War zu spüren, wie es hin- und herschwappte, oder hatten die Tanks schrumpfende (Gummiblasen)

    Irwin: Es war wohl ganz gut gedämpft, damit nichts schwappte. Mir ist jedenfalls nie etwas aufgefallen.

    Ed Fendell zoomt Dave heran, der immer noch versucht, das Bohrgerät vom Bohrer zu lösen. Er dreht es mehrfach hin und her, zieht auch daran, bekommt es aber nicht frei. Dann blockiert er den Bohrer mit seinem rechten Fuß, zieht erneut kräftig am Bohrgerät und hat es schließlich geschafft.

    Scott: Wegen der vielen unterschiedlichen Bewegungen, die man dabei ausführen musste, war Bohren immer sehr mühsam. Selbst an guten Tagen.

  145. Irwin: Dave, kann ich kurz stören, damit du mein (Ventil für) AUXNASAAUXAuxiliary (Water)-Wasser öffnest?

  146. Scott: Gern, Jim. So (das Bohrgerät ist gelöst). (lange Pause)

  147. Dave hält das Bohrgerät an der Drahtschlaufe und stellt es neben sich mit dem Griff nach unten auf dem Boden ab, das Bohrfutter zeigt nach oben. Jim läuft locker von einem Fuß auf den anderen springend zu Dave. Zwischen jedem Schritt schwebt er ein gutes Stück weit über den Boden. Als beide sich treffen, knickt Dave wieder sein rechtes Knie nach innen ein und neigt sich nach rechts, um an den Hebel für das Ventil heranzukommen. Dieser befindet sich rechts unten an der vorderen Ecke von Jims PLSSNASAPLSSPortable Life Support System. Zwei Versuche sind nötig, bis Dave die richtige Position gefunden hat.

  148. Scott: Ah, Moment. (Pause) Okay. Dein (Ventil für) AUXNASAAUXAuxiliary (Water)-Wasser ist Auf.

  149. Irwin: Danke. (lange Pause)

  150. Irwin: (zur CSNASACSCentral Station zurückgekehrt) Okay. Ich stelle das LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer auf, Joe. (LMP-21)

  151. Allen: Okay, Jim. Und dein PLSS-Verteilerventil bitte auf MINNASAMINMinimum.

  152. Irwin: Das ist für den Start?

  153. Allen: Richtig. (Pause)

  154. Dave nimmt zwei weitere Bohrersegmente vom Ständer und steckt sie zusammen.

  155. Irwin: Okay, (PLSS-Verteilerventil) steht auf MINNASAMINMinimum. Obwohl ich dachte, es startet in jeder Stellung. (Pause) Wahrscheinlich wollt ihr mich nur ein wenig ins Schwitzen bringen. (lange Pause).

  156. Die zwei neuen Segmente kann Dave problemlos mit dem Teil des Bohrers verbinden, der bereits im Boden steckt. Dann hebt er das Bohrgerät hoch und setzt es wieder auf. KSC-71PC-468 zeigt Dave in der entsprechenden Situation beim Training. Die Verbindung zwischen oberem und mittlerem Segment befindet sich etwa auf Höhe des Schritts, die Verbindung zwischen dem mittleren Segment und dem bereits im Boden steckenden Teil des Bohrers ist oberhalb seines rechten Fußknöchels zu erkennen.

    Als er weiterbohrt, muss Dave offensichtlich viel Druck von oben ausüben. Nur einige Sekunden später geht er auf die Zehenspitzen und belastet so das Gerät mit annähernd vollem Gewicht (höchstens 30 kg bei 1/6 g). Der Griff ist in dem Augenblick etwa auf Schulterhöhe.

    Jones: Sie brachten Ihr gesamtes Gewicht auf den Bohrer, oder nicht?

    Scott: Was mir zu der Zeit und später noch vorgeworfen wurde. Man sagte, genau das wäre falsch gewesen, dass ich zu sehr gedrückt hätte. Aber man kann dort gar nicht so stark drücken, weil man kaum etwas wiegt. Selbst das volle Gewicht bringt kaum Kraft auf das Gerät, denn auf dem Mond hat man einfach nicht besonders viel Gewicht.

    Hier ein Beitrag zum Thema Probleme mit dem Bohrer bei Apollo 15 (Apollo 15 Drilling Problems) von David Carrier, Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Bodenmechanik.

    Videodatei (, MPG-Format, 23,9 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  157. Scott: Joe, seht ihr mich beim Bohren?

  158. Allen: Ja, Sir. Du bist im Bild.

  159. Scott: Ich gebe euch einen besseren Winkel. (Pause)

  160. Dave stellt sich auf die Westseite des Bohrers. Nach der reichlichen Hälfte des dritten Bohrersegments ist kaum noch ein Fortschritt zu erkennen.

  161. Scott: Mehr geht nicht.

  162. Allen: Sieht ganz danach aus, Dave. (Pause)

  163. Als das dritte Segment endlich im Boden ist, lässt Dave das Bohrgerät los.

    Jones: Ermüdeten Ihre Hände und Unterarme beim Festhalten des Griffs?

    Scott: Kann ich nicht sagen.

    Jones: Ich weiß, dass es bei Gene so war. Er musste zwischendrin absetzen, damit sich Hände und Unterarme etwas erholen konnten.

    Irwin: Ich dachte, beim ihm war der Bohrer nach im Boden.

    Jones: Die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Bohrer sind gut reingegangen. Bei der zweiten Bohrung musste er dennoch mehrmals anhalten und eine kurze Pause machen.

  164. Scott: Ich habe drei Segmente im Boden, Joe. Und, meine Güte, ich denke wirklich, mehr geht nicht. (Pause)

  165. Allen: Ich kann schlecht widersprechen, Dave.

  166. Daves Probleme hier konnten letztendlich auf ein unzweckmäßiges Bohrerdesign zurückgeführt werden. Wegen der optimalen wärmetechnischen Eigenschaften wählte man für die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Bohrer, in denen die Sonden platziert wurden, ein Laminat aus Glasfasern und Borfilamenten. Um der Belastung standhalten zu können, war an den Verbindungsstellen der einzelnen Segmente eine stärkere Wandung notwendig. Damit reduzierte sich dort allerdings die Tiefe der zweigängigen Wendel, die den Bohrschutt nach oben transportierte. Weil der Regolith schon wenige Zentimeter unter der Oberfläche sehr kompakt wird, staute sich das Material im Bereich der flacheren Wendel und blockierte den Bohrer. Abbildung 14-41 im Missionsbericht zu Apollo 15 (Apollo 15 Mission Report) ist ein detaillierter Querschnitt der Verbindung von zwei Segmenten. Für Apollo 16 hat man die Segmentverbindungen überarbeitet und das Problem beseitigt.

    Im Beitrag Probleme mit dem Bohrer bei Apollo 15 (Apollo 15 Drilling Problems) von David Carrier, Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Bodenmechanik, wird auch auf die Überarbeitung der Bohrersegmente eingegangen.

    Dave steht still, die Arme leicht vorgestreckt. Seine Hände befinden sich ungefähr auf Bauchhöhe.

  167. Scott: Schätze, die nächste Frage ist, ziehen wir einen kleinen Graben und legen die Sonde in den Graben, oder stecken wir sie in die drei Bohrersegmente, die bereits im Boden sind? (lange Pause)

  168. Ed Fendell richtet die Fernsehkamera auf den Bohrer und holt ihn so nah wie möglich heran. So kann man in Houston die Situation beurteilen.

    Jones: Ist es eine kleine Pause oder warten Sie auf Antwort?

    Scott: Ich warte auf eine Antwort. Mein Eindruck war, dass der Bohrer stark verdichtetes Gestein getroffen hatte, denn es schien sicher kein Regolith zu sein, in den ich gerade bohrteohne zu wissen, woran es wirklich lag. Vor der Mission wurde über die Frage gesprochen. Was machen wir, falls die Regolithschicht in der Gegend aus irgendeinem Grund sehr dünn ist und wir gleich darunter auf Basalt oder anderes hartes Material treffen? Wir sollten einen Graben ziehen und die Sonden parallel zur Oberfläche hineinlegen. Also weise ich hier darauf hin, dass nicht die komplette Sonde in die Röhre passt, und will wissen, wie es weitergeht. Klar ist, viel tiefer werde ich nicht kommen. Das verblüffte mich einigermaßen, denn im Training lief es immer gut beim Bohren. Meine Überraschung war also ziemlich groß. Und ich kann Ihnen sagen, es fühlte sich an, als wäre der Bohrer auf Beton gestoßen, reinen Beton.

    Abbildung 11-1 im Vorläufigen wissenschaftlichen Bericht zu Apollo 15 (Apollo 15 Preliminary Science Report) ist die grafische Darstellung einer HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde. Geplant war eine Tiefe von 3 Metern, aber Dave hat nur 1,62 Meter geschafft. Das ist immerhin tief genug, um die zweiteilige Sonde in der Röhre zu versenken, die oberen Thermoelemente müssen jedoch an der Oberfläche bleiben.

  169. Allen: Dave, hier ist Houston. Wenn du auf harten Untergrund gestoßen bist und wirklich nicht mehr tiefer kommst, dann möchten wir, dass du die Sonde in diese Röhre steckst.

  170. Scott: Okay, Joe. Ich mache noch einen Versuch, vielleicht komme ich tatsächlich etwas weiter. Aber, ha, ich sage euch eins, der Untergrund im Hadley-Landegebiet ist ausgesprochen solide.

  171. Allen: Verstanden. So viel zur Märchenschloss-Theorie.

  172. Noch einmal versucht es Dave, gibt aber nach wenigen Sekunden auf. Der Bohrer ist nicht wesentlich tiefer in den Boden eingedrungen.

    Joe bezieht sich mit seiner Bemerkung auf eine Theorie von Bruce Hapke und Hugh Van Horn zur Feinstruktur des lunaren Oberflächenmaterials. Nach dieser Theorie besteht das Material aus einer äußerst porösen, sehr lockeren Anhäufung von Partikeln. Viele Beteiligte am Apollo-Programm verbinden die Märchenschloss-Theorie mit dem Astrophysiker Dr. Thomas (Tommy) Gold, der vehement die Meinung vertrat, solch eine Staubschicht wäre mehrere Meter dick und weich genug, dass ein Raumschiff darin versinken würde. Sowohl Ranger- als auch Surveyor-Sonden lieferten Daten, welche diese Annahme widerlegten. Doch trotz der überzeugenden Beweise hörte Gold nicht auf, die NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration damit auf die Nerven zu gehen, bis zur Landung von Apollo 11. Hier ein Beitrag von Bruce Hapke zum Thema Märchenschlösser (Fairy Castles).

  173. Scott: (lachend) Ja! Oh, ich fürchte, das war’s. Ich sage das höchst ungern, denn es (das Bohrgerät [ALSDNASAALSDApollo Lunar Surface Drill]) funktioniert gut.

  174. Allen: Verstanden, Dave. Wir bekommen auch so jede Menge Informationen. (lange Pause)

  175. Dave stellt sich mit dem Rücken zur Fernsehkamera und will das Bohrgerät (ALSDNASAALSDApollo Lunar Surface Drill) vom Bohrer lösen. Er blockiert den Bohrer mit seinem rechten Fuß, stellt das linke Bein zur Seite aus und geht in die Knie, um einen besseren Hebelansatz zu bekommen. Dennoch schafft er es nicht, das Gerät vom Bohrer zu trennen.

    Videodatei (, MPG-Format, 23,7 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  176. Allen: Jim, hier ist Houston. Das (PLSS-)Verteilerventil gehört wieder dir.

  177. Irwin: Okay. Danke, Joe.

  178. Der Satz Das Verteilerventil gehört wieder dir. bedeutet nicht, man könnte von Houston aus irgendwelche Funktionen des PLSSNASAPLSSPortable Life Support System steuern. Lediglich die Überwachung der Sensoren war möglich. Joe will hier Folgendes mitteilen. Aus den Telemetriedaten geht hervor, dass die Umstellung der Brauchwasserversorgung vom Haupt- auf den Zusatztank abgeschlossen ist. Darum kann Jim ab jetzt seine Kühlung am PLSS-Verteilerventil wieder so einstellen, wie er möchte.

  179. Allen: Ist sauber angesprungen. (Pause)

  180. Irwin: Okay. Bin auf Mittlerer Kühlung. (Pause)

  181. Allen: Und, Jim,

  182. Scott: Joe, ich bekomme das Bohrfutter nicht locker.

  183. Allen: kannst du bestätigen, dass bei dir alle Warnanzeigen (auf der RCUNASARCURemote Control Unit) verschwunden sind?

  184. Irwin: Bestätigt. (RCU-Ansicht)

  185. Allen: Danke.

  186. Scott: Joe, anscheinend kann ich das Bohrfutter nicht lockern. Das Gerät lässt sich nicht entgegen dem Uhrzeigersinn drehen und vom Bohrer lösen. (Pause)

  187. Allen: Dave, dreh es 90 Grad in beide Richtungen und dann ruckartig fest nach unten drücken.

  188. Scott: (dreht das Gerät entgegen dem Uhrzeigersinn) Das weiß ich, Joe. Nur kann ich es in keine Richtung 90 Grad drehen. Ich drehe dabei nur den Bohrer (im Boden). Vielleicht war die Belastung vorhin zu groß und im Futter blockiert etwas. (lange Pause) Ich bekomme den Bohrer nicht raus, Joe. Das Gerät dreht sich(korrigiert sich) ich meine der Bohrer dreht sich mit und das Futter lockert sich nicht.

  189. Allen: Verstanden. Wir denken nach, Dave. Vielleicht waren unsere Simulationen (im Training) doch nicht so schlimm.

  190. Ganz offensichtlich spielt Joe darauf an, dass es bereits im Training Probleme mit dem Bohrgerät gab. Tatsächlich findet man in der Aufstellung der Trainingseinheiten für Apollo 15 (Apollo 15 Crew Training Log) zwei mit dem ALSDNASAALSDApollo Lunar Surface Drill nur wenige Tage vor dem Start, am .

  191. Scott: Irgendwelche Vorschläge? (Pause)

  192. Nachdem er geraume Zeit mit verschiedensten Bewegungen versucht hat, das Bohrgerät vom Bohrer abzunehmen, steht Dave jetzt aufrecht und macht kurz Pause.

  193. Allen: Dave, lässt sich das Gerät 90° drehen, sowohl im als auch entgegen dem Uhrzeigersinn, ohne dass der Bohrer sich mitdreht?

  194. Scott: (versucht beide Richtungen) Nein. (Pause)

  195. Irwin: Okay, Joe. Das LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer ist aufgestellt. Es steht waagerecht und ist ausgerichtet. Der Schatten fällt auf den +1°-Strich.

  196. Die einzelnen Schritte zum Aufstellen des Magnetometers (LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer) stehen auf LMP-21/LMP-22. KSC-71PC-394 ist eine Aufnahme von Jim beim Ausrichten des LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer im Training.

    Videodatei (, MPG-Format, 26,1 MB/RM-Format, 0,8 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  197. Allen: Okay, Jim. Danke. Hört sich gut an.

  198. Dave dreht das Bohrgerät noch einmal in mehreren Schritten um 360° entgegen dem Uhrzeigersinn, wobei er beobachtet, ob der Bohrer sich mitdreht. Dann geht er einen Schritt zurück und wartet.

  199. Scott: Okay, Joe. Ich warte auf eure Vorschläge.

  200. Allen: Verstanden, Dave. Mach eine kurze Pause. (lange Pause)

  201. Die Geräusche während dieser Pause hören sich an, als ob Dave kaut.

    Jones: Knabbern Sie am Fruchtriegel?

    Scott: Gut möglich, dass ich abgebissen habe. Ich mochte diese Fruchtriegel wirklich. Bei jeder kleinen Pause war es gut, dass man schnell etwas abbeißen und einen Schluck trinken konnte.

    Jones: Und eine Möglichkeit hatte, die Landschaft zu betrachten.

    Scott: In der Situation hier vermutlich keine Betrachtung der Landschaft. In der Situation wollte ich vermutlich nur endlich die Arbeit erledigen.

    Jones: Ein Stück vom Fruchtriegel abbeißen und überlegen, was man als Nächstes versuchen könnte.

    Scott: Ganz genau.

    Als Dave mit dem Essen fertig ist, läuft er zur Elektronikbox des HFENASAHFEHeat Flow Experiment. Ed Fendell nimmt den Zoom zurück und Jim kommt ins Bild, der jetzt an der Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) arbeitet. Entsprechend LMP-22 muss er mehrere Boyd-Bolzen lösen (Grafik zu den Befestigungspunkten), dann können Federstangen die Deckplatte bzw. den Sonnenschutz nach oben drücken. Ungefähr an diesem Punkt sieht man Jim auch auf KSC-71PC-469 beim Training.

    Scott (Technische Nachbesprechung, ): Während ich die ersten zwei (Doppel-)Segmente in den Boden gebohrt habe, traf der Bohrer anscheinend auf sehr hartes Material. Im Nachhinein denke ich wirklich, das war Grundgestein. Der erste Meter bohrte sich noch sehr leicht, ab dann wurde es bedeutend schwerer. Nach reichlich zweieinhalb Segmenten kam ich nicht mehr weiter und wollte das Gerät abnehmen, aber das Futter saß fest. Durch die hohe Drehmomentbelastung auf den Bohrer hat sich vermutlich im Futter etwas verklemmt. Das ist im Training nie passiert. Wir hatten allerdings auch kein derartig kompaktes oder hartes Material wie das, in dem ich an der Stelle zu bohren versuchte. Von der Bodenstation kam die Empfehlung, langsamer zu bohren und einfach den Bohrer arbeiten zu lassen. Ein guter Rat. Wir hätten so eine Situation vielleicht vor dem Flug besprechen sollen, denn über diese Möglichkeit habe ich mir nie Gedanken gemacht. Der Rat half tatsächlich, ein wenig tiefer zu kommen. Auf jeden Fall bei der zweiten (westlichen) Sonde.

    Direkt bevor Joe ihn ruft, läuft Dave rechts aus dem Bild.

    Audiodatei (, MP3-Format, 1,5 MB) Beginnt bei .

  202. Allen: Dave, hier ist Houston.

  203. Scott: Kommen.

  204. Allen: Verstanden, Dave. Wir möchten, dass du noch ein paar Minuten für das Experiment verwendest. Wir bitten dich, den Gabelschlüssel vom Fahrzeug zu holen. Er befindet sich auf dem Träger, wie du weißt. Vielleicht kannst du den Bohrer mit dem Schlüssel fixieren und dann das Gerät drehen, um es abzunehmen. (Pause)

  205. Scott: Okay. Ich(Pause)

  206. Joe spricht von einem unverstellbaren Gabelschlüssel, der sich allerdings am Ständer für die Bohrersegmente befindet statt am Fahrzeug. Abbildung 14-44 im Missionsbericht zu Apollo 15 (Apollo 15 Mission Report) illustriert das Zusammenwirken von Schlüssel und Zwinge beim Trennen der Bohrersegmente nach der tiefen Kernbohrung. Dave kennt natürlich das in der Abbildung als Gabelschlüssel bezeichnete Werkzeug. Aber er kennt es offenbar nicht unter diesem Namen, wie wir gleich sehen werden. Für ihn scheint es direkt ein Teil der Zwinge zu sein, die auf der Geologie-Palette am Heck des Fahrzeugs montiert ist.

  207. Scott: Wahrscheinlich musst du mir sagen, wo auf dem Fahrzeug ein Gabelschlüssel sein soll, Joe. Ich weiß nichts von einem Schlüssel auf dem Fahrzeug.

  208. Ed Fendell schwenkt die Kamera im Uhrzeigersinn, um nach Dave zu suchen. Er findet ihn jedoch nicht und schwenkt wieder zurück zu Jim. Auf S71-37218 sieht man Dave beim Training. Rechts neben ihm steht der Ständer mit Bohrersegmenten, an dem der Gabelschlüssel festgeklemmt ist.

  209. Allen: Der Gabelschlüssel am Werkzeughalter (HTCNASAHTCHand Tool Carrier), Dave. (korrigiert sich) Am Ständer. Am Ständer. Entschuldige bitte. Ich habe dich in die Irre geführt.

  210. Scott: Ja. Da ist kein Schlüssel. (Pause)

  211. Allen: Dave, der Schlüssel befindet sich auf dem Ständer für die Bohrersegmente, direkt neben dir. Entschuldige.

  212. Scott: Der was?!

  213. Dies ist eine der höchst seltenen Situationen, in denen es zwischen Joe Allen und den Astronauten von Apollo 15 zu einem größeren Missverständnis kommt.

    Scott: Hier kommen wir mit den Bezeichnungen völlig durcheinander. Obwohl wir so viel Zeit auf die Nomenklatur verwendet haben, die Dinge zu benennen, sie zu identifizieren und richtig zu bezeichnen, damit jeder wusste, was gemeint ist. Ein Gabelschlüssel ist mir vom Sprachgebrauch vor dem Flug her nicht geläufig. Auch kann ich mich nicht erinnern, dass ein so bezeichnetes Werkzeug zu unserer Ausrüstung gehörte. Daher nehme ich an, der Ausdruck Gabelschlüssel kam aus dem Nebenraum. Dort fand jemand vielleicht die Lösung für unser Problem, aber derjenige ist nie dabei gewesen, wenn wir trainierten oder Namen festlegten, und war deshalb nicht mit unserer Terminologie vertraut. Wir hatten uns große Mühe gegeben, alles eindeutig zu bezeichnen, um genau solche Konfusionen zu vermeiden. Begriffe, Akronyme, Namen und so weiter, die wir während der Missionen verwendeten, wurden mit möglichst breitem Konsens sehr sorgfältig ausgewählt und zu einer Terminologie zusammengestellt. Zumindest haben wir unser Bestes versucht!

    Weil das Werkzeug mehr oder weniger einem Gabelschlüssel entspricht und auch auf ähnliche Weise verwendet wird, bleibe ich weiterhin bei diesem Begriff. Am Anfang der dritten EVANASAEVAExtravehicular Activity bei nennen Dave und Jim das Werkzeug ebenfalls Gabelschlüssel.

    Ed Fendell schwenkt die Fernsehkamera weiter entgegen dem Uhrzeigersinn. Er stoppt, als das Magnetometer (LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer) ins Bild kommt. Das Instrument wurde erst vor knapp () von Jim 50 Fuß (15 m) westlich der CSNASACSCentral Station aufgestellt.

  214. Irwin: Er muss den Schlüssel meinen, den ich montiert habe(korrigiert sich) Nicht den Schlüssel, die Zwinge.

  215. Offensichtlich denkt Jim ebenfalls, dass Schlüssel und Zwinge zusammengehören, obwohl der Schlüssel am Ständer für die Bohrersegmente klemmt. Er selbst hatte die Zwinge auf der Geologie-Palette am Fahrzeugheck montiert (LMP-6).

  216. Scott: Ah, die Zwinge. Genau, warum spricht er nicht von der Zwinge? Sicher, na klar, die Zwinge.

  217. Irwin: Ich weiß aber nicht, ob es damit funktioniert.

  218. Videodatei (, MPG-Format, 17,5 MB/RM-Format, 0,5 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  219. Scott: Ich dachte an eine Rohrzange.

  220. Irwin: Ja.

  221. Scott: Das wäre jetzt wohl das passende Werkzeug. (lange Pause)

  222. Ed Fendell zoomt auf das Magnetometer (LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer).

  223. Allen: Und, Dave, ungefähr noch , bis zur Warnanzeige für Wasser.

  224. Scott: Okay. Soll ich das AUXNASAAUXAuxiliary (Water)-Ventil jetzt öffnen?

  225. Allen: Erst beim Warnton.

  226. Scott: Bitte Wiederholen.

  227. Allen: Verstanden. Warte damit, bis du den Warnton hörst. Ich wollte dich nur vorwarnen.

  228. Scott: Okay. Deine Funksprüche sind am Anfang manchmal etwas verstümmelt, Joe, und ich bekomme nicht alles mit. (Pause)

  229. Nachdem er den Zoom zurückgenommen hat, schwenkt Ed Fendell nach rechts zu Dave und Jim. Im Vordergrund ist Jim weiter damit beschäftigt, die Boyd-Bolzen der CSNASACSCentral Station zu lösen. Leider verdeckt er Dave dabei, sodass wir nicht sehen, was genau Dave macht, um das Bohrgerät vom Bohrer zu trennen. Auch die Bildqualität lässt zu wünschen übrig. In Richtung Westen war das Bild um einiges besser, doch nun zeigt die Kamera wieder nach Nordosten und schräg einfallendes Sonnenlicht wird vom Staub auf der Linse gestreut.

  230. Allen: Okay, Dave. Und sollte das (der Gabelschlüssel) jetzt nicht auf Anhieb funktionieren, dann bitten wir dich, die Arbeit an der Stelle vorläufig liegen zu lassen und den Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) aufzustellen.

  231. Scott: Hat funktioniert! Hat funktioniert, Joe. Gute Idee von euch da unten im Nebenraum.

  232. Scott (Technische Nachbesprechung, ): Beim ersten Bohrer brauchte ich die Zwingeden Gabelschlüsselvom Ständer mit den Bohrersegmenten, um das Bohrgerät abzunehmen. Ich musste auf die Knie gehen und konnte mit etwas Kraft das Gerät lösen. Dabei ist die obere Hälfte des dritten Bohrers (meint das vierte Bohrersegment bzw. das zweite Doppelsegment) gebrochen oder wurde geknickt.

    Der Gabelschlüssel sollte ursprünglich nur verwendet werden, um die Segmente des Kernbohrers zu trennen, der aus einer Titaniumlegierung bestand. Die Bohrer für die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonden bestanden aus einem Glasfaserlaminat mit Borfilamenten und waren eigentlich nicht darauf ausgelegt, der Kraft standzuhalten, die Dave zum Lockern des Bohrfutters aufwenden musste.

    Scott (Technische Nachbesprechung, ): Aber ich bekam das Gerät vom Bohrer. Ein wirklich guter Einfall von der Mannschaft am Boden. Ich hatte das im Training nie gemacht.

  233. Allen: Und gute Arbeit

  234. Scott: Okay. Ich habe die Warnanzeige für Wasser. (RCU-Ansicht)

  235. Allen: da oben beim ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package.

  236. Irwin: Soll ich das machen, Dave?

  237. Jim bietet an, bei Dave das Ventil am Zusatztank (AUXNASAAUXAuxiliary (Water)-Wasser) zu öffnen.

  238. Scott: Danke nein, geht schon. Okay. AUXNASAAUXAuxiliary (Water)-Wasser ist geöffnet. Soll ich auf MINNASAMINMinimum (Minimale Kühlung) stellen, Joe?

  239. Allen: Richtig, Dave. Danke. Auf MINNASAMINMinimum.

  240. Videodatei (, MPG-Format, 30,7 MB/RM-Format, 0,9 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  241. Scott: Okay. Auf MINNASAMINMinimum gestellt.

  242. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Im Vordergrund scheint Jim Probleme zu haben, den Sonnenschutz der Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) von der Grundplatte zu lösen. Er bewegt sich nach links und gibt den Blick frei auf Dave, sodass Ed Fendell heranzoomen kann. Das Bohrgerät ist bereits abgenommen. Nun will Dave den Schlüssel vom Bohrer lösen, was ihm aber nicht gelingt, weil der Bohrer sich mitdreht. Nach mehreren Versuchen lässt er das Werkzeug hängen. Bei wird er zurückkehren, um den Schlüssel zu holen.

  243. Irwin: Ich habe hier eine Panne beim Sonnenschutz, Houston. Das Band ist gerissen. Das Band an den Stiften, die ich ziehen muss, bevor der Sonnenschutz hinten gelöst werden kann. (Pause)

  244. Allen: Okay, Jim. Wir haben dich gehört. Sprichst du vom LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer?

  245. Irwin: Ah, nein. Es geht um die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station).

  246. Allen: Ah, verstanden.

  247. Irwin (Technische Nachbesprechung, ): Das erste Problem für mich (beim Aufbau des ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package) tauchte auf, als ich die Sicherungsstifte der Abdeckung über dem hinteren Vorhang entfernen wollte. Ich zog am Kabel, oder dem Band, und es riss ab. Nun gibt es ein weiteres Band, das den einen Stift mit dem anderen verbindet. Ich versuchte, das Werkzeug (UHTNASAUHTUniversal Handling Tool) einzuhaken und beide Stifte zu lösen, aber auch dieses Band ist gerissen. Also musste ich mich notgedrungen auf den Boden knien, um die Stifte mit der Hand herauszuziehen. Zum Glück schaffte ich es. Das hätte uns wirklich in Schwierigkeiten gebracht. Denn falls diese Abdeckung nicht entfernt wird, gibt es keine Möglichkeit, an die hinteren Boyd-Bolzen auf der Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) heranzukommen.

    Im Abschnitt 14.4.2 Gerissenes Zugband an der Rückhalteschiene für den hinteren Vorhang der Zentraleinheit des Missionsberichts zu Apollo 15 (Apollo 15 Mission Report) steht, dass die auf 50 Pfund (23 kg) Zuglast getesteten Dacron-Bänder nach Apollo 15 durch neue, auf 180 Pfund (82 kg) ausgelegte Bänder ersetzt wurden.

  248. Irwin: Ich muss mich wohl hinknien und die zwei mit der Hand ziehen. (Pause) Dave, ich muss auf den Boden und mich dreckig machen.

  249. Jones: Als Jim hier sagt, dass er sich dreckig machen muss, ging es ihm dabei um den Staub, den er dadurch mit in die Kabine bringt?

    Scott: Bestimmt. Ich wüsste keinen Grund, sich auf den Boden zu knien, außer es ist absolut unvermeidlich. Man will einfach nicht dreckig werden. Runter auf den Boden zu gehen, ist die allerletzte Option gewesen. Es (der Staub in der Kabine) war schon so schlimm genug, da musste man es nicht noch verschlimmern.

  250. Scott: Kann ich dir helfen?

  251. Irwin: Vielleicht beim Aufstehen.

  252. Scott: Okay, ruf mich (wenn du Hilfe brauchst). Joe, meine Warnanzeige ist verschwunden. (RCU-Ansicht)

  253. Dave hat eben das Bohrgerät und den Ständer mit Bohrersegmenten an eine andere Stelle gebracht, ca. 2 Meter westlich der Röhre für die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde. Anschließend wollte er die Sonde aufheben. Mit Schwung ging er nach unten auf sein rechtes Knie und griff nach der Sonde, bekam sie aber nicht zu fassen, bevor er durch den Druck im Anzug wieder aufgerichtet wurde. Ed Fendell zoomt für den zweiten Versuch näher heran. Dave nimmt seine Position ein, lässt sich wieder auf die Knie fallen und seine rechte Hand kann diesmal das Verbindungskabel der Sonde greifen. Als der Anzug zurückfedert, bekommt Dave einen leichten Schwung vorwärts mit etwas Drall nach links. Nach einer Vierteldrehung bleibt er kurz auf dem linken Bein stehen. Dann dreht sich Dave auf diesem Bein hüpfend wieder zurück, wobei er aufpasst, mit seinem rechten Fuß hinten möglichst wenig am Kabel zu ziehen oder sich darin zu verfangen.

  254. Scott: Ich hätte wirklich gern ein UHTNASAUHTUniversal Handling Tool. (lange Pause)

  255. Dave hätte den Griff des UHTNASAUHTUniversal Handling Tool als Haken verwenden und so das Kabel bequem anheben können. Er hätte sich auch wie bei darauf stützen können, um leichter nach unten zu kommen.

    Scott (Technische Nachbesprechung, ): Ich hatte kein Jo -Jo. Das machte die gemeinsame Handhabung von Bohrgerät und UHTNASAUHTUniversal Handling Tool kompliziert. Für das Bohrgerät sind beide Hände nötig, gleichzeitig braucht man das UHTNASAUHTUniversal Handling Tool zum Lösen der Boyd-Bolzen. Am Ende steckte ich es (das UHTNASAUHTUniversal Handling Tool) einfach in den Boden, was ihm anscheinend nicht geschadet hat.

    Ed Fendell nimmt den Zoom ein wenig zurück und links unten kommt die Rückseite von Jims PLSSNASAPLSSPortable Life Support System ins Bild. Jim kniet noch vor der Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station), will aber gerade aufstehen. Er drückt sich mit den Händen ab, kann jedoch seinen Schwerpunkt nicht weit genug nach hinten über die Füße bringen, sodass er wieder nach vorn fällt. Beim zweiten Mal drückt er sich kräftiger ab und schafft es. Jim springt auf, macht einen kleinen Satz nach hinten, stoppt so die Drehung um seinen Schwerpunkt und bleibt stehen. Zwar können wir nicht genau sehen, was im Einzelnen geschieht. Doch Jims Bewegungen hier scheinen den Bewegungen zu gleichen, die gelegentlich bei den Astronauten von Apollo 16 und Apollo 17 in ähnlichen Situationen zu beobachten sind.

    Jones: Diese Methode wurde zum Standard, und Jim beherrscht sie offensichtlich ganz gut.

    Irwin: Ist vielleicht eine Methode, die Jim aus der Notwendigkeit heraus entwickelte.

  256. Irwin: Aahh, geschafft!!

  257. Scott: Vorsichtig.

  258. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Während dieser Funkpause löst Jim weitere Boyd-Bolzen an der CSNASACSCentral Station. Dave bereitet indessen die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde vor, die er gleich in die erste Röhre schieben wird. Unmittelbar vor Joes nächstem Funkspruch zoomt Ed Fendell auf Dave.

    Videodatei (, MPG-Format, 28 MB/RM-Format, 0,8 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  259. Allen: Jim, hier ist Houston.

  260. Irwin: Kommen, Joe.

  261. Allen: Verstanden, Jim. Wir glauben, dass der Überbrückungsschalter versehentlich gedrückt wurde. Könntest du bitte für uns nachsehen?

  262. Irwin: Sicher. (Pause) Könnte ich nur auf den Schalter pusten (und den Staub wegblasen).

  263. Allen: Funktioniert leider nicht (der Helm verhindert es), garantiert. (Pause)

  264. Irwin: Warum ziehe ich nicht einfach den Stift?

  265. Dave schiebt vorsichtig die zweiteilige HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde in die Röhre vor ihm.

  266. Allen: Verstanden. Und Dave, das (PLSS-)Verteilerventil gehört dir.

  267. Scott: Danke, Joe!

  268. Dave möchte gleich die Stellung seines Ventils ändern. Er greift mit rechts danach, wird aber kurz vom Stabilisierungskabel am Oberarm gestoppt. Im Anzug laufen auf der Brust verankerte Kabel zu beiden Armen direkt unter der Schulter. Dort verschwinden sie in Metallröhren, die jeweils um den Oberarm gebogen sind, kommen hinten wieder heraus und enden am Befestigungspunkt auf dem Rücken. Die Reibung in den Röhren erlaubt es dem Astronauten, bestimmte Armpositionen zu halten, ohne gegen den Anzugdruck kämpfen zu müssen. Hier hebt Dave zunächst den Arm und bewegt ihn im Schultergelenk nach hinten, damit sich das Kabel durch die Röhre zieht. Dann kann er auch mit der Hand weit genug hinter sich greifen, um sein Verteilerventil am PLSS zu verstellen. NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration-Foto 72-H-314 entstand bei einer Anprobe während der Vorbereitung auf Apollo 17. Eine dieser Metallröhren ist unterhalb der linken Schulter des Astronauten zu sehen.

    Jones: Ihre Armbewegung, wenn Sie nach dem Verteilerventil greifen, wirkt einigermaßen kompliziert.

    Scott: Im Anzug ist es eine ganz natürliche Bewegung. Die Schulter nach hinten und dann mit der Hand nach hinten. Man muss die Anzugschulter nach hinten bringen. Im Training macht man das andauernd.

    Jones: Also muss zuerst die Anzugschulter nach hinten, bevor man den Arm nach hinten bewegen kann.

    Scott: Das geht leicht. Ein Faltensegment am Schultergelenk ermöglicht es. Die Anzüge sind sehr flexibel, relativ betrachtet. Wenn Leute darüber reden, die Anzüge mobiler zu machen, behaupte ich, sie sind schon ziemlich gut. Man muss dieses kleine Manöver ausführen, aber dann bekommt man die Hand nach hinten und kann das Verteilerventil problemlos erreichen. Wir bewegen uns in diesen Anzügen wirklich ohne große Anstrengung.

    Natürlich können die Anzüge immer noch etwas verbessert werden! Aber sie sind nicht schlecht gewesen.

    Jones: Mich hat nur dieser Bewegungsablauf bei Ihnen interessiert, rein mechanisch.

    Scott: Ich wechselte vom Gemini-Anzug in den Apollo-Anzug. Im Gemini-Anzug gab es keine Faltensegmente, der Apollo-Anzug hatte sie. Man lernt verschiedene Techniken, sich im Anzug zu bewegen, die einem in Fleisch und Blut übergehen. Ich suche hier nicht nach einem Weg, wie ich an das Verteilerventil komme. Das ist eine völlig normale Bewegung. Ich mache sie vermutlich nicht einmal bewusst. Die Schulter nach hinten, dann die Hand nach hinten und fertig.

    Jones: Sie verbrachten bereits auf der Erde genug Zeit im unter Druck stehenden Anzug. Dabei entwickelten Sie Ihre eigenen Techniken und übernahmen wahrscheinlich auch ein paar von anderen Leuten, die Erfahrung damit hatten. Ist das richtig?

    Scott: Sicher. Soweit ich mich erinnere, gab es einen kompletten Durchlauf in der Thermal-Vakuum-Kammer. Wir haben die gesamte Ausrüstung für den Flug getestet, sind alle Vorgehensweisen und alle Möglichkeiten für Defekte durchgegangen. Könnte sein, das hier ist neu, ich müsste dem nachgehen. Man musste eben lernen, wie man im Anzug etwas tut. Es war Bestandteil der gesamten Ausbildung dazu, wie man auf dem Mond vorzugehen hat.

    Auch die Suche nach Fehlern wurde, wie alles im Apollo-Programm, mit großem Aufwand betrieben. Man versuchte intensiv, möglichst jeden vorstellbaren Defekt zu finden, zu verstehen und entsprechende Maßnahmen für solche Fälle auszuarbeiten. Richard Bolt, während des Apollo-Programms Mitarbeiter bei Hamilton Standard, schreibt in einer über seine Tätigkeit im Bereich der Fehleranalyse bei PLSSNASAPLSSPortable Life Support System und OPSNASAOPSOxygen Purge System.

    Jones: Wurden von Anzug-Technikern, Ingenieuren oder Leuten, die ihn schon getragen hatten, Hinweise zur Benutzung des Anzugs an Sie weitergegeben?

    Scott: Bestimmt. Wie Sie wissen, bekamen wir bei Apollo 12 ausreichend Gelegenheit, uns damit vertraut zu machen. Auch ein Element unserer Vorausbildung. Daher lag der größte Teil des Trainings im Anzug hinter uns, als wir mit der Vorbereitung auf Apollo 15 begannen.

    Jones: Gab es Faltensegmente am Anzug, den Sie bei Apollo 9 trugen? Das war ein anderes Modell, nicht?

    Scott: Ja, er hatte Faltensegmente. Der grundsätzliche Aufbau des Apollo-Anzuges änderte sich mehr wesentlich. Es ist ein großer Schritt gewesen vom Gemini-Anzug, den Hamilton Standard anfertigte, zum Apollo-Anzug, der von ILC kam. Als die Fertigung der Anzüge für Apollo 9 begann, habe ich ILC öfter besucht, denn bei Apollo 9 sollte es eine EVANASAEVAExtravehicular Activity geben. Ich glaube nicht, dass es nach dem Beginn des Apollo-Programms noch entscheidende Veränderungen gab. Einige Verbesserungen wurden vorgenommen (wie das Faltensegment im Rumpfbereich für die Missionen mit Fahrzeug), aber nichts, das den Faltensegmenten entsprach. Das war die fundamentale Neuerung gegenüber den Vorgängermodellen.

    Beim Gemini-Anzug steckte man in einer Gummiblase mit nur einer Neutralposition. Der Apollo-Anzug konnte dagegen unendlich viele Neutralpositionen einnehmen. Je nachdem, in welche Position man ein Faltensegment brachte, dort blieb es auch. Bewegte man die Schulter nach hinten, brachte man das Faltensegment nach hinten und erledigte hinter dem Rücken in aller Ruhe, was dort zu erledigen war.

    Jones: Bei Apollo 9 trugen Sie den Anzug als einer der Ersten. Sie standen mit am Anfang des Lernprozesses, in dem die Erfahrungen zum Umgang damit gesammelt wurden. Während jemand wie Jack (Schmitt), der ihn viel später anzog, bereits gute Ratschläge von Mitgliedern vorangegangener Besatzungen, Technikern oder ILC-Ingenieuren bekam, als er sich darin zurechtfinden musste.

    Scott: Ja. Wir unternahmen bei Apollo 9 auch die erste EVANASAEVAExtravehicular Activity in einem Apollo-Anzug. Rusty (Schweickart) hatte den Tornister (PLSSNASAPLSSPortable Life Support System) und ich blieb an die Versorgungsschläuche vom Raumschiff angeschlossen.

    Jones: Die Mannschaft von Gus Grissom sowie die Besatzungen von Apollo 7 und Apollo 8 trugen ebenfalls Apollo-Anzüge. Allerdings nicht, um eine EVANASAEVAExtravehicular Activity durchzuführen. Das wäre eine andere Stufe

    Scott: Zur Zeit von Apollo 1 hatten wir tatsächlich noch andere Anzüge, sie sind blau gewesen. Nach dem Feuer kam es dann zu umfassenden Änderungen bei fast allem und man setzte Beta-Cloth ein. Die Anzüge bekamen eine Lage Beta-Cloth und wurden insgesamt weiterentwickelt, sodass eine komplett neue Generation entstand, wenn Sie so wollen. Aber die Entwicklungsgeschichte der Anzüge ist ein eigenes Thema, mit dem sich jemand befassen kann.

  269. Irwin: Kann sein, dass er (der Überbrückungsschalter) aus Versehen gedrückt wurde, Joe. Ich überprüfe das jetzt. (Pause)

  270. Allen: Danke, Jim.

  271. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Dave möchte nun die Verpackung aufheben, in der sich die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde befand. Er geht in die Knie, kommt aber nicht besonders nah heran. Beim zweiten Versuch stellt er das linke Bein weit aus, beugt sein rechtes Knie nach innen und reicht fast auf den Boden. Zwar bekommt er die Verpackung zu fassen, kann sie aber nicht festhalten. Erst sein dritter Versuch ist erfolgreich. Das Knie berührt den Boden, er greift sich die Verpackung und behält sie fest in der Hand. Als er wieder aufrecht steht, packt Dave den Ladestab aus. Dann wirft er die Verpackung in hohem Bogen nach hinten weg. Wir können den größten Teil der Flugbahn verfolgen und sehen vor allem auch die kleine Staubwolke an der Stelle, wo sie landet. Der Ladestab ist eine dünne Teleskopstange, mit der die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde bis zum Grund der Röhre geschoben wird. Markierungen am Stab zeigen an, wie tief die Sonde letztendlich im Boden steckt. Nachdem Dave den Ladestab vollständig auseinandergezogen hat, beträgt dessen Länge ca. 2 Meter.

    Jones: Es dauerte eine Weile, bis die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde in der Röhre steckte.

    Scott: Ich würde sagen, die Leute in der Überwachungszentrale (MCCNASAMCCMission Control Center) werden bestimmt schon ungeduldig. Insbesondere diejenigen, die noch nie beim Aufbau zugesehen haben. Das scheint alles unheimlich lange zu dauern, aber so war es eben. Abgesehen vom Bohren der Löcher läuft es (der Aufbau des ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package) ziemlich gut.

    Ed Fendell nimmt den Zoom zurück und richtet die Fernsehkamera auf Jim, der die letzten Boyd-Bolzen auf der CSNASACSCentral Station lösen muss.

    Videodatei (, MPG-Format, 26,8 MB/RM-Format, 0,8 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  272. Allen: Jim, hier ist Houston.

  273. Irwin: Kommen.

  274. Allen: Verstanden, Jim. Solange du dort arbeitest, der (Überbrückungs-)Schalter scheint nach wie vor gedrückt zu sein. Das spielt für uns eigentlich keine Rolle. Nur wenn du nachher die Antenne installierst, dann achte bitte unbedingt darauf, dass die Antenne dabei nicht auf die Kabel zu den Instrumenten gerichtet wird. Ende.

  275. Irwin: Okay. Erinnere mich noch einmal daran.

  276. Allen: Wir passen auf.

  277. Irwin: Wenn ich dazu komme. (lange Pause)

  278. Ed Fendell zoomt auf den bereits in der Sonne liegenden Ausläufer von Mons Hadley hinter der HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Palette, welche Dave in seiner spektakulären Vorstellung () weggeschleudert hatte. Glücklicherweise nimmt er den Zoom rechtzeitig zurück und man sieht, wie die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) hochgedrückt wird, als Jim den letzten Boyd-Bolzen löst.

  279. Irwin: Okay, Joe. Hier kommt die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station).

  280. Allen: In leuchtenden Farben. (Pause)

  281. Jim hält mit seinem UHTNASAUHTUniversal Handling Tool den Sonnenschutz, während vorgespannte Federstangen die Deckplatte nach oben drücken. Mit leuchtenden Farben meint Joe die glänzende Mylar-Folie, die auf allen vier Seiten der CSNASACSCentral Station als Hitzeschutz dient. Bei Apollo 17 kam der Sonnenschutz hoch, ohne dass Jack Schmitt nachhelfen musste. Hier dagegen brauchen die Federn auf den letzten Zentimetern etwas Unterstützung von Jim.

    Die EVANASAEVAExtravehicular Activity dauert jetzt und . Jim ist in seiner Checkliste auf Seite LMP-22 bei . Sein Rückstand hat sich damit seit leicht erhöht und beträgt wieder . Dave meldet im nächsten Funkspruch die Tiefe der Sonde, blättert um und ist bei auf Seite CDR-21. Er konnte also trotz der Schwierigkeiten beim Bohren seinen Rückstand von seit halten.

  282. Scott: Okay, Joe. J5 für die erste Sonde.

  283. Die Markierung J5 am Ladestab gibt an, wie tief die HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde in der Röhre bzw. im Boden steckt.

  284. Allen: Verstanden, Dave. Danke.

  285. Scott: Und ich sehe wieder nach der Elektronikbox, wenn ich mit der zweiten (HFENASAHFEHeat Flow Experiment-)Sonde fertig bin.

  286. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Nachdem beide Sonden im Boden sind, soll Dave ein letztes Mal kontrollieren, dass die Elektronikbox waagerecht steht und richtig zur Sonne ausgerichtet ist (CDR-21).

    Dave trägt Bohrgerät, Ständer und Ladestab zur westlichen Sonde, stellt den Ständer mit Bohrersegmenten links, das Bohrgerät rechts neben sich ab und lehnt den Ladestab gegen den Ständer. Wie zuvor nimmt er ein unteres Bohrersegment mit geschlossener Spitze sowie eine Verlängerung, verbindet beide Teile und steckt den Bohrer problemlos ins Bohrfutter.

    Videodatei (, MPG-Format, 21,5 MB/RM-Format, 0,6 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  287. Irwin: Man kommt hier mit der Hitzeschutzfolie etwas besser zurecht, ohne Wind.

  288. Allen: Ja, Sir. (Pause) Es weht nur ein lauer Sonnenwind. (Pause)

  289. Während des Trainings an windigen Tagen in Florida war die Mylar-Folie offenbar schwer zu bändigen.

  290. Allen: Und, Dave und Jim, rechnet schon mal damit,

  291. Scott: Ich sehe meine Markierung nicht mehr.

  292. Allen: dass wir euch in ungefähr auffordern werden, das ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package zu verlassen.

  293. Scott: Na, ja. Okay, Joe. (lange Pause)

  294. Geplant ist, nach beim ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package-Standort in Richtung LMNASALMLunar Module aufzubrechen. Vergangen sind knapp und .

    Dave hebt das Bohrgerät hoch, muss jedoch erst nach der Stelle suchen, die er für die zweite Sonde markiert hatte. Er findet sie und beginnt zu bohren. Dabei dringt der Bohrer schnell in den Boden ein, bis zur Verbindung zwischen beiden Segmenten. Von da an kommt er plötzlich und gut erkennbar wesentlich langsamer voran.

  295. Scott: Das Material ist hier sogar noch härter, Joe. (lange Pause)

  296. Bevor Dave beginnt, sieht man die Verbindung der zwei Bohrersegmente im Fernsehbild direkt oberhalb des rechten Knies. Er braucht für das erste Segment (4,1 cm/s) und für das zweite (1,9 cm/s), das fast völlig im Boden verschwindet. Zum Ende hin lehnt sich Dave weit nach vorn, die Griffe vor dem Bauch, sodass beinah sein gesamtes Gewicht über die Hände auf dem Bohrgerät lastet. Als der Bohrer im Boden ist, lässt er los und steht auf.

  297. Scott: Pfff! Mensch, das ist richtig hartes Gestein. (lange Pause)

  298. Wieder dreht Dave das Bohrgerät entgegen dem Uhrzeigersinn, um es abzunehmen. Dabei kontrolliert er von der Seite den Bohrer und muss nach einer Dreivierteldrehung abermals erkennen, dass dieser im Futter festsitzt und mitgedreht wird.

  299. Scott: Gleiches Problem. (Pause) Okay. Ich habe hier mit dem Bohrfutter das gleiche Problem, Houston. Ich denke, weil das Gestein derartig hart ist, frisst sich das Futter fest und man kann den Bohrer ohne die Zwinge (meint den Gabelschlüssel) einfach nicht lockern.

  300. Allen: Verstanden, Dave. Wir sehen es.

  301. Dave dreht das Bohrgerät ein paarmal hin und her. Dann läuft er zur ersten (östlichen) Sonde, um den Gabelschlüssel zu holen, den er bei nicht vom Bohrer lösen konnte

    Videodatei (, MPG-Format, 25,3 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  302. Scott: Und(lacht)ich fürchte, es wird nicht ganz einfach werden, die Zwinge (den Gabelschlüssel) von dem anderen Teil dort runterzubekommen. (lange Pause)

  303. Ed Fendell nimmt den Zoom zurück, folgt Dave mit der Kamera und zoomt ihn wieder heran. Daves linkes Bein steht seitlich weit außen und sein rechtes Knie ist wieder nach innen gebeugt, damit er an den etwa 30 Zentimeter über dem Boden hängenden Gabelschlüssel herankommt. Er dreht das Werkzeug nicht nur um den Bohrer, sondern bewegt den Schlüssel auch kräftig auf und ab, um ihn zu lockern. Man sieht deutlich, wie der Bohrer dadurch hin und her gebogen wird.

    Infolge der Erfahrungen bei Apollo 15 sind Vorgehensweisen und Werkzeuge für die nächsten Missionen überarbeitet bzw. neu entwickelt worden. So konnte der Gabelschlüssel von vornherein auch den HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Bohrer halten, wenn man das Bohrgerät abnehmen musste. Nachdem die ersten Bohrersegmente im Boden waren, wurde der neue Schlüssel angesetzt, mit dem Fußknöchel blockiert, dann das Bohrgerät entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht und abgenommen. Man schraubte die nächsten Segmente ein, setzte das Bohrgerät wieder auf und hielt nun das Gerät fest, um den Schlüssel zu lockern. Bei diesem Ablauf musste sich der Schlüssel allerdings auch vom letzten Segment lösen lassen, ohne mit dem Bohrgerät dagegenhalten zu können, weil es zu dem Zeitpunkt bereits abgenommen war. Doch der neue Gabelschlüssel und die mit Titan verstärkten Verbindungsstellen der Bohrersegmente erleichterten das Trennen von Bohrgerät und Bohrer erheblich.

  304. Allen: Anscheinend ist Zwinge tatsächlich das bessere Wort dafür, Dave.

  305. Scott: Ich bin am Ende mit meinem Latein, Joe. (Pause) Meine Güte. (Pause)

  306. Jim kommt ins Bild. Er bleibt vor der Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) stehen und verdeckt dadurch Dave. Auf seinem UHTNASAUHTUniversal Handling Tool steckt eine kleine Box, ziemlich sicher die Verpackung der Mechanik zum Ausrichten der Antenne. Jim ist jetzt auf Seite LMP-23.

  307. Allen: Dave, unser Vorschlag wäre, du unterbrichst an der Stelle und stellst den Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) auf. Und Jim, ich erinnere dich noch einmal an die Antenne. (Pause)

  308. In dem Augenblick, als Jim zur Seite geht, bekommt Dave endlich den Schlüssel vom Bohrer.

    Audiodatei (, MP3-Format, 2,2 MB) Beginnt bei .

  309. Irwin: Okay, Joe. Ich setze die Antenne jetzt auf den Mast, und ich soll sie dabei auf keins der Instrumente richten. Ist das korrekt?

  310. Allen: Nur die Kabel zu den Instrumenten, Jim. Die Antenne bitte nicht auf die Kabel richten.

  311. Ed Fendell folgt Dave mit der Kamera zurück zum zweiten Bohrloch. Als die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) kurz im Bild ist, sehen wir, dass Jim die Mechanik schon auf den Mast gesetzt hat.

  312. Irwin: Okay. Die Antenne ist jetzt auf dem Mast. (Pause) Ich richte sie waagerecht ein.

  313. Irwin (Technische Nachbesprechung, ): Ich installierte den Antennenmast, die Mechanik, und richtete sie waagerecht ein. Das Justieren dauerte ungefähr so lange wie im Training, denke ichvielleicht etwas länger als von mir veranschlagt. Die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) stand offenbar nicht besonders stabil, denn die Blase bewegte sich hin und her, sobald ich an den Stellschrauben drehte. Aber schließlich war sie ausbalanciert.

    Dave kniet auf dem Boden, um den Schlüssel anzusetzen. Tatsächlich sind vom Bohrer nur noch wenige Zentimeter zu sehen. Deswegen muss Dave das linke Knie wieder leicht anheben und sich weit nach rechts lehnen, damit seine rechte Hand so tief herunterreicht. Nachdem der Schlüssel fest sitzt, kann Dave mühelos aufstehen, indem er sich auf das Bohrgerät stützt.

  314. Allen: Dave, hier ist Houston. Wir möchten das alles gern verschieben und uns später noch einmal damit (der zweiten HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde) befassen. Könntest du für uns den Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) aufstellen, bitte?

  315. Zunächst probiert er einige Positionen aus, dann blockiert Dave den Schlüssel mit seinem linken Fuß. Durch einen kurzen Ruck entgegen dem Uhrzeigersinn wird das Bohrfutter entsperrt und als Dave den Bohrer kurz einschaltet, schiebt der Hammerschlag die Spannhülse im Futter nach unten, wodurch sie sich weitet. Der Schlüssel am Bohrer dreht sich mit, bis er gegen Daves Fuß schlägt und weggeschleudert wird. Dave muss etwas nachhelfen, dann kann er das Gerät abnehmen.

  316. Scott: Selbstverständlich, Joe. Lass mich nur vorher die zweite (HFENASAHFEHeat Flow Experiment-)Sonde in die Röhre schieben. Die Zwinge (der Gabelschlüssel) ist schon gelöst und ich muss nur noch die Sonde in die Röhre schieben. Okay? (lange Pause)

  317. Die zweite HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde liegt westlich des Bohrers. Dave macht ein paar seitliche Schritte zur Sonde, lässt sich wieder in die Kniebeuge fallen und kann beim zweiten Versuch das Paket mit rechts greifen. Ihm scheint gerade entfallen zu sein, dass bis jetzt nur zwei Bohrersegmente (je 53 cm) im Boden stecken. Wäre er sicher gewesen, es geht nicht mehr weiter, hätte er das vermutlich mit Houston besprochen.

    Videodatei (, MPG-Format, 29,4 MB/RM-Format, 0,9 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  318. Allen: Dave, bitte warte erst einmal mit der (HFENASAHFEHeat Flow Experiment-)Sonde. Wir gehen davon aus, später vielleicht noch tiefer bohren zu können,

  319. Scott: Okay.

  320. Allen: und möchten, dass du jetzt mit dem Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) weitermachst (CDR-23).

  321. Dave hat die zweite HFENASAHFEHeat Flow Experiment-Sonde ausgepackt. Er läuft zum Ständer für die Bohrersegmente, um sie dort abzulegen.

    Scott (Technische Nachbesprechung, ): Die Bodenstation (MCCNASAMCCMission Control Center) forderte mich auf, die Arbeit mit dem Bohrer zu unterbrechen.Man wollte überlegen, wie es am besten weitergeht. Ich selbst dachte zu dem Zeitpunkt, wir sollten einen Graben ziehen und die Sonde hineinlegen. So hatten wir es vor dem Flug besprochen, falls der Bohrer nicht funktioniert. Mir kam allmählich der Gedanke, es wird zu viel Zeit in dieses eine Experiment investiert. Als die Bodenstation erklärte, dass man die Situation noch einmal in Ruhe beurteilen will, hörte ich auf zu bohren. Stattdessen stellte ich den Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) auf und machte die ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package-Fotos.

  322. Scott: Okay. Bin unterwegs! Ich lege die (HFENASAHFEHeat Flow Experiment-)Sonde auf dem Ständer ab, wenn das in Ordnung ist. (Pause)

  323. Joe wartet auf eine Antwort der Wissenschaftler, die für das Wärmeflussexperiment verantwortlich sind.

  324. Allen: Einverstanden, Dave. (lange Pause)

  325. Es dauert ein paar Sekunden, bis Dave die zusammengeklappte Sonde vorsichtig durch die Öffnung oben am Ständer gefädelt hat.

  326. Scott: Okay, ich glaube, das Bohrgerät bleibt in der Sonne. Richtig, Joe?

  327. Dave macht sich auf den Weg zum Fahrzeug, wo der Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) steht. Ed Fendell schwenkt die Fernsehkamera und folgt ihm. In Houston sieht man das Bohrgerät aber noch für einen Moment und bestätigt, dass Dave es in der gewünschten Position zurückgelassen hat.

  328. Allen: Richtig, Dave. Sieht gut aus. Griff nach unten, Batterie weg von der Sonne. Sieht gut aus. Den Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) hätten wir gern westlich

  329. Scott: Okay.

  330. Allen: und ein wenig südlich des Fahrzeugs. Die Entfernung bleibt ganz dir überlassen. Und supersauber.

  331. Scott: Supersauber. Ja, Sir. (Pause) Schön sauber halten.

  332. Scott (Technische Nachbesprechung, ): Ich trug den Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) gute 100 Fuß (30 m) vom Fahrzeug weg, damit er sauber bleibt. Und weil das ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package etwas nördlich meiner Blickrichtung (vom LMNASALMLunar Module aus nach Westen) stand, da wir einen ebenen Bereich finden mussten, stellte ich ihn auch südlicher auf als geplant. Dieser Platz lag weiter entfernt von unserer Flugbahn nach dem Start, sodass möglichst kein Staub auf den Reflektor geweht werden konnte.

    Den Ingenieuren wird in den folgenden Minuten klar, dass die Lage des Bohrgeräts doch nicht so optimal ist. Bei schickt man Dave zurück, um es zu drehen.

  333. Irwin: Okay, Joe. Azimut ist eingestellt (an der Mechanik), jetzt die Elevation.

  334. Allen: Okay, Jim. (lange Pause)

  335. Bevor der Sonnenschutz nach oben gedrückt wurde, hatte Jim die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) waagerecht gestellt und auf die Sonne ausgerichtet. Dann wurde die Mechanik auf dem Mast ebenfalls waagerecht justiert und auf die Sonne ausgerichtet. Nun richtet er mithilfe der Mechanik die Antenne exakt auf die Erde. Vorgegebene Werte für Azimut und Elevation stehen auf LMP-23.

    Irwin (Technische Nachbesprechung, ): Eine Bemerkung zum Ausrichten der Zentraleinheit, nachdem sie sich entfaltet hat. Das ist gar kein Problem gewesen. Ich weiß nicht, ob es nur am weichen Untergrund lag oder wegen der geringen Schwerkraft normal war. Selbst die vollständig aufgebaute Einheit konnte ich mühelos verschieben, bis der Schatten des Gnomons richtig fiel.

    Dave kommt wieder ins Bild, als er sich den Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) nimmt und ihn wegträgt. Nach einigen Metern läuft er durch einen kleinen Krater. Der Krater ist zumindest für uns nicht zu sehen, denn er liegt annähernd in der Nullphasenrichtung, weshalb seine Konturen verschwinden. Dahinter biegt Dave leicht nach links ab und schlägt eine westsüdwestliche Richtung ein.

  336. Irwin: Okay. (Azimut) 35,81 und (Elevation) 4,71. Der Schatten des Gnomons (auf der Mechanik zum Ausrichten der Antenne) fällt richtig und alles ist waagerecht.

  337. Allen: Okay, Jim. Ausgezeichnet.

  338. Irwin: Jetzt kümmere ich mich um das SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment.

  339. Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Jim ist auf LMP-24 und stellt nun sowohl das SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment als auch das CCIGNASACCIGCold Cathode Ion Gauge auf. Beide Instrumente sind im selben Gehäuse untergebracht.

    Ed Fendell schwenkt die Fernsehkamera nach rechts. Als im Hintergrund das Bohrgerät auftaucht, stoppt er, holt es heran und nimmt den Zoom erst nach einer reichlichen Minute zurück, um wieder nach links zu schwenken. Erneut kommt Dave ins Bild, der soeben den Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) aufgestellt und ausgerichtet hat. Abschließend entfernt er noch den durchsichtigen Staubschutz.

    Videodatei (, MPG-Format, 26 MB/RM-Format, 0,8 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  340. Scott: Okay, Joe. Er (der LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) ist ausgerichtet und der Schatten des Gnomons fällt genau auf die Markierung. Und er ist supersauber!

  341. Allen: Etwas anderes war von dir auch nicht zu erwarten, Dave.

  342. Dave entfernt sich vorsichtig vom Reflektor.

    Scott: Damit er sauber bleibt.

    Jones: Anstatt sich umzudrehen und dabei vielleicht Staub auf den Reflektor zu werfen, bewegen Sie sich mit kleinen Sprüngen rückwärts ganz langsam weg davon.

    Scott: So ist er auf jeden Fall sauber, nachdem ich die Stelle verlassen habe.

  343. Scott: Hoffentlich steht er weit genug südlich. Sieht es für euch nach einem guten Platz dafür aus? (lange Pause) Okay, Joe. Was kann ich hier zum Abschluss noch erledigen?

  344. Jim ist mit dem Aufbau des SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment/CCIGNASACCIGCold Cathode Ion Gauge beschäftigt. Daher liest Dave auf CDR-23 seine Aufgaben für den Fall, dass er vor Jim fertig wird und ihm etwas Arbeit abnehmen kann. Tatsächlich gehören der Aufbau des LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector sowie die Fotos vom ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package laut LMP-25/LMP-27 eigentlich zu Jims Aufgaben. Die Situation hier ist jedoch eine andere. Dave soll den Reflektor aufstellen und Fotos machen, weil die EVANASAEVAExtravehicular Activity aufgrund seines unerwartet hohen Sauerstoffverbrauchs früher beendet werden muss und nicht, weil Jim hinter dem Zeitplan liegt. Noch etwas lässt sich aus den Checklisten herauslesen. Man teilte Jim offensichtlich mehr Arbeit zu, als von ihm erwartet wurde, denn seine Checkliste enthält keine Einträge für den Fall, dass er eher fertig wird als Dave. Folglich ging man wohl davon aus, Dave hat seine drei Löcher höchstwahrscheinlich gebohrt, bevor Jim alle Instrumente aufstellen konnte.

    Jones: Haben Sie beide auch für die Aufgaben des jeweils anderen trainiert?

    Scott: Ja. Wir sind die Aufgaben des anderen durchgegangen und haben uns gegenseitig zugesehen, um Bescheid zu wissen. Das meiste konnte sowohl der eine als auch der andere erledigen, mehr oder weniger gut. Es hätte durchaus passieren können, dass einer das ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package allein aufbauen muss. Aus dem Grund absolvierte jeder wenigstens einen kompletten Durchlauf.

    Scott (Technische Nachbesprechung, ): Im Training stellten wir fest, dass wir nicht immer gleichzeitig fertig wurden. Darum planten wir den LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector und die ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package-Fotos als Puffer. Eine gute Idee, denn so kam es, dass die Vorgehensweisen in meiner Checkliste standen. Bis dahin hatte ich den Reflektor im Training nur ein einziges Mal aufgestellt und noch nie das ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package fotografiert. Praktischerweise enthielt meine Checkliste alle diese Schritte, die zudem relativ unkompliziert waren. So brauchte ich für LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector und Fotos nicht lange. Ich konnte das erledigen, während du auch schon die letzten Handgriffe gemacht hast. Am Ende sind wir fast zur selben Zeit fertig geworden, denke ich.

    Scott: Das ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package aufzubauen ist nicht schwer. Es kommt darauf an, wie viel Zeit man benötigt. Mit einer Checkliste kann man alles Schritt für Schritt abarbeiten (während der Partner im LMNASALMLunar Module die Checkliste verfolgt und Fragen beantwortet). Zeit spielt die entscheidende Rolle dabei. Und je besser man Bescheid weiß, umso schneller schafft man es.

  345. Allen: Okay, Dave.

  346. Irwin: Du könntest (das ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package) fotografieren.

  347. Scott: Genau, das mache ich.

  348. Allen: Du wirst es nicht glauben, aber das Bohrgerät soll um 180° gedreht werden.

  349. Ed Fendell nimmt den Zoom zurück und schwenkt die Kamera im Uhrzeigersinn auf der Suche nach Astronauten.

    Videodatei (, MPG-Format, 22,4 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  350. Scott: (lachend) Ha! Ich glaube dir. Okay. (Pause) Kein Problem. Das müsste sich machen lassen. Wenn wir hier bohren, würden wir sicher eine großartige Kernprobe bekommen. Schönes hartes Material. (Pause) Ich sage dir, Joe, dieses Mal, mit dem zweiten Bohrer, bin ich auf richtig festes Material gestoßen. Vielleicht 8 bis 10 Zoll (20 bzw. 25 cm) unter der Oberfläche. (lange Pause)

  351. Als Dave ins Fernsehbild kommt, hat er gerade das Bohrgerät gedreht und ist auf den Weg zum Fahrzeug. Zunächst in kurzen Sprüngen mit Zwischenschritt, dann eine längere Strecke von einem Fuß auf den anderen springend und zum Schluss an einer kleinen Steigung noch einmal mit kurzen Sprüngen, bevor er am linken Bildrand wieder verschwindet.

  352. Allen: Jim, stellst du gerade das SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment auf?

  353. Irwin: Ja, bin dabei. Ich versuche es.

  354. Allen: Okay. In müsst ihr aufbrechen.

  355. Irwin (Technische Nachbesprechung, ): Dann wollte ich das SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment aufstellen. Offenbar ließ das UHTNASAUHTUniversal Handling Tool sich nicht richtig in die Buchse am Gehäuse einrasten. Aufgefallen ist es mir jedoch erst, als ich das Instrument schon fast an seinen Platz getragen hatte. Kurz vor dem Absetzen rutschte es vom UHTNASAUHTUniversal Handling Tool und fiel auf den Boden. Hoffentlich wurde nichts beschädigt. Ich versuchte mehrfach, das UHTNASAUHTUniversal Handling Tool einzurasten, aber es gelang mir nicht. Das Instrument rutschte immer wieder ab, bestimmt drei Mal, sehr ärgerlich. Vielleicht hat Staub am UHTNASAUHTUniversal Handling Tool die Mechanik blockiert, ich kann es nicht sagen. Ich legte das Abschirmungsgitter auf den Boden, stellte das SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment darauf und zog den Sicherungsstift. Zum Schluss kontrollierte ich die Ausrichtung und ob es waagerecht stand.

    Abbildung 14-46 im Missionsbericht zu Apollo 15 (Apollo 15 Mission Report) zeigt die Verbindung von Universalwerkzeug (UHTNASAUHTUniversal Handling Tool) und SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment. Im Abschnitt 14.4.3 Unzuverlässiges Einrasten des UHTNASAUHTUniversal Handling Tool in der Buchse am Gehäuse des SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment des Missionsberichts steht dazu: Die Buchse für das UHTNASAUHTUniversal Handling Tool am Gehäuse dieses Experiments befindet sich höher über dem Boden als die entsprechenden Buchsen aller anderen Geräte. Daher muss das Werkzeug beim Einstecken, Einrasten und Tragen in einer schwierigen Position gehalten werden, um eine dauerhaft feste Verbindung zu gewährleisten. Des Weiteren wird angedeutet, Jim könnte wegen der schwierigen Position unabsichtlich den Abzug zum Ausrasten des UHTNASAUHTUniversal Handling Tool betätigt haben.

  356. Scott: Okay, Jim. Ich habe deine Kamera genommen. (Pause) Wie viele Bilder brauche ich (für die Dokumentation des ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package)?

  357. Irwin: Ungefähr 20.

  358. Eine jeweils identische Skizze auf CDR-24 und LMP-26 gibt vor, wie die einzelnen Komponenten des ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package und der Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) fotografiert werden sollen.

    Ed Fendell nimmt kurz die Antenne der Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) ins Bild, schwenkt die Kamera weiter nach rechts und zoomt auf Jim, der gerade mehrere Meter östlich des Fahrzeugs mit dem SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment/CCIGNASACCIGCold Cathode Ion Gauge beschäftigt ist. Jim steht zunächst südlich vor dem Ionendetektor (SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment). In der rechten Hand hält er ein Knäuel Kabel, die höchstwahrscheinlich zum CCIGNASACCIGCold Cathode Ion Gauge gehören. Siehe auch Abbildung 12-3 im Vorläufigen wissenschaftlichen Bericht zu Apollo 15 (Apollo 15 Preliminary Science Report) sowie Foto AS15-86-11597, aufgenommen von Dave. Dann lehnt Jim sich weit nach vorn, wobei ihm sein UHTNASAUHTUniversal Handling Tool anscheinend als Krücke dient. Er stützt sich mit links darauf ab und befestigt mit rechts das Vakuummeter (CCIGNASACCIGCold Cathode Ion Gauge) auf der Transporthülse des Drahtgitternetzes. Man erinnert sich gewiss an die Probleme, die es während des Aufbaus von SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment und CCIGNASACCIGCold Cathode Ion Gauge bei den zwei vorangegangenen Missionen gab. Hier erleichtert nun das ausgereifte Konzept den Vorgang erheblich. Ein Vergleich der verschiedenen Ausführungen dieser Gerätekombination illustriert die Entwicklung.

  359. Scott: Okay. Deine Kamera ist bei 115 (Bildern laut Zähler). Das reicht. (lange Pause)

  360. Ein Magazin mit Schwarz-Weiß-Film erlaubt etwa 180 Bilder, bei Farbfilm sind ungefähr 160 Aufnahmen möglich. Zuerst fotografiert Dave ein Stereo-Bildpaar von zwei kleineren Steinen südlich des Reflektors (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector), AS15-85-11466 und AS15-85-11467. Die Steine liegen vermutlich in den Kratern, die sie beim Aufschlag mit geringer Geschwindigkeit selbst erzeugt haben.

  361. Allen: Dave, nimmst du dir gerade Jims Kamera?

  362. Scott: Ich habe Jims Kamera und mache jetzt die Fotos.

  363. Allen: Verstanden. Falls deine ebenfalls greifbar ist, sie hat ein Magazin mit Farbfilm. (Pause) Aber eigentlich ist es egal,

  364. Scott: Ist Jims nicht(hört Joe Allen)

  365. Allen: nimm welche dir passt.

  366. Videodatei (, MPG-Format, 23,3 MB/RM-Format, 0,7 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  367. Irwin: Nein, ich habe Schwarz-Weiß-Bilder gemacht. Ich habe Schwarz-Weiß-Bilder gemacht, Dave.

  368. Scott: Na, bei dem vielen Hin und Her. Ich habe die Übersicht verloren. (lange Pause)

  369. Immer noch auf sein UHTNASAUHTUniversal Handling Tool gestütztdas er nicht mehr braucht, um irgendetwas zu tragenhebt Jim das SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment/CCIGNASACCIGCold Cathode Ion Gauge mit der rechten Hand an und stellt es gleich wieder ab. Vielleicht wollte er die Grobausrichtung des Geräts oder seine Position auf dem Abschirmungsgitter verbessern. Dann zieht Jim einen Stift, wodurch das Vakuummeter (CCIGNASACCIGCold Cathode Ion Gauge) an der Transporthülse nach unten klappt. Zum Schluss steht er auf und sorgt für die Feinabstimmung, bis der Ionendetektor (SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment) waagerecht steht und genau ausgerichtet ist.

  370. Irwin: Okay, Joe. Das SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment ist aufgestellt. Ich justiere es noch.

  371. Allen: Verstanden. Und bitte melden, wenn der Sicherungsstift gezogen ist.

  372. Entsprechend der Anweisung auf LMP-24.

  373. Irwin: Gleich. (lange Pause)

  374. Während Jim das SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment/CCIGNASACCIGCold Cathode Ion Gauge endgültig ausrichtet, schwenkt Ed Fendell die Fernsehkamera weiter im Uhrzeigersinn.

  375. Irwin: (Sicherungs-)Stift wurde gezogen. Alles steht waagerecht und ist ausgerichtet.

  376. Allen: Verstanden. Damit hätten wir einen neuen Rekord für das Aufstellen des SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment auf dem Mond. (lange Pause)

  377. Es dauerte nur und , bis Jim das SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment/CCIGNASACCIGCold Cathode Ion Gauge aufgestellt hat. Damit lag er deutlich unter den Zeiten der zwei Missionen davor. Bei Apollo 12 wurden aufgrund goßer Schwierigkeiten und für den Aufbau der Geräte benötigt, bei Apollo 14 traten ähnlich Probleme auf und man brauchte . Die entscheidende Änderung an der Gerätekombination von Apollo 15 war die Befestigung des CCIGNASACCIGCold Cathode Ion Gauge an der starren Hülse, in der sich zuvor das Abschirmungsgitter befand. Ohne diese Verstärkung ließen sich die Verbindungskabel der beiden Vorgängermodelle nicht gut strecken und neigten dazu, in ihre gewickelte Form zurückzukehren. Es entstand ein gewisser Zug, der das leichte Gehäuse des SIDENASASIDESuprathermal Ion Detector Experiment kippen konnte. Auch die Beine am Gehäuse wurden überarbeitet, wodurch das Gerät von Apollo 15 viel stabiler auf dem Boden stand als die Konstruktionen bei Apollo 12 und Apollo 14 (Grafik zur Evolution der drei Geräte).

  378. Scott: Okay, Joe. Ich habe die Fotos vom Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector), und er ist nach wie vor supersauber.

  379. Die Aufnahmen vom Reflektor sind AS15-85-11468 und AS15-85-11469.

    Inzwischen hat Ed Fendell die Fernsehkamera mit maximalem Zoom auf den Gipfel von Hadley Delta gerichtet. Von dort schwenkt er entgegen dem Uhrzeigersinn entlang der Kammlinie, vorbei an Silver Spur und weiter. Er stoppt erst nach mehreren Minuten, wenn Höhe 305 ins Bild kommt.

    Jim ist in seiner Checkliste auf Seite LMP-25.

  380. Irwin: Okay, Joe. Dann drücke ich den Überbrückungsschalter, obwohl ihr sagt, er wurde bereits gedrückt.

  381. Allen: Verstanden. In Ordnung, Jim. Drück den Überbrückungsschalter und dreh ASTRO-Schalter Nr. 1 (mit dem UHTNASAUHTUniversal Handling Tool) im Uhrzeigersinn.

  382. Irwin: Okay. Ist gedrückt. Drehe (ASTRO-)Schalter Nr. 1 im Uhrzeigersinn. (Pause) Okay. Der Schalter ist bis zum Anschlag gedreht, Joe. Wollt ihr versuchen, den Funksender einzuschalten?

  383. Videodatei (, MPG-Format, 35,1 MB/RM-Format, 1 MB) Aufnahmen der Fernsehübertragung. Beginn bei .

  384. Allen: Verstanden.

  385. Von Houston aus wird ein Kommando an die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) übertragen, um den Sender einzuschalten.

    Irwin (Technische Nachbesprechung, ): (Ich) kehrte zur Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) zurück und drückte den Überbrückungsschalter. Ob die Anzeige danach auf 0 Ampere stand, konnte ich nicht überprüfen, weil einfach zu viel Staub darauf lag. Dazu möchte ich sagen, dass die Staubschutzabdeckungen auf den Experimenten sich wirklich bezahlt machten. Was Staub und Schmutz betrifft, sind wir in der schlimmsten Situation gewesen, die mir je begegnet ist, aber durch die Abdeckungen blieben alle Boyd-Bolzen vollkommen sauber.

    Als er am Fahrzeug vorbeikommt, wechselt Dave die Fotokamera.

  386. Scott: Hey Joe, ich meine Jim, wenn du deine 3-Fuß-Aufnahmen (1 m) machst, lässt du die Entfernungseinstellung auf 7 (Fuß bzw. 2 m)?

  387. Irwin: Nein, ich verringere auf

  388. Scott: Okay.

  389. Irwin: Nein. Nein, ich bleibe bei

  390. Scott: Was nun?

  391. Irwin: Nein, ich verringere (die Entfernung) auf 3 (Fuß bzw. 1 m)

  392. Scott: Okay.

  393. Irwin: (vermutlich nach einem Blick in die Checkliste) Nein, entschuldige, Dave. Bleib bei 11, (Blende) 11 und 1/250 (Sekunde Belichtungszeit)

  394. Hier kommt es zu einem der seltenen Missverständnisse. Dave möchte wissen, welche Entfernung an der Kamera eingestellt wird, und Jim sagt ihm Blende und Belichtungszeit. Beide haben in ihren Checklisten auf den Seiten CDR-24 und LMP-26 eine Skizze mit Angaben dazu, wie das ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package dokumentiert werden soll. Aber Dave hat möglicherweise schon länger nicht mehr für diese Aufgabe trainiert und möchte sich noch einmal vergewissern, um wirklich alles richtig zu machen.

  395. Scott: Nein, das ist es nicht, wonach ich gefragt habe.

  396. Irwin: Ah, ich verringere auf 3 Fuß. Entfernung auf 3 (Fuß bzw. 1 m).

  397. Scott: Okay. (lange Pause)

  398. Dave macht zwei Fotos vom Magnetometer (LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer), AS15-86-11588 und AS15-86-11589. Gut zu sehen ist die Wasserwaage vorn zwischen Schattenzeiger und Sensorarm. Es folgen zwei Bilder vom Seismometer (PSENASAPSEPassive Seismic Experiment), AS15-86-11590 und AS15-86-11591.

  399. Irwin: Die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) ist keine besonders stabile Basis.

  400. Allen: Okay, Dave und Jim. Wir möchten, dass ihr euch jetzt in Richtung LMNASALMLunar Module auf den Weg macht.

  401. Scott: Okay. (Pause) Geh mal zur Seite, ich möchte schnell die Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station) fotografieren.

  402. Irwin: Hast du schon das LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer?

  403. Scott: Ja.

  404. Irwin: Dann laufe ich kurz hin und spanne den Sonnenschutz auf.

  405. Scott: Nein, wir sollen zum LMNASALMLunar Module zurück.

  406. Irwin: Aber es dauert nur .

  407. Scott: Ah, ja. Dann wäre damit alles erledigt. Ja. Okay.

  408. AS15-86-11592 ist das Foto der Zentraleinheit (CSNASACSCentral Station).

  409. Allen: (im Scherz) Und Jim, das war gerade ein ESPNASAESPExtrasensory perception-Experiment über 380.000 Kilometer.

  410. Irwin: Ich habe nichts empfangen! (lange Pause)

  411. Scott: Joe hoffte im Stillen: Jim, bitte den Sonnenschutz am LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer nicht vergessen. Er denkt es und Jim empfängt es. Wir demonstrieren hier also ESPNASAESPExtrasensory perception, wie Ed Mitchell bei Apollo 14. Aber Jim antwortet, dass er nichts wahrgenommen hat.

    Jones: Jim ist auch nicht der Typ, der an so etwas glauben würde.

    Scott: Sicher nicht.

    Die Fernsehkamera schwenkt im Uhrzeigersinn an Jim vorbei, der sich gerade um den Sonnenschutz des Magnetometers (LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer) kümmert. Als das Bohrgerät (ALSDNASAALSDApollo Lunar Surface Drill) ins Bild kommt stoppt Ed Fendell die Kamera kurz, dann schwenkt er sie nach oben zum Kamm des nordwestlichen Ausläufers von Mons Hadley, auf den schon die Sonne scheint.

  412. Irwin: Okay, der Sonnenschutz am LSMNASALSMLunar Surface Magnetometer ist aufgespannt.

  413. Allen: Okay, Jungs. Macht euch auf den Weg (zum LMNASALMLunar Module).

  414. Scott: Okay. Wir fahren zurück, Jim. (Pause)

  415. Ed Fendell verringert den Kamerazoom und zeigt mit einem langsamen Schwenk das ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package.

    Scott (Technische Nachbesprechung, ): Ich fotografierte das gesamte ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package bis auf das Wärmeflussexperiment (HFENASAHFEHeat Flow Experiment), weil wir damit noch nicht fertig waren.

  416. Irwin: Ich lasse das UHTNASAUHTUniversal Handling Tool dort. (Pause)

  417. Scott: Okay. Mein Zeug packe ich (evtl. unter) den Sitz. (Pause)

  418. Allen: Okay, Dave und Jim. Wenn ihr wieder beim LMNASALMLunar Module seid, lautet die Ansage: Sofort mit dem Abschluss (der EVANASAEVAExtravehicular Activity) beginnen.

  419. Scott: Okay, Joe. Wird gemacht. (zu Jim) Das Gefummel am Sitzgurt schenken wir uns. Ich fahre langsam.

  420. Irwin: Okay.

  421. Scott: Das spart uns mehr Zeit bei der kurzen Entfernung.

  422. Wenn sie nicht angeschnallt sind, muss Dave langsamer fahren. Dadurch geht seiner Meinung nach aber weniger Zeit verloren, als wenn er Jim anschnallen müsste.

  423. Allen: Und wir erwarten das Ende der Fernsehübertragung.

  424. Scott: Ja, Sir. (Pause) Auf PM1NASAPMPhase Modulation (Transceiver 1)/ WBNASAWBWide Band. (LCRU-Ansicht)

  425. Allen: Verstanden. (lange Pause)

  426. Die Fernsehübertragung ist abgeschaltet.

  427. Scott: Okay. Schalte aufOkay. AnAnAn. An. An. Okay, fertig, Jim? (LRV-Paneel)

  428. Irwin: Fertig.

  429. Scott: Gut festhalten an

  430. Irwin: Ja.

  431. Scott: dem Handgriff da, heh? (Pause) Aufpassen, dass wir (mit den Rädern) keinen Staub auf die Sachen schleudern.

  432. Irwin: Der Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) steht weit genug weg.

  433. Scott: Wie bitte?

  434. Irwin: Du hast den Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) schön weit weg getragen.

  435. Scott: Ich will nicht, dass er eingestaubt wird.

  436. Irwin: Ja. (lange Pause)

  437. Allen: Dave und Jim, in den Checklisten geht es für euch weiter . Und was die Fernsehübertragung betrifft, deine Entscheidung, Dave.

  438. Scott: Okay. (Pause)

  439. Man überlässt es Dave, ob er die Antenne (HGANASAHGAHigh-Gain Antenna) ausrichtet und die Übertragung einschaltet.

    In Houston möchte man den Aufbau des Sonnenwindkollektors (SWCNASASWCSolar Wind Composition (Experiment)), die Fotos mit Polarisationsfilter, das Aufstellen der Flagge und die LMNASALMLunar Module-Inspektion auf den Seiten LMP-28, CDR-26 und CDR-27 vorläufig verschieben. Stattdessen soll es für Dave und Jim an der genannten Stelle auf den Seiten CDR-28 und LMP-29 weitergehen.

  440. Irwin: (liest vermutlich LMP-29) Zum Inhalt von Beutel Nr. 1 (SCB-1NASASCBSample Collection Bag), Joe. Wir habenEr ist mit Sicherheit nicht voll. Sind die Kernproben in diesem Beutel? (Pause)

  441. Die Rede ist von den Kernprobenröhren, die bei Station 2 () verwendet wurden. Jim hatte zwei Röhren aus Daves Beutel (SCB-1NASASCBSample Collection Bag) gezogen, sie verbunden und als Zweifachkernprobe in den Boden gehämmert. Nachdem beide Röhren wieder getrennt und mit Kappen verschlossen waren, steckte er sie zurück in Daves Beutel.

  442. Scott: Ich höre dich, Jim. Aber er vermutlich nicht.

  443. Allen: Jim, bitte warte kurz. Ich höre dich laut und deutlich. Ich mache mich gerade schlau. Einen Moment.

  444. Joe erkundigt sich bei den Leuten, die den Inhalt der SCBsNASASCBSample Collection Bag im Blick behalten.

  445. Irwin: Ich überlege nur. Wenn er nicht voll ist, sollten wir vielleicht alle Proben zusammen in SRCNASASRCSample Return Container(korrigiert sich) in Beutel Nr. 1 (SCB-1NASASCBSample Collection Bag) packen, bevor der Beutel in SRCNASASRCSample Return Container Nr. 1 gelegt wird.

  446. Während der geologischen Erkundung bei EVA-1NASAEVAExtravehicular Activity trug Dave SCB-1NASASCBSample Collection Bag und Jim SCB-4NASASCBSample Collection Bag. Laut LMP-29 sollte SCB-1NASASCBSample Collection Bag in SRC-1NASASRCSample Return Container und SCB-4NASASCBSample Collection Bag auf das MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly gelegt werden. Jim schlägt nun vor, die Proben von SCB-4NASASCBSample Collection Bag in SCB-1NASASCBSample Collection Bag umzupacken. Dadurch würde der Platz in SRC-1NASASRCSample Return Container besser genutzt.

  447. Scott: Okay, mal sehen. Wir wollen parkenWelche Richtung? Verflixt! Immer waren wir nur in dem kleinen Gebäude.

  448. Jones: Was meinten Sie damit, immer nur im Trainingsgebäude gewesen zu sein? Sind Sie nicht auch draußen gefahren?

    Scott: Sicher. Aber für den Abschluss der EVANASAEVAExtravehicular Activity mit dem Fahrzeug beim LMNASALMLunar Module, das Aufstellen der Flagge und alles, was vor dem Einsteigen zu tun war, trainierten wir im Gebäude. Dort wurde alles erarbeitet. Da drin hatten wir eine Orientierung, doch jetzt sind wir draußen und uns fehlen die (gewohnten visuellen) Orientierungspunkte. Also, in welche Richtung parke ich nun?

    Anscheinend parkte Dave oft genug im Gebäude, ohne in die Checkliste zu sehen, sodass ihm hier nicht sofort einfällt, mit welcher Ausrichtung zur Sonne das Fahrzeug stehen bleiben soll.

  449. Irwin: Nach Nordwesten, richtig?

  450. Scott: (liest CDR-25) Front nach Norden (vor dem MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly), im Sonnenlicht. (Pause)

  451. Scott: (Jim will vermutlich aussteigen) Warte kurz. Alles klar. (nicht zu verstehen) (lange Pause)

  452. Irwin: Die Anzeigen am Fahrzeug wollt ihr aber trotzdem wissen, wenn wir halten, richtig, Joe?

  453. Joe sagte bei , es geht weiter auf CDR-28/LMP-29. Jim fragt jetzt nach, ob man in Houston auf die Angaben zum Fahrzeug verzichten will, die er laut LMP-27 machen sollte.

  454. Allen: Jim, wenn ihr beim LMNASALMLunar Module angekommen seid. Das einfachste wäre aus unserer Sicht, sofern es wirklich keine Mühe macht, du packst die Proben aus allen Sammelbeuteln in Sammelbeutel 1 (SCB-1NASASCBSample Collection Bag) und legst ihn dann in den SRCNASASRCSample Return Container.

  455. Irwin: Ja, klingt vernünftig.

  456. Allen: Verstanden. Falls es das ist, was du wolltest. Und die KernprobenröhrenDie vollen Kernprobenröhren kannst du einfach drin lassen in Sammelbeutel 1 (SCB-1NASASCBSample Collection Bag).

  457. Irwin: Okay, und die Leere (meint die unbenutzte Kernprobenröhre) nehmen wir raus.

  458. Scott: Okay, Jim, ich habe angehalten. Könntest du aussteigen und aufpassen (dass nichts im Weg ist)? Ich will ein kleines Stück zurücksetzen.

  459. Irwin: Okay.

  460. Während der Technischen Nachbesprechung am (Apollo 15 Technical Crew Debriefing) meinten beide, Jim wäre auf dem Rückweg zum LMNASALMLunar Module gelaufen. Daves Äußerung könntest du aussteigen hier sowie der Dialog bei legen jedoch nahe, dass Jim dieses Mal mitgefahren ist. Am Ende der zweiten EVANASAEVAExtravehicular Activity, bei 148:30:41, kehrt er tatsächlich zu Fuß vom ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package-Standort zum LMNASALMLunar Module zurück.

  461. Scott: Vorsichtig, vorsichtig. Du musst dieses Werkzeug loswerden. Das ist dir im Weg.

  462. Irwin: (nicht zu verstehen) was es macht. (Pause) Okay, alles frei. Du kannst rückwärtsfahren, Dave.

  463. Scott: Okay.

  464. Irwin: Vielleicht noch 5 Fuß (1,5 m) näher heran (an das MESANASAMESAModular(ized) Equipment Stowage Assembly).

  465. Scott: Okay. (Pause)

  466. Irwin: So, das ist gut. Genau da.

  467. Scott: Okay.

  468. Allen: Und Jim, zu deiner Information. Die leere Kernprobenröhre

  469. Scott: Okay, Joe,sagen wir komplett draußen.

  470. Allen: wurde bereits aus Beutel 1 (SCB-1NASASCBSample Collection Bag) herausgenommen. Du brauchst dich also nicht mehr darum zu kümmern.

  471. Die leere Kernprobenröhre samt Kappen und den SESCNASASESCSpecial Environmental Sample Container hatte Dave bei aus SCB-1NASASCBSample Collection Bag genommen und in SCB-2NASASCBSample Collection Bag gepackt. Eigentlich war Jim darum gebeten worden (), doch als Joe ihn bei noch einmal daran erinnerte, war er schon auf dem Weg zur SEQNASASEQScientific Equipment (Bay)-Ladebucht. Daraufhin wollte Dave einspringen, der ohnehin zum Fahrzeug musste, um Bohrgerät (ALSDNASAALSDApollo Lunar Surface Drill) und Reflektor (LRRRNASALRRRLaser Ranging Retro-Reflector) auf den Beifahrersitz zu laden.

  472. Irwin: Okay. Fahrzeugausrichtung ist 315 | Peilung (zum LMNASALMLunar Module) 059 | (gefahrene Strecke) 103 (km) | (Entfernung zum LMNASALMLunar Module) 001 (km) | (Amperestunden BAT-1NASABATBattery) 100, (BAT-2NASABATBattery) 110 | (Temperatur BAT-1NASABATBattery) 100, (BAT-2NASABATBattery) 100. Und die Motortemperaturen sind nach wie vor am unteren Limit. (LRV-Paneel)

  473. Allen: Notiert.

  474. Irwin: Ich ziehe die Sicherungsschalter.

  475. Allen: Verstanden.

  476. Scott: Okay, Joe. Du sagst: Weiter bei ?

  477. Allen: Ja, Sir.

  478. Dave ist auf Seite CDR-28. Jim ist gerade noch auf LMP-27 und wird gleich die Sicherungsschalter ziehen.

  479. Scott: , okay. Ich denke, wir streichen die Fernsehübertragung hier und sehen zu, dass alles erledigt wird.

  480. Allen: Guter Plan.

  481. Scott: Wir müssen uns vor dem Einsteigen gut abstauben, und dafür brauchen wir vermutlich etwas länger. Lass mich das machen (die Sicherungsschalter ziehen), Jim. Ich mach das.

  482. Irwin: Kannst du den Letzten ziehen? Meine Finger schaffen es einfach nicht mehr.

  483. Scott: Ja, ich mach das.

  484. Jones: Schmerzten Ihre Fingern ebenfalls?

    Scott: Das ist ein häufiges Thema, auch mit Andy Chaikin sprach ich darüber. Ja, ich denke, sie schmerzten. In der Situation habe ich es nicht so wahrgenommen, es gab einfach zu viel zu tun. Nach dem Einsteigen sprachen Jim und ich dann über die Anstrengung für die Finger. Aber mit solchen Dingen muss man zurechtkommen, man hat keine Wahl. Okay, es ist eben so, und man macht weiter.

    Scott (wechselt das Thema): Ich dachte, dass ich die Sicherungsschalter bereits gezogen hätte. Viel früher, als wir wieder beim LMNASALMLunar Module ankamen (). Am ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package-Standort wünschte ich (), das Navigationssystem wäre noch eingeschaltet, um das Fahrzeug besser ausrichten zu können. Erinnern Sie sich? Und er (Joe Allen) sagte: Orientiere dich an deinem Schatten.

    Jones: Vielleicht haben Sie nur den Sicherungsschalter für das Navigationssystem gezogen.

    Scott: Vermutlich. Alle anderen mussten drin bleiben, damit ich noch fahren konnte. Also geht es hier um die restlichen Schalter.

  485. Irwin: Bus B.

  486. Scott: Okay. Du sollst nur diese ziehen?

  487. Irwin: Es ist meine Aufgabe, sie zu ziehen, ja.

  488. Scott: Ja. Aber du ziehst nur diese vier, richtig?

  489. Irwin: Ja.

  490. Scott: Okay. Fahrzeug ist ausgeschaltet. (LRV-Paneel)